Druckschrift 
Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
Seite
88
Einzelbild herunterladen
 

88

Eine

u. durch den Denkproceß (Voraussetzung, Berech-nung, Urtheil). Der indirecten Art wäre aberjede Möglichkeit der Bethätigung abgeschuitten,wenn die directe nicht existirtc. Der indirecte E.ist also eine Folge des directen. Der E. in diesercombinirten Auffassung ist nicht nur die Vorbeding-ung zur Wahrnehmung sondern auch zur Erkennt-niß; er ist daher eine der Hanptelemente für dieEntwickelung unseres gesammten geistigen Lebens.Vergl. Nerven, Gefühl, Denken, Gehirnthätigkeit.

Schroot.

Eine, Fluß im preuß. Regbez. Magdeburg,entspringt im anhaltinischen Kreise Ballenstedt u.mündet bei Aschersleben in die Wipper.

Einer, in jedem Zahlensystem die Zahlen, welchekleiner als die Grundzahl sind; im dyadischen Zah-lensystem gibt es also nur einen E.; im dekadi-schen sind E. die 9 ersten Zahlen, im dodekadischendie 11 ersten rc.

Einert, Karl, Rechtsgelehrter, Vicepräfidentdes Sächsischen Oberappellationsgerichts, geb. 31.Decbr. 1777 in Leipzig, studirte an der dortigenUniversität Rechtswissenschaft u. ließ sich 1802 da-selbst als Advocat nieder. Seit 1817 docirte eraußerdem an der Universität, wurde 1821 Mit-glied des Oberhofgerichts, 1828 Präsident desHandelsgerichts, folgte 1831 einem Rufe als Hof-u. Justizrath bei der Landesregierung nach Dres-den, bearbeitete hier den Entwurf einer Wechsel-ordnung, nahm, seit 1843 Vicepräfident des Ober-appellationsgcrichts, an den Wechsel-Conferenzen inLeipzig theil u. starb 25. Febr. 1855. Von ihmrührt die E-sche Wechseltheorie her. Er sehr. n. a.:Das Wechselrecht nach dem Bedürfniß des Wechsel-geschäfts im 19. Jahrh., Lpz. 1839; Erörterungeneinzelner Materien des Civilrechts, ebd., 2. Ausl.1846; Entwurf einer Wechselordnung für das Kö-nigreich Sachsen, ebd. 1841; Über Las Wesen u.die Form des Literalcontracts, ebd. 1852. Vgl.über ihn: vr. K. E., namentlich in seinen Be-ziehungen zu der jüngsten Entwickelung des Deut-schen Wechselrechts, Lpz. 1855. Lagai.

Einfahren (Bergb.), sich in die Grube be-geben.

Einfahrt, die Röhre eines Baues, durch welcheder Fuchs, Dachs rc. meist zu Baue geht.

Einfallen, 1) von zur hohen Jagd gehörigemWilde, in die Netze springen; von dem zur niede-ren Jagd gehörigen Wilde sagt man dafür Ein-fahren; 2) vom Federwild, sich auf der Erde od.auf Bäume niederlaffen.

Einfällen, 1) der Schiffsseiten, des Vorstevensd. h. die Neigung der betr. Schiffstheile in ihremüber Wasser befindlichen Verlauf nach der Mittedes Schiffes zn, so daß die größte Breite, bezw.die Länge zwischen den Steven, im Oberdeck ge-ringer wird als in der oberen Wasserlinie. Beiden alten Kriegsschiffen waren die Seiten beträcht-lich einfallend, theilweise um das Gewicht der Ge-schütze mehr nach der Mitte hinzubringen, haupt-sächlich aber wol mit Rücksicht auf die damaligeTaktik des Enterns, damit das Deck von demfeindlichen Schisse aus noch schwer erreichbar bleibe,wenn schon im Wasser beide Schiffskörper sich be-rührten. Man ging in diesem Bestreben so weit,daß die Schiffe alle Stabiliät verloren u. mehrere

Einfuhr.

schon bei geringer Neigung kenterten. Gegenwär-tig wendet man auch noch ein, wenn auch nurgeringes E. der Seiten an; es hat dies praktischeVortheile, insofern die gerade an der oberen Schiffs-wand befindlichen verschiedenen u. zahlreichen Ar-matnrstücke dadurch besser vor Beschädigung undCollision geschützt werden; es gibt aber auch demOberschiff eine elegantere Form und macht unterUmständen die Bewegungen des Schiffes in Seeangenehmer. Das E. des Vorstevens ist neueren sDatums; es ist bei den meisten (namentlich den iReedschen) Panzerschiffen aus der VerbindungRammsporns mit dem modernen Schiffskörperhervorgegangen, läßt jedoch bei Seegang mehrWasser über das Vordertheil des Schiffes kommen,als dies bei ausfallendem Bug möglich ist n. istdaher, wo nicht der spezielle Zweck des Nammensversiegt, unvortheilhaft. 2) Des Windes in dieSegel, entweder bei Plötzlich sich erhebendem Winde,od.beiDrehung des Fahrzeuges bezw. der Segel. Fest-

Einfallcn(od.Fallen)derSchichten(Geogn.),die Neigung von Gesteinsschichten, welche nichthorizontal liegen, also unter andere Gesteinsmassenhinnntergehen, gegen die Horizontalebene des be-treffenden Ortes. Die Größe des E-s (Fallwinkel)ist gleich dem Neigungswinkel der einfallendenSchichtgegen die Horizontalebene. Die Richtung des E-sfFalllinie) ist durch eine Linie gegeben, welche in sder Ebene der Schicht senkrecht zur Schnittlinie !mit der Horizontalebene gezogen wird; die Him- Imelsrichtung der Falllinie läßt sich mittels einer ,Bonssole bestimmen. Vgl. Schichtenlage. l

Einfallsebene, Einfallsloth,.Einfallswin- !kel eines Lichtstrahls, s. u. Licht. i

Einfallswinkel, der Winkel, den der letzte Theildes absteigenden Astes der Flugbahn eines Ge- ?schosses mit dem Horizont bildet, s. u. Schießen. ^

Einfassung (Schriftg.), Linien, Röschen, Blu- !men u. andere Verzierungen, die zur E. von Ge-dichten, Umschlägen von Büchern u. Broschüren,Titeln rc. gebraucht werden.

Einsisch-Thal, s. Anniviers, Val d'.

Einfriedigungen, s. Eisenbahnbau.

Einfrüchtige Pflanzen, auch monocarpische od.haplocarpische Pflanzen genannt, sind Pflanzen,welche nur einmal zur Blüthe kommen u. dann ab-sterben. Dahin gehören die einjährigen, zweijäh-rigen u. mehrjährigen Pflanzen.

Einfuhr, die Einbringung der Maaren undHandelsartikel, die ein Volk aus dem Auslandebezieht; im Gegensätze zu Ausfuhr; s. u. Handel.

Sie richtet sich nach dem Zustande der Industrieeines Landes, indem ein solches, dessen Industrienoch in der Kindheit steht, mehr Knnstproducte, einsolches hingegen, das bessere Industrie besitzt, mehrNatnrproducte bedarf. Der Einfuhrzoll (Ein-gangszoll) erscheint je nach seiner Höhe, entwederals Finanzzoll od. als Schutzzoll. Als Schutzzoll soller dazu dienen, die Coucnrrenz des Auslandes zumVortheil der inländischen Producenten fernzuhalten,oder wenigstens die Products des Auslandes sosehr verthenern, daß die minder entwickelte In-dustrie des Inlandes znjsconcnrriren vermag. Inelfterem Falle, wo die Höhe des Zolles einem Ein-fuhr Verbote gleichbedeutend ist, nennt man diegeforderte Abgabe auch Prohibitivzoll. E-verbote