90 Eingeweidcbruch — Einheit.
Stets treten mehrere, gleichsam ein zusammen-hängendes Ganze bildende E. zur Erreichung einesbestimmten Zweckes oder Leistung einer gemein-samen Arbeit zusammen, z. B. zur Aufnahme u.Assimilation der Nahrungsmittel, Aufnahme vonSauerstoff und Ausscheidung von Kohlensäure re.Die so zusammenhängenden Theile nennt manein System oder einen Apparat u. bezeichnet sienach dem Zwecke, dem sie dienen. So sprichtman von Verdaunngs- n. Athmnngssystem, Harn-u. Geschlechtsapparat. An den Leibesöffnungenstehen alle diese Systeme u. Apparate mit deräußeren Umgebung in direkter Verbindung. Andiesen Stellen geht die Epidermis in die alle E.auskletdende Schleimhaut über. Nur das Herzmacht hiervon eine Ausnahme, da es als derAusgangs-u.Vercinignngspunkt eines geschlossenenKanalsystems (des Blutgefäßsystems) weder mitder Außenwelt in directe Verbindung tritt, nocheine Schleimhaut hat. Wir unterscheiden dabeihauptsächlich zwei große Schleimhautzüge; dereine, an Mund- und Nasenöffnnng beginnende u.am Aster und in den Endbläschen (Alveolen) derLunge endigende, der Lnngendarmschleimhantzug,kleidet die Verdaunngs- und Athmungsorgane aus,der andere, beim Manne an der Haruröhrenmünd-ung, beim Weibe am Scheideneingange beginnendedie Harn- und Geschlechtsorgane. Ein kleinererdritter, besonders beim weiblichen Geschlechts stärkerentwickelter Schleimhautzng beginnt an der Brust-warze und kleidet die Gänge dieser Drüse ans.Die Lehre von den E-nhcißt Splanchuologie.
Die Tafel: Eingeweide, soll dazu dienen, einenÜberblick über die Lage der E. in der Brust- undBauchhöhle zu geben. Fig. 1 derselben zeigtdie gegenseitige Lage der in der Bauchhöhle lie-genden Organe, nämlich der Lungen (kk), desHerzens (ab) und der größeren Gefäßstämme(e Aorta, ä Lnngenvene, s obere Hohlvene); fernergibt sie Auskunft über die Lage der Nieren zuden großen Gefäßen des Unterleibes (Z siliere,1 Bauchaorta, ü untere Hohlvene); den Durch-schnitt der Niere zeigt Fig. 6 (vgl. die Art. Lungen,Herz u. Niere). Die rechte Hälfte der Fig. 2 zeigtuns die tieferen Schichten der Bauchwand (dieoberflächlichen siehe Tafel Mnskellehre Fig. 5),die linke Hälfte dieser Fig. die Lage der Bauch-eingeweide (s, Schwertfortsatz des Brustbeins,Ü linker Leberlappen, o Magen, ä Milz, s Quer-grimmdarm, kk DUnudarmschlingen, ^ absteigen-der Grimmdarm mit der sigmaförmigen Krümm-ung, ü Nabel mit dem linken seitlichen Harn-bkasenband (der obliterirten linken Nabelarterie), iHarnblase, L tiefe Bauchbinde mit den auf ihr ver-laufenden Gefäßen, I querer Bauchmuskel, ruLeisten-band (Poupartsches Band), 1 u. 2 Schenkelarterie u.Schenkelvene). Fig. 3 zeigt die Lage des Magens(b, e, ä, e, k, §), der Leber (n, o, x), der Milz(m), der Bauchspeicheldrüse (i, ü, 1) n. des Dünn-darms (d) mit ihren Arterien. Leber u. Magensind dabei nach oben umgeschlagen, werden alsovon ihrer unteren Fläche aus gesehen. Fig. 4u. 5 zeigen die männlichen (Fig. 4) u. die weib-lichen Beckenorgane (Fig. 5), die elfteren nachHinwegnahme der linken Beckenwand, die letzterenin der Mittellinie der Länge nach von vorn nach
hinten durchschnitten (vgl. hierzu die Art. Geni- ftalien u. Harnorgane). E. Berns. ^
Eingcweidebrnch, so v. w. Bruch (Med.).
Eingcweidenervcnlistsrvi splauoüvioi), zwei,ein größerer u. ein kleinerer, von den unteren >Brnstknoten des sympathischen Nerven ausgehende,längs der Brustwirbelsäule bis in die Bauchhöhlehinabziehende Nerven, die hier zum größten Theilin das Sonnen-, zum kleineren in das Nieren-nervengeflecht eintreten.
Eingeweidewürmer (Lntoron, Lntirslmin-tlur), Würmer, welche in anderen Thieren (nichtimmer in ihrpn Eingeweideu) leben u. von deren ^Nahrungssästen zehren. Dian theilte früher diese ^nur infolge ihrer Lebensweise zusammengebrachten, 'aber durchaus nicht infolge ihrer Organisation sverwandten Würmer in 5 Ordnungen ein: Bla-senwürmer (6Mioa), Bandwürmer (Osstoi- ;äsa), Saugwürmer (Drsmntocka), Haken- jWürmer (^oantlroasxluUa) u. Fadenwürmer soder Rundwürmer (dlsmatoickea). Jetzt muß ^man diese Ordnungen fallen lassen; hat man ja 'z. B. gefunden, daß die Blasenwürmer nur Ent- !wickelungsformeu anderer E. sind. Thomö. !
Einhard, so v. w. Eginhard.
Einhardsgttt (Einhandsgut, Sondergut), Gut,welches durch ausdrückliche Verträge von der ehe-lichen Gütergemeinschaft ausgenommen ist n. somitden betreffenden Ehegatten zur freien, selbständigenalleinigen Verfügung bleibt.
Einhanen, 1) der letzte Act des Cavaleriean-griffes, wobei von dem Säbel Gebrauch gemachtwird. 2) Eiu Übel der Pferde, besteht darin, daßdieselben namentlich im Trabe mit dem Zehentheilder Hiutereisen an die Stollenenden od. au die untereFläche der Vordereisen derselben Seite anschlagen. ^Das E. ist nicht allein wegen seines Geklappers lästig, ^es ist auch gefährlich: die Pferde verletzen sich oft- ^mals die Ballen der Vorderfüße, beschädigen sich !die Zehen der Hinterhufe, reißen sich die Eisen ab, >bleiben auch wol mit dem Hinterfuß im Vorder-eisen hängen n. kommen hierdurch zum Sturz.Die Ursache des E-s liegt häufig in fehlerhaftemBeschlag: zu lange Eisen an den Vorder- u. zu .lange Zehen an den Hinterhnfcu, zu lange Zehenu. zu niedrige Trachten an den Vorderfüßen, wo- idurch die Bewegung der Vorderschenkel schwerfälligwird u. die Vorderhufe so lauge Zurückbleiben, daßsie von den Hinterhnfen überholt u. getroffen wer-den rc. Oft ist auch ein fehlerhafter Bau des Pfer-des die Ursache, so hauen z. B. überbaute Pferdegern ein. Die Behandlung ist von den ursächliche»Verhältnissen abhängig. 2 ) Schmidt.
Einheit, 1) (Math.) dasjenige, was man beimZählen einer Vielheit gleichartiger Dinge, sowie beimMessen eines Gegenstandes, für das Zählen undMessen zu Grunde legt. Die E. kann eine be-nannteod. eine unbenannte sein; z.B. in 9 Menschen ^ist ein Mensch die benannte E., in der abstractenZahl 9 ist 1 die unbenannte E. Der Bequemlich-keit wegen hat man für Dinge derselben Art meh-rere E-en eingeführt u. dafür sehr verschiedenartigeBenennungen; so sind Kilogramin, Gramm rc. E-endes Gewichtes; Minute, Stunde, Tag rc. E-en derZeit; Hundert, Tausend rc. E-eu der dekadischenZahlen. Man unterscheideteineHaupt-E. n. E-en