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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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Eifeler Kalk -

Aufnahme der Kohlensäure in den tieferen Schich-ten der Erdrinde bedingt ist, sind in der E. außer-ordentlich zahlreich u. in der Lascher Seegegendhat fast jedes Dorf seinen Sauerbrunnen. Be-sonders reich an derartigen Quellen ist das Brohl-thal mit feinen Seitenthälchen. Der Heilbrunnenin der Nähe der Schweppcnburg ist wol der anSalzen reichste Brunnen des Laacher Seegebietes,wie er überhaupt zu den salzreichsten Quellen ge-hört; sein Wasser enthält in 1000 Theilen anMineralstoffen S32 Th., darunter 19,jg kohlen-sanres Natron, 3,os schwefelsaures Natron, 16,«gKochsalz, 10,gg kohlensaure Magnesia. Andere her-vorragende Quellen sind diejenige von Tönnisstein,der Apollinarisbrunnen im Ahrthale, der Brndel-dreis bei Birresborn u. a. Zahlreiche Sauer-quellen brechen auf der NOSeite des Kesselthalcsvon Wehr, dem sog. Wehrer Bruch hervor undhaben bedeutende Massen von Eisenocher abgesetzt,welcher als Farbematerial gewonnen wird. G.Bischof veranschlagt die Gesammtmenge der Kohlen-säure, welche im Laacher Seegebiet jährlich dem! Erdboden entströmt, auf 109^ Mill. IrA. DieZeit der Basalt-, Phonolith-, u. Trachytausbrüchefällt in das Tertiär, während die eigentlich vul-canischen Ergüsse, Schlacken, Laven u. Tuffe, vondem oberen Oligocän der Tertiärzeit bis in dieZeit des Lößabsatzes hineinreichen. Ob der Menschi Zeuge der Vulcanthätigkeit in der E. gewesen ist,hat bis jetzt nicht erwiesen werden können, sovieldürste jedoch mit großer Gewißheit anzunehmcnsein, daß in historischer Zeit keine Ausbrüche er-folgt sind. Eine Stelle in Tacitns (Lnnal. XIII,eap. 57), in welcher von einem aus der Erde her-vorbrechendcn Feuer im Laude der Juhonen die! Rede ist, kann, wi?Nöggerath nachwics, nicht auf> einen Vulcanausbruch in der E. bezogen werden,s Führer für die E. sind: v. Dechen, GeognostischerFührer zu der Vulcanrcihe der Vorder«E., Bonn! 1861 und Geognostischer Führer zu dem Laacher

See u. seiner vulcanischen Umgebung, Bonn 1864,- sowie Dressel, Geognostisch-geologische Skizze derLaacher Vucangegend, Münster 1871.

1) H. Berns. 2> Lehmann.

Eifeler Kalk, repräsentier die mittlere Abthei-lung des rheinischen Devons; dicht, grau, oft sehrdunkel, reich an Versteinerungen.

Eiferer (Kanualm, griech. Zeloten). Schonzur Zeit der Religionsverfolgung der Juden durchAntiochus IV. von Syrien trat gegenüber denDuldern, die sich ruhig niedermetzeln ließen fürdie Beobachtung des Sabbaths, der Circnmcision! u. für die Weigerung, den Götzen zu opfern, einethatkrästige, revolutionäre Partei auf, welche Ge-walt mit Gewalt vergalt. Mathatia der Hasmo-näer, sich bernsend auf Pinehas, den Eiferer,der für Gott geeifert, als er den Simri, deröffentlich mit der Midianitin Kosbi Unzucht ge-trieben, sammt dieser öffentlich tödtete, stieß einenJuden nieder, der in Modi'en dem Zeus opferte,sowie den Beamten des Königs, der zum Opfernaufgefordert, u. rief Alle, die für das Gesetz eifer-ten, auf, sich nin ihn zu sammeln. Diese Eiferer,wie sie sich nannten, hielten sich für berechtigt, anStelle der ordentlichen Gerichte summarische Justizan denGesetzverletzcrn zu üben, später trat dieseVierers Universal-Conversations-Lcxikon. 6. Allst. '

- Eigenschaft.

Partei wieder auf, als die Römer den Census inJudäa eiuführten und schon vorher viele Gewalt-thätigkeiten verübt, den Tempel in Jerusalem ge-plündert hatten. Da rief Juda aus Galiläa dieauf, die für das Gesetz eiferten, griff die StadtSypharis mit seinen Schaaren an. Diese Eiferer,welche vom Ende der Herodianischen Regierungbis zur Tempelzerstörung durch Titus eine be-deutende Partei bildeten, leisteten den Römern denhartnäckigsten Widerstand. Fürst.

Eiferopfer, eine Art Gottesgericht, welchesnach 4 Mos. 5, 11 ff. bei den Inden gegen einedes Ehebruchs verdächtige, aber nicht überfllhrteFrau angestellt wurde. Der Mann brachte dieFrau mit dem aus Gerstenmehl bestehenden Speis-opfer in den Tempel, wo der Priester sie vor denBrandopseraltar im Vorhofe des Tempels führte;indem er ein Gefäß mit bitterem Fluchwasser(auch Eiferwaffer genannt) in der Hand hielt,entblößte er das Haupt der Frau, legte ihr dasSpeisopfer auf die Hand u. sprach eine Beschwör-ung über sie ans, daß sie, wenn sie schuldig sei,die Wirkungen des bitteren Fluchwaffers empfinden,im Gcgentheil davon frei bleiben würde. Nachdemdie Frau die Beschwörung auf sich genommen u.der Priester die Verwünschungen aus einen Zettelgeschrieben n. dieselben mit Fluchwasser abgewischthatte, nahm er ihr das Speisopfer aus der Hand,zündete eine Handvoll davon auf dem Altäre ann. gab ihr das Fluchwasser zu trinken. War sieschuldig, so schwoll ihr der Bauch, ihre Hüften ver-fielen u. sie ward zum Fluche inmitten des Vol-kes; war sie unschuldig, so schadete ihr der Tranknichts. Der Gebrauch der E. hörte schon vor Zer-störung Jerusalems auf. i--

Eigelb (Eidotter), s. u. Ei.

Eigclstein, eine in rheinischen Städten, welcheursprünglich römische Castelle waren, vorkommendeBezeichnung von Befestigungsthürmen (von^guils,L-iZls herzuleiten, also Adlerstein), so in Köln u.Mainz.

Eigenhltttdcl, im Gegensätze znm Commissions-Handel der aus eigener Initiative und für eigeneRechnung betriebene Handel.

Eigenname, so v. w. Homsn proprium.

Eigenschaft (Attribut), 1) das Merkmal, wel-ches einer Sache od. Person beigelegt wird, sofernsie dadurch von anderen sich unterscheidet u. ihremWesen nach bestimmt wird. Die E-n sind g.)wesentliche (uothwendige), die Einem nicht fehlendürfen, ohne daß er aufhört, das zu sein, was ersein soll, u. zwar constitutive, grundwesentliche,z. B. die Vernünftigkeit des Menschen; u. con-secntive, abgeleitet wesentlich, z. B. die Jrr-thumsfähigkeit, sofern sie aus der Beschränktheitder menschlichen Kräfte folgt; d) außerwesent-liche (zufällige), welche Einem auch fehlen können,ohne daß er deshalb aufhört, zu sein, was er seinsoll, z. B. Schönheit, Gelehrsamkeit; «) eigen-thümliche (E-en im engeren Sinne), welcheEinein ausschließend zukommen, wie die E-en Got-tes (s. u. Gott), z. B. die Allwissenheit; undä) gemeinsame E-en, z. B. das Dasein, eineallen Geschöpfen, Beweglichkeit allen Thieren rc.gemeinsame E. 2) (Rcchtsw.), so v. w. Eigcn-thnm, s. Dominium 2).

?ll. Band.

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