Eikas — Eimeo.
85
Von 1835 an restaurirte E. viele Gemälde derMllnchener Pinakothek. Er erfand auch einen bisjetzt unübertroffenen Conservationsfirniß, dessenHaupteigenschasten wohlthuender Glanz u. herme-tisches Abschließen sind. Seine größeren Restau-rationsarbeiten sind die Herstellung der Wandge-mälde von Mascana in Hellabrunn bei Salzburg,des Holbeinschen Abendmahls in Basel, der So-lothurner Madonna des jüngeren Holbein, derburgundischen Fahnen in Basel, der Wandbilderim Schlosse Herrenhausen u. in der Kunsthalle zuKarlsruhe. Er starb 18. Nov. 1870; in seinemRestaurationsatelier folgten ihm seine Schüler Ed.von Huber, sein Nachfolger als Conservator derAugsburger Galerie, u. A. Sesar. Regnet.»
Eikas (gr.), 1) die Zahl zwanzig; 2) der 20.Tag des Monats; daher Mehrzahl Eikades, dasFest, welches die Epikureer (daher Eikadistai) zumAndenken Epikurs am 20. des Gameliou feierten.
Eiknospcn, s. u. Ei.
Eikoste (gr. Ant.), das Zwanzigstel, einHafenzoll, welchen die Athener seit 415 v. Chr.von der Einfuhr zur See anstatt der bisheri-gen Tribute der Verbündeten erhoben, welche diedirekten Abgaben nicht mehr bezahlen konntenod. wollten. Dieser Zoll war an die Eikostologoiverpachtet.
Eilau, Stadt, so v. w. Eylau.
Eilbeck, Ort im Gebiete der Freien u. Hanse-stadt Hamburg, auf der linken Msterseite im Geest-lande; 1872: 4275 Ew.
Eileithyia (Eleutho, Jlithyia, bei den RömernLucina), Tochter des Zeus u. der Hera, Vorstehe-rin der Geburten u. Linderin der Wehen; Homernennt mehrere Eileithyien als Gebnrtsgöttinnenu. Töchter des Zeus u. der Hera. Auch Hera u.Artemis heißen Eileithyien, bei der Geburt helfendeGöttinnen. Der Cultus der E. kam von den Hy-perboreern nach Kreta u. Delos u. von da in dasübrige Griechenland. Abgebildet wurde sie mitGeschoß. Am Himmel ist ihr der Mond heilig,auf der Erde die Kuh.
Eilenburg, Stadt im Kr. Delitzsch des preuß.Regbez. Merseburg, an der Mulde, Station derHalle-Sorau-Gubener Eisenbahn; Volksbank,Kreis-gericht, höhere Bürgerschule, höhere Töchterschule;zahlreiche Fabriken für Tuch, Baumwollenzeuge,Chemikalien, Tabak und Maschinen, Bleichereien,Färbereien, Zeugdruckereicn, Formstechereien, großeSchlosser-, Schmiede- u. Tischlerwerkstätten, Korb-flechtereien, Bierbrauereien, Hopfenbau, Vieh- u.Flachsmärkte; 1875: 10,312 Ew. E. ist Geburts-ort des Dichters M. Rinckart u. des Liedercom-ponisten Franz Abt. 3 üm nordwestl. von E. dasEisenwerk Erwinhof. — E., das sehr alt ist u.früher Mildenau geheißen haben soll, erhielt wahr-scheinlich seinen heutigen Namen von der BurgJlburg, die schon unter Heinrich I. als Grenzfestegenannt wird. Urkundlich kommt es indeß erst961 vor, wo es schon Stadt u. Sitz eines Grafenwar. Seit 1156 hatte E. gleiche Schicksale mitdem Osterlande, kam 1184 an Meißen u. 1370an Böhmen. Von Andreas von Duba, dem esKönig Wenzel zu Lehn gegeben hatte, wurde esau Volkhard von Kolditz u. von dessen Söhnen1394 an die Markgrafen von Meißen verkauft.
Im Januar 1637 siegte bei E. Baner in einemTreffen. 1815 kam es an Preußen. H- Berns.
Eilendorf, Kirchdorf im preuß. Landkreise u.Regbez. Aachen; Galmei- u. Bleigruben; 1875:3627 Ew. In unmittelbarer Nähe Atsch mit Glas-hütte, Bleihütte, Eisenhüttenwerk u. Fabrikationvon feuerfesten Steinen.
Eikers, Gerd, Pädagog, eines Bauern Sohn,geb. in Grabstede im Großherzogth. Oldenburgim I. 1790; studirte in Heidelberg u. GöttingenTheologie, wurde 1819 Direktor des Gymnasiumszu Kreuznach, infolge seiner Tüchtigkeit 1833 Schul-rath in Koblenz und 1840 von Eichhorn in dasCultusministerium berufen. Bekanntlich machte sichdas Eichhornsche Ministerium durch seine schroffe,orthodoxe Haltung äußerst verhaßt, u. da E. alsdie rechte Hand des Ministers galt u. diesem un-entbehrlich war, so traf ihn dieser Haß in erhöh-tem Grade. Nach Eichhorns Sturze 1848 mußteauch E. gehen; er gründete daS Jahr darauf eineErziehungsanstalt zu Freyimfelde bei Halle, dieer aber wieder aufgab. Später schrieb er eineSelbstbiographie: Meine Wanderung durchs Le-ben, 6 Bde., Lpz. 1856—61, in der er sich gegendie erhobenen Anschuldigungen zu rechtfertigensuchte. Er gibt darin interessante Beiträge zurCharakteristik hervorragender Persönlichkeiten undzur Kenntniß des Unterrichtswesens, der kirchlichenund politischen Zustände Preußens in der erstenHälfte des 19. Jahrh. Von ihm auch: Zur Be-urtheilung des Ministeriums Eichhorn, Berl. 1849;Beobachtungen und Urtheile E. L. v. Afters überdie politischen, kirchlichen u. pädagogischen Partei-bewegungen unseres Jahrhunderts, Saarbr. 1858bis 1859, 2 Bde. Er st. zu Saarbrücken 4. Mai1863. Stötzner.
Eilpe, Kirchdorf im Kreise Hagen des preuß.Regbez. Arnsberg, an der Volme; große Eisen-und Stahlhammerwerke, Eisengießerei, Messer-,Schloß- u. Papierfabrik; 1871: 2635 Ew.
Eilsen (Eilzen), Badeort im schaumburg-lippe-schen Amte Bückeburg u. Arensburg, an der Aueu. am Fuße des Harrlberges, 6 km südö'stl. vonBllckeburg, 89 m ü. d. M.; 400 Ew. E. hat 9erdig-salinische Schwefelquellen mit einer Tempe-ratur von -l- 9,5 bis -l- 10° R, von denen derGeorgen-, Julianen-, Augen- u. Neuwiesenbrun-nen benutzt werden. Diese 4 Hauptbrunuen ent-halten Gips, kieselsaures Natron, Chlorcalcium,schwefelsaure Magnesia u. doppeltkohlensaures Eisen-oxydul; dabei Schwefelwasserstoffgas, Kohlensäure,Kohlenwasserstoffgas u. Sauerstoff. Das Wasserwird zum Trinken u. Baden, die Gase zu Inha-lationen, der Mineralschlamin zu Schlammbädernbenutzt; letztere besonders, die hier in E. zuerst inDeutschland angewandt worden sind, haben diesenBadeort in Aufnahme gebracht. E. besitzt aucheine Molkenanstalt. Vgl. Lindinger, E. u. seineHeilquellen, Bllckeb. 1859; Klencke, Taschenbuchfür Badereiseude u. Kurgäste, Lpz. 1875.
Eimak, so v. w. Aimak 2).
Eimbcck, Stadt, so v. w. Einbeck.
Eimeo (Moorea), Insel, zur Gruppe der Ge-sellschasts- oder Societäts-Inseln gehörig, etwa24 üm westl. von Tahiti, steht unter französischerOberhoheit. Die Insel ist gebirgig, voll hoher.