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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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die Eifelvulcane ihrer Mehrzahl nach eine großeÜbereinstimmung in ihrer materiellen Ausbildung.Aus Basalt in seinen verschiedenen Varietäten u.bald in dichter, bald in poröser Laven-Strnctnrbestehen die meisten derselben, seltener bilden Tra-chyt, Phonolith, Lencitophyr und eigenthiimlicheNoseangcsteine ihre Masse. Bei vielen Laven wirdder Gesteinscharakter durch accessorische Gemeng-thcile, welche oft in großer Fülle auftreten (so beiden Lavaströmen des Ettringer Bellerberges), we-sentlich beeinflußt. Theils sind es aus der Tiefeheraufgeführte Mineral- und Gesteinsfraginente,theils aus Schmelzung dieser hervorgegangene Neu-bildungen oder Sublimationsproducte der Lava,theils auch später durch Infiltration wässerigerLösungen entstandene Mineralien. Die Reihe derersteren ist sehr groß und an den verschiedenenPunkten sehr wechselnd; sie erlangen dadurch einbesonderes Interesse, daß sie sowol in den dichtansgebildeten Basalten als in den Laven in glei-cher Weise zerstückelt und znm Theil geschmolzenwurden. In den Laven haben sich ans ihrerSchmelzmasse Quarz, Tridymit, Feldspath, Angst,Titanit, Leucit, Apatit, Nephelin, Glimmer, Mag-netcisen, Melilith und einige andere Mineralienneugebildet. In Fumarolcn finden sich namentlicham Eiterköpfchen in den Wannen Eisenglanz, An-git, Hornblende u. Glimmer. Späterer n. wässe-riger Bildung sind Opal, Aragonit, Kalkspath,Bitterspath, Natrolith u. a., sowie in den Porengebrannter Kalkeinschlüsse Chalkomorphit n. Ett-ringit.

Zu den vulcanischen Producten der E. gehörenauch die verschiedenartigen Tuffe oder vulcanischenAschen, deren Zugehörigkeit zu den einzelnenSchlackenbergen, resp. Basalten u. Trachyten nichtimmer nachgewiesen werden kann. Die Lavatuffe,welche aus zerkleinertem Lavenmaterial bestehen,finden sich häufig in der Nähe der Schlackenberge,besitzen jedoch nur eine geringe Entwickelung.Mächtiger entwickelt ist die Leucittnffablagernngzwischen den Dörfern Bell, Weibern, Kempenich,Engeln u. Wehr; sie bildet den hohen Gänsehals,die Höhe zwischen Rieden n. Weibern, die Hohn-ley, Weichley u. a. Der theils geschichtete, theilsungeschichtete Tuff enthält schneeweiße, meist ge-rundete Lencite (Mehlleucite) u. Fragmente einigerLeucitgestcine. Die über 20 m mächtigen Ablage-rungen werden in zahlreichen Steinbrüchcn abge-baut. Der leicht bearbeitbare Stein (Backofen-stein) umschließt Lavabrocken, Trümmer des Grund-gebirges, Hornblendegesteine, Sanidingesteinc, Oli-vingcsteine, reine Sanidinmassen bis Fanstgröße,stellenweise auch häufig Bimssteine u. Bruchstückefremdartiger Tuffe. Der geschichtete Leucittuff be-steht aus weniger fein zertheiltem Bimsstein undist, wie durch eine Zwischenlage von Löß bei Wei-bern hervorgeht, wenigstens dort jüngerer Ent-stehung. Die größte Verbreitung gewinnen endlicheine Reihe in einander übergehender Tuffe, welcheals Traß, Bimssteintufs, trachylischer oder grauerTuff u. Britz unterschieden werden; Bimssteinstückecharakterisiren diese Schichten n. walten znm Theilvor. Der ungcschich>ete, dem Backenofenstein ähn-liche Traß kommt namentlich im Brohlthale, amLascher See, sowie bei Kruft u. Plaidt in mäch-

tigen Lagern vor u. findet als Wassermörtcl eineausgedehnte Anwendung. Die Bimssteintuffe bil-den fast nur aus Bimssteinen bestehende Lager imTraß. Einer getrennten u. späteren Auswnrfs-Periode müssen die trachytischen Tuffe zugercchnetwerden; sie haben den Laacher See als Centrnmihrer Berbreitnng und sind durch Bomben einesanstehend nicht bekannten Trachytes (Laacher Tra-chyt) ausgezeichnet, sowie die Hanptlagerstätte derdurch ihren Mineralreichthnm berühmten LaacherAuswürflinge. Als jüngste Tuffe erscheinen dieBritzschichten, mehr oder weniger feinsandige, ansKrystall- n. Schicfcrfragmenten bestehende Schich-ten. Die in allen vulcanischen Territorien auf-tretenden Gasexhalationen finden sich auch in der E.(s. Gasquellen). Wasserdampf, Chlorwasserstoffgas,Schwefelwafferstofsgas, schweflige Säure u. a. Gase,haben bei den Lavenergüssen der E-vulcane woleine ebenso große Nolle gespielt wie bei den nochheute thätigen Vnlcanen, doch hörte ihre Ent-wickelung mehr oder minder bald nach dem Erstarrender sie aushauchenden Laven auf. Nur die Kohlen-säure, welche freilich meist in tieferen Erdschichtenu. nur zum geringsten Theil durch Einwirkunggluthflüssiger Lava ans Carbonatgesteine sich ent-wickelt hat, entströmte auch nachher andauernd demErdboden, theils in trockenen Gasquellen, theilsvon Säuerlingen mit emporgebracht. Letzterenamentlich mögen bereits in der Tertiärzeit nachdem Durchbruch von Basalten u. Trachyten ent-standen sein, wenigstens haben sie eine höhereTemperatur u. stammen demgemäß ans größerenTiefen als die nicht mineralischen Quellen n. istdurch die tertiären Ansbrüche die Erdrinde wol biszu größeren Tiefen von Spalten zerklüftet worden,als bei den nachtertiären Lavaergllssen; die er-steren finden sich zahlreich in dem Bulcangebiete derE. zerstreut u. machen sich namentlich La bemerk-lich, wo sie oberflächliche Wasseransammlungen an-treffen u. durch diese in Blasenform hindurch gehenmüssen. Es ist eine im Brohlthale u. am LaacherSeerande gewöhnliche Erscheinung, daß bei derAnlage von Kellern die ausgeworsencn Gruben sichmit Kohlensänregas füllen. Eine gewisse Berühmt-heit hat eine kleine Grube am Nordrande desLaacher Sees als Mofette erlangt. Früher, alsder Secspicgcl noch höher lag, soll das Ausströmenvon Kohlensäure in dieser Grube stärker gewesensein, jetzt läßt sich nur nach nassem Wetter aufdem Boden der Grube eine Schicht von Kohlen-säuregas wahrnehmen und bedecken denselben dieLeichname erstickter Käfer, Frösche, Mäuse n. a.Thiere. Am Rande des Sees bemerkt man ausdem Seeboden bis zu einer Tiefe von 5 in geradeaufsteigende Blasenrcihen von Kohlensäure; an derOstseite des Sees steigen sie so heftig in die Höhe,daß das Wasser zu sieden scheint. AuS größererTiefe vermag das Gas nicht mehr aufzusteigen,weil es den Druck des Wassers nicht überwindenkann. Auch in dem benachbarten Kessclthal vonWehr finden sich zahlreiche Exhalationeu, ebensoim Brohlthale u. «.Orten, überhaupt da, wo dasGrundgebirge ansteht od. nicht weit von der Ober-fläche entfernt ist u. bcs. in tiefen Thalcinschnittcn(Brohlthal). Die Sauerqnellen od. Mineralquellen,deren Gehalt an mineralischen Stoffen durch die