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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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Einhieven Einkammersystem. 91

erster, zweiter, dritter rc., höherer n. niederer Ord-nung. Wählt man z. B. Stunde zur Haupt-E.der Zeit, so ist Tag die E. der ersten höheren Ord-nung, Woche der zweiten rc., dagegen Minute E.der ersten niederen Ordnung; Secunde der zweitenniederen Ordnung rc. Im dekadischen Zahlensy-! stem ist Einer die Benennung siir die Haupt-E.,der Zehner bildet demnach die E. der ersten hö-heren, das Zehntel diejenige der ersten niederen- Ordnung, das Hundert die E. der zweiten höhe-ren, das Hundertstel die der zweiten niederen Ord-nung rc. Demnach ist eine E. höherer Ordnungimmer ein Vielfaches der Haupt-E., dagegen eineE. niederer Ordnung ein aliquoter Theil der Haupt.E. 2) (Kriegsw.) Die militärischen Grundabtheilun-gen, nach welchen die Stärke u. Zusammensetzungder Armeen berechnet wird; man unterscheidet tak-tische u. strategische E-en; als taktische E-en geltenin fast allen Heeren die Bataillone, Escadrons u.Batterien, als strategische die Armee-Corps u. selbst-ständigen Divisionen. il) In ästhetischer Beziehungder Zusammenhang der einzelnen Theile einesKunstwerkes, welches durch seine innere Beziehungzu der Grundidee des Ganzen bewirkt wird, istdie nothwendige Eigenschaft eines vollendeten Kunst-werkes. Die E. der Idee bedingt die der Formen,

> da die Darstellung des Schönen ein völliges Aus-! ^ gehen des Inhaltes in der Form erfordert. DasGesetz der drei E-en (Aristotelische E.), welchesdie französischen Ästhetiker sür die DramatischePoesie ansstcllten, nämlich die E. des Ortes, derZeit u. der Handlung, wird in neuerer Zeit nichtmehr beobachtet. i) Bmhrucker» 2, z.

Einhievcu, das Ankertau eines Schiffes mitdem Spill nach dem Schiss hereinholen, bis derAnker losgerissen ist u. vor den Klüsen hängt.

Einholcn, Gegenstände, welche theilweise sichaußerhalb der Bordwand befinden, in das Schiffhineinziehen, z. B. Taue, Klüverbaum, Bugspriet,Geschütze. Die letzeren drei haben dazu besondereEinholtaljen.

Einhorn (Monoceros), fabelhaftes, pferdarti-ges Thier, mit einem langen, geraden, gewunde-nen Horn, sehr wild n. unbändig, das sich abervon einer reinen Jungfrau fangen u. gängeln lasse.Die vollständigste Beschreibung des E-s bei denAlten findet sich bei Man (Hiab. animal. 16, 20);dasselbe erreichte die Größe eines Pferdes, hatteeine Mähne, ungegliederte Füße wie der Elephant,war braun, der Schwanz wie der eines Schweines,das spitzige Horn gewunden, die Stimme lautund mißtönend; das Thier lebte einsam, gegenseine Art, selbst gegen die Weibchen, außer in derBegattungszeit, feindselig, aber gegen andere ThiereI sreundlich rc.

Einhorn (Monoceros), großes Sternbild amsüdlichen Himmel, als Pferd mit Horn abgebildet,! zwischen dem Großen u. Kleinen Hunde, 1690 vonHevel eingeführt; besteht nur aus kleinen Sternen.

Einhornfisch, s. Narwall.

Einhornshöhle (Einhornsloch), Stalaktiten-höhle am Südrande des Harzes, unweit Scharz-! seid im Kreile Osterode der preußischen Land-drostei Hildesheim; besteht aus 5 hinter einanderliegenden Höhlen, die sich 300 m weit in den Berghinein erstrecken sollen, aber nur znm kleineren

Theile von Schutt befreit sind. Man hat in der-selben viele Knochen ans antediluvianischer Zeitanfgefunden, aus deren Beschaffenheit man glaubtschließen zu dürfen, daß der Mensch in dieser Höhlesich aufgehalten hat, während Bär u. Rennthierin den Wäldern Deutschlands hausten. Seitdemzur Zeit des Schillerfestes (1859) eine Tafel zuEhren dieses Dichters in eine Wand der Höhleeingelassen worden ist, wird letztere auch Schiller-höhle genannt. H- Berns.

Einhösen, bei Hasen, Füchsen, Rehen, an demeinen Hinterlanfe, zwischen der Röhre und Hose,einen Durchschnitt machen und den anderen Hin-terlauf dnrchstecken, um Las Thier aushängen zukönnen.

Einhufer (8c,1iännAn1a, Lolixsäa), Familieans der Saugethierordnung der Unpaarzeher, Füßemit einem einzigen großen Hnss umkleidet, der dieMittelzehe einhüllt u. unter der Haut noch dieRudimente der beiden äußeren Zehen (Kastanien);Schneidezähne mit einer geschlossenen Schmelzröhre,jeder bleibende Backenzahn mit zwei dergl.; keineSchlüsselbeine. Nähren sich von Pflanzen. Gat-tungen Lgunv, Pferd; Lainuv, Esel.

Einhüllende Curve (Math.), heißt eine Cnrve,welche eine Schaar von unendlich nahe an einan-der liegenden, einander schneidenden, gleichen oderdoch verwandten Cnrven tangirt u. damit gewisser-maßen umschließt od. einhüllt.

Einignngsämter, s. Fabrik- u. Gewerbege-richte.

Einjährig Freiwillige, s. Freiwillige.

Einjährige Pflanzen (T), solche, welche ihreEntwickelung von der Keimung bis zur F-rnchtreifeinnerhalb zwölf Monaten beenden und dann ganzabsterben; jedoch hat man zu unterscheiden zwischeneinjährigen Sommerpflanzen, deren Entwickelunginnerhalb eines Kalenderjahres fällt (Sommerge-treide) und zwischen überwinternden einjährigenPflanzen, welche im Herbste des einen Jahres keimenu. im Frühjahr oder Sommer des folgenden Blü-then u. Früchte tragen. (Wintergetreide.) Engter.

Einkammersystem, politisches System, in wel-chem die allgemeine Landesvertr-etung nur in einereinzigen Kammer/Versammlung der Volksvertreter,bewirkt wird; dasselbe hat sich nach der geschicht-lichen Erfahrung in England während des langenParlaments, in Frankreich während der National-versammlung n. des Convents rc. siir große Staa-ten u. Reiche unzweckmäßig erwiesen, weil es denParteileidenschasten keinen Widerstand entgegen-setzen kann; dagegen reicht es für kleinere Staaten,in welchen wegen ihrer Kleinheit die Interessen u.der ganze Kreis der Bewegung so eng ist, daßvon großen politischen Parteien hier gar nicht dieSiede sein, selbständige auswärtige Politik auch nichtgetrieben werden kann, n. hat sich wegen seinerEinfachheit zweckgemäß erwiesen. In den deutschenStaaten besteht Las E. in Anhalt, Mecklenburg,Oldenburg, den Renß. Fürstenthümern, Sachsen-Weiniar n. den Sächsisch. Herzogthümern, Lippe u.Schaumbnrg-Lippe, den Schwarzbnrgischen Für-stenthümern u. Waldeck. Für das Deutsche Reichendlich ist auch das E. beliebt worden, da durchdie Stellung und die Berechtigung des Bundes-rathes die Benutzung eines Oberhauses als Staa-