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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
Seite
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Einführung

u. Prohibitivzölle finden vorzugsweise bei solchen 'Maaren Anwendung, mit denen der Staat selbst 'Handel treibt u. für welche er, der heimischen Pri-vatindustrie gegenüber, ein Monopol in Anspruchnimmt. Beide Maßregeln, sofern sie keinen sani-tätspolizeilichen Grund haben, wie z.B. das Ver-bot der E. von Rindvieh aus Gegenden, wo dasselbevon einer Seuche befallen ist, sind als Hemmnissedes Handels, Beeinträchtigung der heimischen Con-sumenten und Ursache zu repressiven Maßregelnfremder Staaten, von der Wissenschaft längst inihrer Verderblichkeit für den nationalen Wohlstanderkannt, namentlich wenn sie sich auf die noth-wendigsten Lebensbedürfnisse des Volkes, wie z. B.das Getreide, beziehen. Auch von den Schutz-zöllen glaubt man nach den Erfahrungen, welcheEngland u. die Schweiz gemacht haben, daß die-selben nur noch unter steter Rücksichtsnahme aufihr allmähliches Übergehen in Finanzzölle als einewohlthätige Maßregel gelten können.

Einführung, in ein Amt, s. Investitur.

Eingabe, ein an eine Behörde von einer Pri-vatperson od. von einer Communalbehörde an eineStaatsbehörde gerichtetes Schreiben, von einemgewöhnlichen Briefe der Form nach durch strengereBeobachtung der brieflichen Etikette unterschieden.In einigen Staaten ist bei einer gewissen Klassevon E-n ein Stempelbogen erforderlich. Eine andas Staatsoberhaupt gerichtete E. heißt Imme»diateingabe.

Eingangszoll, s. u. Einfuhr.

Eingeboren, 1) (Iluigsnitms) einziges Kind;so Eingeborener Sohn Gottes, s. Jesus Chri-stus; 2) in einem Lande od. Ort geboren; daherEingeborenheit, s. Jndigenat.

Eingebrachtes (Illatm, ^llatm), 1) die Mitgift,Dos, was die Frau beim Eintritt in die Ehe zumEhcmanne gebracht hat, das Dotalvermögen; 2)was die Frau während derselben noch durch Er-rungenschaft u. dgl. zum Manne gebracht hat; inwelchem Falle es jedoch gewöhnlich das Ein- u.Zugebrachte genannt wird.

Eingeklemmter Bruch, s. u. Bruch.

Eingelegte od. Einlege-Arbeit (ital. Intar-sia), war schon im jüdischen u. klassischen Alter-thum bekannt u. besteht in künstlichen Znsammen-fitgungen verschiedener Hölzer in großem u. kleinemGetäfel mittels Leims in der Vertiefung einerHolzfläche. Im Mittelalter trat sie zuerst im 15.Jahrh. durch Philipps Bruneleschi u. GiulianoMajano in Florenz auf. Beide gelten als dieeigentlichen Begründer der Technik. Bald fandselbe über Rom, Orvieto, Pisa, Cremona rc. Ver-breitung n. ward durch Giovanni Veronese z. Z.Raffaels wesentlich ausgebildet. Im 18. Jahrh.gelang es Alessio Mattioli dem Holz die schönstePurpurfarbe zu geben. Pompes Savini sägte seinefertigen Arbeiten vor der letzten Glättung, der Ta-fellänge nach in mehrere Scheiben durch u. stellteso in Schnelligkeit eine Anzahl ganz gleicher Pro-ducts her, zu welchem Zwecke er Täfelchen vondurch u. durch gefärbten oder naturfarbigen Ein-lagen in größerer Dicke anwendete als vorher üblichgewesen. In Deutschland finden sich Andeutungenvon Einlegearbeiten schon im 14. Jahrh. in welchemsie von Hensel und Keser in Nürnberg hergestellt

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irden. In Übung kamen sie aber erst um 1500

rch einen gewissen Stempel daselbst. Sehr be-deutendes leisteten die Brüder Elfen, Mönche ineinem Hildesheimer Kloster, zu Anfang des 16.Jahrh. Nach Frankreich kam die E. unter demNamen Marqneterie zu Anfang des 17. Jahrh.durch Marc de Blois, der sie in Italien kennengelernt. Einige Meister verbanden mit der Holz-Einlage solche von Elfenbein,Halbedelsteinen, Schild-patt, Email; namentlich geschah das in Augs-burg u. Berlin, während in Frankreich auch Me-tall dazu verwandt wurde. S. Boulle. Die erstenMeister dieses Faches sind Ulr. Baumgartner undSohn in Augsburg (17. Jahrhnnd.); Bruneleschiin Florenz (15. Jahrh.); Hepher in Nürnberg(17. Jahrh.); Majano, Benedict u. Giuliano inFlorenz, Pisa, Rom, Neapel (15.Jahrh.); Schiffer»stein in Dresden (16. Jahrh.) u. A. Regnet.

Eingeschlechtlich werden Pflanzen u. Thieregenannt, welche nur eine Art von Geschlechtsorga-nen entwickeln; die Eingeschlechtlichkeit kann typisch,wie z. B. bei den Cycadeen, od. durch Abort ent-standen sein, wie z. B. bei Nslanckrzmm albuin.

Engler.

Eingeschriebene Figur (Math.), eine gerad-linige Figur, die innerhalb eines Kreises,' eineranderen Curve od. auch einer anderen geradlinigenFigur so liegt, daß alle ihre Ecken Punkte desUmfanges der letzteren sind. Buchrucker.»

Eingesprengt ist ein Fossil, wenn es in einemanderen fein zertheilt, nicht scharf begrenzt, verwach-sen vorkommt. Man unterscheidet grob, kleinu. fein eingesprengt.

Eingeständniß, so v. w. Concession.

Eingestrichene Noten, so v. w. Achtelnoten,weil diese nur einen Querstrich haben. E. Töne,dieTöne in der dritten Octave unseres Notensystems,ausgenommen die Contratöne.

Eingeweide (lat. Visosra, gr. Lplanolma),in eigentlicher Bedeutung nur die in den großenKörperhöhlen, der Brust-u. Bauchhöhle, gelegenenTheile. Es sind dies jene zusammengesetztenOrgane, die dazu bestimmt sind, den materiellenVerkehr des Körpers mit der Außenwelt zu unter-halten u. jene Stoffe zu bereiten, die entwederzur Erhaltung des Individuums oder zur Fort-pflanzung seiner Art nothwendig sind. Ein ge-ringer, aber äußerst wichtiger Theil dieser Organe,die äußeren Geschlechtstheile, liegen außerhalb dergroßen Körperhöhlen, sind also, streng genommen,eigentlich keine E. mehr. Doch da dieselben mit denim Innern der Bauchhöhle liegenden Theilen inso innigem anatomischen u. physiologischen Zusam-menhänge stehen, so werden sie allgemein nochdazu gerechnet. Da Gehirn u. Rückenmark auchin Höhlen (die Schädel- u. die Rückcnmarkshöhle)eingeschlossen sind, so kann man sie auch zu denE-n zählen, was auch noch häufig geschieht. Wegenihrer großen Wichtigkeit für das Nervensystem,dessen Centraltheile sie sind, werden sie mitweit mehr Recht zu letzterem gezählt. Im ge-wöhnlichen Leben versteht man unter E. häufigauch wol nur den Inhalt der Bauchhöhle, spe-ciell die Gedärme, dann unterscheidet man auchnoch edle E. (Herz, Leber, Lungen) von den un-edlen, dem Magen u. Darm.