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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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Etfcl.

durchschnitten. Ein großer Theil der Höhen derE. sind kahl, ohne Wald. Der Ackerban ist fastganz ans die Thäler beschränkt; bis zur Höhevon 440 m wird noch Weizen, darüber hinausbis zu 550 in werden nur Hafer n. Kartoffeln an-gebant. Eigcnthümlich sind der E. das Wild- u.Schiffelland; ans diesem wird die Asche des dortwachsenden Haidekrantes, ans jenem der Nasen alsDünger benutzt. Während ans Len höheren Punktenkaum ein Sommermonat ohne Nachtfröste vergeht,gedeihen an den Bergabhängen an der Mosel dievorzüglichsten Moselweine u. werden in dem Thaleder Ahr die bekannten Ahrweine gezogen. ZurRömerzeit war die E. ein gut culrivirtcs Land,von guten Landstraßen (Römerstraßs von Triernach Köln) durchzogen; wahrscheinlich fehlten auchdie Waldungen nicht. Im Mittelalter hatten zahl-reiche Adclsgeschlechter hier ihre Burgen, derenRuinen noch die höchsten Berggipfel zieren. Da-mals schon begann die Verwüstung der Wälder,die bis zur prcnß. Besitznahme fortgesetzt wurde.Seitdem sind große Anstrengungen gemacht wor-den, um neue Wälder anzupflanzcn.

2 ) (Vulkanische Erscheinungen.) Die E. ist indem vom Rhein, der Mosel, der Kyll bis Hillesheimu. dem Ahrthal umschlossenen Theil u. einigen zer-streuten benachbarten Punkten der Schauplatzeiner intensiven vulkanischen Lhätigkeit gewesen.Die Eruptionen, welche in der Tertiärzeit Europadurchwühlten und eine Unzahl von Trachyt-, Ba-salt- n. Phonolithkegcln anfpflanzten, haben hiergleichsam im letzten Paroxismns mit vermehrterHeftigkeit gewüthct n. die lange Periode vulka-nischer Thätigkeit geschlossen. Vom Westerwaldans ziehen sich zahlreiche Basaltknppen in westl.Richtung auf die linke Rheinseite hinüber. Meistsind es dom- oder rllckensörmige Erhebungen,welche das in den Spalten des rheinischen Gran-wackengebirges anfstcigende glühend flüssige Magmabeim Erstarren an der Erdoberfläche bildete.Tuffe, vor und während des Ausbruches ansge-morsen, finden sich nur untergeordnet, n. Schlacken-bildnng verräth sich nur bei einzelnen Basaltendurch ihre Mandelsteinstrnctur. Einer der schön-sten Basaltkegel ist der aus fächerartig gestelltenSänlen zusammengesetzte n. durch Stcinbrnchs-betrieb erschlossene Scheidsberg bei Remagen;andere der Arenbcrg, die Hohe Acht, die Nürburg.Die Basalte, in pctrographischer Hinsicht den Lavenvöllig gleichstehend, bleiben doch dem Gebiete derjüngeren Schlackenberge fern, ebenso die Trachyte(Kellberg). Gleichsam die älteren Ernptionspnnktemit den jüngeren verbindend, tritt im Laacher-See-gebiete ein Kranz von Phonolithen, Lencitophyrenu. Noscanophyren ans. Die vorzüglichsten dieserhomogen ansgcbildeten Vnlcane sind der Olbrück-berg, der Perler Kopf, der Engeler Kopf, derSchorenberg und Burgberg bei Rieden. DieSchlackenvulcane treten zu zwei großen Gruppen,den Vnlcanen der Vordereifel u. denjenigen desLaacher-ScegcbieteS (in letzterem allein 40 anAahl) zusammen, welchen sich die wenigen übrigenisolirten Vorkommnisse anschließen. Zur erstenGruppe, welche von Hillesheim bis Bertrich reicht,gehören der Katzenberg n. Gosberg in der Um-gebung von Hillesheim, die Papenkanl bei Gerol-

stein, der Hohenfels, der Dreiser Weiher, derErrensberg, der Schartberg, der Felsberg, derFirmerich bei Daun, südl. von Dann Las Gemün-dener, Weinselder u. Schalkenmehrener Maar, dasPulver-Maar bei Gillenfeld, der Trautzberg beiBertrich: Hiera» reiht sich noch der Mosenbergbei Manderscheid, der größte der geschichtetenE-vnlcane mit dem Meerfelder Maar. Der zweitenVnlcangruppe, welche um den Laacher-See hernm-liegt, schließt sich, obwol erst in größerer Entfern-ung, der Roderüerg bei Rolandscck an. In derNähe des Laachcr-Sees selbst liegen der Knnks-kopf, Leilenkopf, Herchenberg, Bansenberg, Snlz-bnsch, Hochsimmer, Ettringer, Bellerberg, Forst-üerg, Krusterofen, die Nickenicher Berge, dieje-nigen von Kruft, die Wannengrnppe bei Ochten-dung, der Eamillenberg. Fenerberge in demSinne wie Vesuv n. Ätna sind die eifeler Vnlcanenicht, sie verdanken ihre Entstehung meist einerEruption, selten mehreren, u. haben daher nir-gends imposante Schnttkegel anfgebant. Mehr-fache Ansbrüche haben der Mosenberg und derEttringer Bellcrbcrg (nebst den dazu gehörigenMayener Bergen) gehabt, Loch haben die späterenAusbrüche die früheren Kraterwündc mehr ein-gerissen, als zu ihrem Ausbau beigetragen. Häufigbestehen sie nur ans Schlackenhügcln, ohne er-kennbare Kratcröffnnng, n. die Laven brechm amFuße derselben hervor. Roll- und Wnrfschlackenbilden das Material, ans dem sie bestehen; vul-kanische Asche», Tuffe n. Rapilli sind gewöhnlich ingrößerer Entfernung niedergefallen. Einige, wie derBansenberg n. der Hochsimmer, besitzen jedoch einenäußerst regelmäßigen ringförmigen Schlackenwall,welcher einen cyiinderischen Krater umschließt n.nur an einer Stelle eine Scharte zeigt, durchwelche sich Lavaströme von einer Stunde Längeergossen. Der Krater des Bausenberges hat nurü64 ui im Durchmesser n. seine Wände eine Höhevon 56 in, derjenige des Hochsimmers ist nurwenig größer, dagegen von der ansfließenden Lavain weiterem Umfange zerstört. Der Forstberg,der Ettringer und Mayener Bellerberg besitzenmächtige Ströme, deren poröse Lava (Mühlstein-lava) ein Object ausgedehnter technischer Gewinn-ung zu Hausteinen bildet. Eine der E. besond.eigenthümliche, wenn auch nicht ausschließlicheigene Vnlcanform sind die Maare u. Kesselthäler,mehr oder minder kreisförmige u. trichterartig indas Grundgebirge eingesenkte Vertiefungen, welchebald völlig frei von Schlacken n. Tufswällen, baldvon solchen umgeben n. meist mit Wasser gefülltsind. Der verhältnißmäßig geringe Answnrfvulkanischer Produkte in ihrer Umgebung (Lava-ströme fehlen stets) und das Vorwalten vonTrümmern des Grundgebirges n. ans größerenTiefen stainmenden Gcstcinsboinben in den Ans-wnrssmassen machen es wahrscheinlich, daß sieznm Theil wie Minentrichter durch Explosionhochgespannter Gas- u. Dampsmassen, znm Theildurch Einsturz nnterminirter Theile des Grund-gebirges entstanden sind. Nicht für alle, wie fürden Laacher-See u. den benachbarten Kessel vonWehr, ist die vulkanische Natur endgiltig be-wiesen.

Trotz der großen formellen Verschiedenheit zeigen