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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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Eidcshelfer Eidgenossenschaft, die Schweizerische.

von der busenartigcn Mündung der Eider n. derBucht von Meldorf, im N. von der Bucht vonHusum. 2) Kreis in der prcuß. Prov. SchleswigsHolstein, umfaßt die gleichnam. Halbinsel; 331,4zsisfjlcm (6.z lUM) mit (187',) 17/142 Ew. Erenthält fast nur Marschboden und wird von derLinie Jübeck-Tönning der Allona-Kieler Eisenbahn(16 lern) durchschnitten.

Eidcshclfer, so v. w. Oonsaeramenialos.

Eidesinündigkeit (Nechtsw.), s. u. Alter.

EideSstatt, s. u. Eid.

Eidgenossen, 1) die sich zu gegenseitiger Hilfeeidlich verbunden haben. 2) Die Schweizer; da-her Schweizerische Eidgenossenschaft, dieofsicielle Bezeichnung der schweizer. Bundes-Re-publik. Franzos, corrnmpirt (LuAuonobs) ist derName zn dem der franz. Protestanten (s. Huge-notten) geworden, weil sie ihr Glaubenssystem ausder Schweiz (Genf) hatten.

Eidgenossenschaft, dicSchweizerischc, heißtder Bund aller vereinigten Böllerschaften der sou-veränen Kantone oder Freistaaten, welche in ihrerGesammthcit die Schweiz bilden. Diesen Na-men verdankt sie dem Biindniß, welches die Län-der Schwyz, Uri und Unterwalden 9. Dec. 1315zu gegenseitigem Schutze ihrer Rechte urkundlichin Brunnen auf ewige Zeiten errichteten und be-schworen n. dessen Schriftstück noch im Archiv znSchwyz anfbcwahrt wird. Es mag sein, daß schon8 Jahre früher ein solcher Bundesschwnr auf demSrülli (Decbr. 1307) stattgefundcn hat, wovonaber nur die Tradition vorhanden ist. Als dar-aus Luzern 1332 dieser politischen Bereinigung bci-trat, wurde dieselbe der Bund der 4 Wald-slätten genannt. Nun schlossen sich später 1351Zürich, 1352 Glarus nebst Zug und 1353 auchBern diesem Bündnis) an u. dasselbe wurde derewige Bund der 8 alten Orte geheißen, zumUnterschied von den nachmaligen dreizehn Or-ten, welche im Laufe der Zeit dem Eidgenossen-Bündniß Treue schwuren; es waren dies 1481Solothurn u. Freibnrg, 1501 Basel und SchaffHausen n. 1513 Appenzell. In der Folge gingentheils mit der gcsammten Eidgenossenschaft, theilsmit einzelnen Kantonen verschiedene unabhängigeStaaten und Städte Bündnisse ein, welche mandann die zngewandten Orte nannte. Sie hat-ten auf der Tagsatzung (Depntirten-Kammer) ent-weder Sitz n. Stimme wie die Stadt n. die AbteiSt. Gallen n. wie die Stadt Biel, oder diese Ei-genschaft fehlte ihnen wie den 3 rhätischen Bün-den (Granbünden), dem Wallis, den StädtenNenenbnrg und Genf rc. In den Kriegen mitÖsterreich, Savoyen n. Mailand, namentlich wäh-rend des 15. n. lO.Jahrh., eroberten die Eidgenossennamhafte Ländcrstrichc, welche sie als Untertha-ncnlandcr durch Landvögte od. Statthalter ver-walten ließen. Nachdem im Frieden zn Basel,22. Sept. 1499, die E. sich vom Deutschen Reiche,zu dem sie ohnedem nur mehr in höchst lockeremVerbände gestanden, factisch losgerisscn hatte, wurdedie gänzliche Unabhängigkeit derselben vom Deut-schen Reiche durch den Westfälischen Frieden 1648feierlich anerkannt. Allein durch hcrrschsüchtige Re-g!erung u. Gewaltactc, einerseits der in den Städ-ten n. dem den letzten unterworfenen Lande herr-

schenden Patricier, anderseits des das Landvolk,besonders in den kleinen Kantonen leitenden kathol.Klerus, dann durch mangelhafte Gesetzgebung,Sittenvcrwilücrnug n. Blindheit des Volkes gerietstdie E. in Verfall, und als nach den Spaltungen,welche Religionskriege und Parteiwnth im Landeherbciführtcn, 1797 der General Bonaparte seineersten Proclamationcn erließ u. die welschen Bog-tcien den F-reiheitsbanm am Ufer des Tessin auf-gepflanzt hatten, überdies die Waadtländer dieBerner Herrschaft abgcworfen, ging die alte E.auseinander; es entstand durch mittelbare Ein-mischung des franz. Direktoriums die Helveti-sche Republik. Dis Berfassnng aber, welchedieser gesetzgebende Körper der Schweiz z. Thcilmit Waffengewalt aufgedrnngen hatte und welcheans dem Princip des gemäßigten Einheitsstaatesberuhte, entsprach der alt-eingewnrzeltcn Volksan-schannng so wenig, daß Bonaparte 1803 sich ver-anlaßt sah, Abgeordnete aller schweizer. Kantoneund Parteien nach Paris zu berufen und sic mitder Mediations-Acte, als dem Resultat der Ve-rathnngcn, 19. Febr. 1803 wieder zn entlassen.Ans Theilen der oben genannten Unterthancnlän-Ler gestaltete Bonaparte 6 neue Kantone, Gran-bündeu, St. Gallen, Thurgau, Aargan, Waadt n.Tessin. Ein jeder dieser nunmehrigen NeunzehnKantone regierte nun mit eigenem Gesetz undeigener Obrigkeit, doch unter Centralisirnng derwichtigsten gesammtschwciz. Angelegenheiten. DieserZustand dauerte bis znm Sturze der Napoleoni«scheu Macht. Schon 29. Dec. 1813 hob die Tag-satznng, welche in Zürich versammelt war, dieBermittelnngsacte ans, tonnte sich jedoch über dieGrundzüge einer neuen Bundesverfassung nichteinigen, u. war nahe daran, in völliger Auflösungauseinander zn gehen, als die verbündeten Mächte20. März 1815 auf dem Wiener Congreß denFortbestand der E. anssprachen n. die von Frank-reich entrissenen Länder Wallis, Nenenbnrg undGenf als neue Kantone des nunmehr ans 22 sou-veränen Staaten bestehenden Bundes anerkannten.Zn Zürich wurde darauf 7. Ang. ein neuer Bundes-vertrag von sämmtlichen Kantonen angenommen n.beschworen, welcher 20. Nov. von Österreich, Frank-reich, Rußland, Großbritannien,Preußen n. Portugalnnterzeichnetwurde; zugleich wurde dabei die immer-währendeNentralität, die Unverletzlichkeit ihres Ge-bietes, sowie die Unabhängigkeit von allem fremdemEinfluß gewährleistet. Diese Grnndverfassnngblieb bis 1847 resp. 1848. Confessionelle Wirren,die Aargauer Klosterhändel, die Berufung der Jesui-ten (namentlich nach Luzern, Schwyz n. Freibnrg),sie Bildung von Freischaareu n. a. m. theiltenvamals die Schweiz in 2 feindliche Lager; einTheil der römisch - katholischen Eidgenossen hatteheimlich einen Sonderbnnd gegründet, der inoffenbarem Widerspruche zn ihrem Bundes-Eidestand. Es kam znm Bruch; der Sonderbnnds-krieg inr Oct. u. Nov. 1847 führte rasch die Be-endigung des Feldzuges herbei u. bevor noch dieeuropäischen Großmächte n. der Papst Zeit gefun-den hatten, über die Vermittlerrolle sich zn eini-gen, hatte die kathol. Partei sich bereits ergeben.Der Ausbruch der Februar-Revolutionen von 1848gab allen Regierungen so vollauf im eigenen Lande