Einbansen -
Einbansen, das eingeerntete Getreide schicht-weis in die Scheune legen.
Einbeck (Eimbeck), 1) Kreis in der preußischenLanddrostei Hildesheim, an Weser, Leine n. Jlme,den Haupttheil des Solling umfassend; 1000 , 4 zs^km (18,„ HsM.) mit (1875) 66,780 Ew.; erwird von den Linien Hannover-Kassel». Northeim-Nordhausen der Hannoverschen Staatsbahnen (imGanzen31km) durchschnitten. 2) Kreisstadt darin,unweit der Jlme; Volksbank, Amtsgericht, 3 evang.Kirchen (darunter die schöne Alexanderkirche mitden Grabmälern der Fürsten von Grubenhagen),kathol. Bcthans, Bürgerasyl, höhere Bürgerschulenebst Progymnafium, Webeschule, Schule für Ma-schinenbauer; Zucker-, Tabak-, Cigarren-, Tapcten-u. Tuchfabriken, Wollspinnerei, Leinenweberei, Ger-berei, bedeutende Schuhmacherei, Bierbrauerei(Eimbecker Bier im Mittelalter sehr berühmt),Gasanstalt, Tabaksban, lebhafter Handel; 1875:6394 Ew. — E. entstand aus den Ansiedelungenum die beiden 1085 u. 1145 gegründeten Stifterzu Alexander (mit dem Blute Christi) und zuMarien (mit dem Haar u. der Milch der Maria),zu denen ehemals viel gewallfahrtet wurde. An-fänglich gehörte es den Grafen von Catlenbnrg u.Dassel gemeinschaftlich, später den Letzteren allein.1206 erlitten die Eimbecker durch die Hessen eineNiederlage; 1256 war E. schon eine Stadt ».besaßdas Münzrecht; 1267 od. 1272 ergab es sich an denHerzog von Braunschweig; 1297 wurde es mitMauern n. Wällen umgeben; es gehörte zur Hansa,war im Mittelalter eine blühende Handelsstadt mit12,000 Ew. n. die Hauptstadt des alten Fürsten-thums Grubenhagen, das von Heinrich dem Wunder-lichen (st. 1322) gegründet wurde n. mit PhilippII.1596 endete; 1461 wurde es von den Hessenvergeblich belagert; 1417 und 1540 brannte esganz ab, 1626 wurde es von Pappenheim und1641 von Piccolomini erobert, 1643 von der kaiserl.Besatzung geräumt; 1761 wurden die Wälle vonden Franzosen zerstört. Vgl. Harland, Geschichteder Stadt E., 2 Bde., Einb. 1859. H- Berns.
Einbehaltnngsrecht, das Recht der Wittweeines Vasallen od. dessen Allodialerben, das Lehn-gut so lange im Besitz zu behalten, bis eine Ab-sonderung des Lehns von dein Allodium erfolgt ist.
Einbeizen, Getreidesamen, namentlich Weizen,vor der Aussaat mit ätzenden Stoffen, wie Jauche,Kalk, Glaubersalz u. Kupfervitriol, behandeln, umdie an Len Samen befindlichen Jnsecten od. derenEier, beim Weizen die Sporen des Brandes (s.Brand des Getreides) zu tödten. Zu diesem Zweckewird blauer Vitriol (Kupfervitriol) pnlverisirt u.in heißem Wasser aufgelöst. Zu dieser Lösunggießt ma-u nun so lange kaltes Wasser in einenBottich, bis der hineiugeschiittete Samen noch etwaeine Hand hoch von der Flüssigkeit, dem Kupfer-Wasser, bedeckt ist. Die oben aufschwimmendeutauben Körner werden abgeschöpft, während dieanderen keimfähigen Samen 14—16 Stunden inder Lösung liegen bleiben. Ist der Weizen ausdiese Weise gebeizt, so ist sämmtlichen an ihmhastenden Brandsporen die Keimkraft genommen.In der Praxis wird der Weizen meist nur aufdem Speicher mit der Flüssigkeit begossen u. flei-ßig umgeschaufelt; doch genügt dies nicht, weil die
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Körner nicht alle und vollständig benetzt werden.Man rechnet auf 5 Irl Samen 1 Icg Kupfervitriol.Wird man durch schlechte Witterung am Aussäeudes so gebeizten Samens gehindert, so muß der-selbe recht dünn ausgcbreitet u. öfters umgeschau-selt werden. Sind Samen beim Dreschen starkbeschädigt, so dringt die Beize bei diesen ein undvernichtet den Keim. Nur selten werden die Sa-men mit düngenden Substanzen behandelt, umauf die Entwickelung der Pflanzen einen günstigenEinfluß zu üben. Rhode.
Einbcute, s. u. Bienenwohnnngen.
Einbildungskraft, s. Phantasie.
Einbinden (Gärtn.), junge Bäume, u. anderezarte Holzpflanzen mit Stroh, Nadelreisig u. dgl.umwinden, um sie vor dem Erfrieren u. dem Ab-schälen eiitens der Hasen und anderen Wildes zuschützen. Das E. nützt einerseits durch den Schutzgegen Kälte, Eis n. Reif, anderseits durch das Ab-halten der Sonnenstrahlen, die ein frühzeitigesAustreiben bewirken und wonach dann eintretendeSpätfröste um so schädlicher sein würden. Wolde.
Einbinden (Seew.), 1) einen Block, d. i. NMdenselben ein Tau derartig legen u. mit Bändsein sestmachen, daß der Block mittels des Taues gehaltenwerden kann. Der Block hat zur Aufnahme desTaues seitlich je eine halbrunde Rinne (Keep, er istcingekeept). Früher band man sämmtliche Blöckeein; gegenwärtig wird vielfach Eisenbeschlag ange-wendet und das Einbinden mehr für Specialfällebeibehalten. 2) Ein Reef, d. h. ein Segel dadurchkürzen, daß eine Reihe Ncefbändsel, welche parallelzur Raa (beim Raasegel) oder zum Baum (beimGaffelsegel) in bestimmter Entfernung von diesenzu beiden Seiten am Segel festsitzt, um die betr.Raa od. den Baum festgebunden wird. Fest.
Einblatt (Bot.), so v. w. karuasma.Einbringung der Erbschaft, so v. w. Ein-werfung.
Einbruch, 1) gewaltsames Eindringen derDicbein ein Gebäude, s. n. Diebstahl; 2) (Bergb.) Ver-tiefung, die mau zuerst bei Gesteinsarbeiten in demGebirge herstellt.
Einchörig, 1) mehrstimmiges Tonstück, in demsämmtliche Hauptstimmen über einem Grundbasseliegen; 2) ein Instrument, welches nur mit einerSaite für je einen Ton bezogen ist.
Eindhoven, Stadt im gleichnam. Gerichtsbez.der nieder!. Prov. Nordbrabant an der Mündungder Gender in die Dommel, Station der nieder!.Staats-Eisenbahnen; Bezirks- u. Cantoualgericht,2 Kirchen, Synagoge, Lateinische Schule; Rauch-u. Schnupftabak-, Cigarren-, Leinwand-, Hut-,Spitzen-, Baumwollenzeug-, Wollenzeug- u. Leder-fabriken; 3323 Ew.
Eindruck (Impuls), im Allgemeinen die Wirk-ung, den ein Gegenstand ans den anderen ausübt;im Besonderen eine Wirkung, die sich ans unserGefühl und durch den Zwischenvorgaug der Em-pfindung ans unser intellectuelles Leben bemerklichmacht. Es erfolgt dies auf directe oder auf in-directe Weise: direct durch Bewegungsfortpflanzung,indem der Gegenstand durch Vermittelung der Ner-ven u. Sinne in unserm Bewußtsein zur dyna-mischen, qualitativen u. formalen Geltung kommt;indirect ans der Erinnerung (Gedächtnißthätigkeit)