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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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Elchengallwespe

letzte Ritter romantischer Dichtung, geb. 10. März1788 auf Schloß Lubowitz bei Ratibor iu Ober-schlesien, wurde streng katholisch erzogen, besuchtedas Magdalenen-Gymnasinm iu Breslau, studirte1805—1808 in Halle und Heidelberg die Rechte,hielt sich daun längere Zelt in Wien auf, uniösterreichischer Staaatsdiener zu werden, trat 1813in Folge des Aufrufes des Königs von Preußen inSchlesien als Freiwilliger in das preußische Heeru. war während des Befreiungskrieges 1813—15Offizier im Lützowschen Corps, dann im 2. rheini-schen Laudwehrregiment. Aus Paris, wohin ermit den Verbündeten gezogen war, kehrte er An-fang 1816 in seine Heimath zurück, verheirathetcsich u. wurde in Breslau Referendar bei der Re-gierung, 1821 Regieruugsrath in Danzig u. 1821Regierungs- u. Oberpräsidialrath in Königsberg;1832 trat er iu Berlin iu das Ministerium fürgeistliche, Unterrichts- u. Mediciualaugelegenheiten,Abtheilung für das katholische Kircheuwesen, undwurde 1811 Geheimer Regieruugsrath. Seit 1811zog sich E. aus dem Staatsdienst zurück, weil erbei seiner streng kathol. Richtung, die ihn schoneinmal 1839 u. 1810 in Conflict mit dem Mini-ster gebracht hatte, immer wieder Anstoß erregte;er lebte abwechselnd iu Danzig bei seiner verhei-ratheten Tochter, ferner ein Jahr iu Wieu, sodannbis 1850 iu Dresden, daun abwechselnd aus seinemGute Sedlnitz in Mähren u. iu Berlin, seit 1857wieder in St. Rochus (bei Neisse) bei seiner Toch-ter, wo er 26. Nov. 1857 st., nachdem ihm seineGattin, Luise geb. v. Larisch, mit welcher er seit1811 vermählt war, schon am 3. Dec. 1855 imTode voraugegaugen war. Nach den Freiheits-kriegen trat E. zuerst als Schriftsteller auf u. zwarerst als Dichter, später als Literarhistoriker undKritiker. Er schloß sich der romantischen Richtungan u. mar einer der Hauptvertreter der Romanti-schen Schule. Er schr. zuerst unter dem Pseudo-nym Florens Gedichte; dann: Ahnung u. Ge-genwart, Roman, 1811 vollendet, 1815 von Fouquö(Nürnberg) herausgeg., ein Werk tiefernst, mitallen Reizen der Romantik ausgestattet, als Grunddes Verfalls Deutschlands die sittliche Verderbtheitder Nation darlegeud; Krieg den Philistern, dra-matischesMärcheu, 1821; Novellen (die bekannteste:Aus dem Leben eines Taugenichts, Bert. 1821),1826, 4. Ausl. 1856, sic enthält Las schöne Lied:Wem Gott will eine Gunst erzeigen, den schickt erin die weite Welt (9. Ausl., Leipzig 1872); fernerdie parodirende Tragödie: Meicrbeths Glück undEnde, 1828; das in der Idee mit Schillers Wal-leusteiu verwandte Trauerspiel: Ezzeliu von Ro-mano, Königsb. 1828; sowie das Trauerspiel: Derletzte Held von Marienburg, 1830; Die Freier,Lustspiel, 1833; Dichter u. ihre Gesellen, eme aupoetischen Charakteren reiche Novelle, Berl. 1831.Um ein präcises Urthcil über E. zu fällen, somüssen wir sagen, daß bei seinen von schöner Lyrikdurchzogenen Romanen u. Novellen alles in Ne-beldnft schwebt n. er die Gestalten u. Charakterenicht fertig zu bringen weiß. Dafür steht E. großals Lyriker da, trotz Eintönigkeit in der Empfind-ungsweise, trotz Enge in der Anschauung. SeineLieder in ihrer duftig-poetischen Färbung u. süßenMelodik bleiben Muster unserer Lyrik. Mehrere

— Eichenkrone.

sind wegen ihrer anspruchslosen Einfachheit, Innig-keit rc. Volkslieder geworden, z. B.: In einemkühlen Grunde, da geht ein Mühlenrad. Seinetraulich anheimelnden Wander- und Waldlicder,seine träumerisch süßen Mondscheinlieder rc. erfassenunser Empfinden. Wie aus einer unsichtbarenWelt ertönen seine musikweichen, rührend-seelenvol-leu Lieder: Auf meines Kindes Tod, die außer inRllckerts Kindestodtenliedern ihres Gleichen iu derganzen deutschen Poesie nicht haben. Seine geistlichenGedichte sind der reine Ausdruck eines christkathol.gläubigen Dichtergemllthes. Sein religiöses Gefühldrängte ihn in den dreißiger Jahren zu energi-schen literarhistorischen Arbeiten, nachdem ihm aus-gefallen war, daß die Literaturgeschichten nur vonProtestanten geschrieben seien. Einer kritischen Ur<theilsrevision im Sinne des modernen Katholicis-mus gelten seine werthvollen Übersetzungen desspanischen Volksbuches Der Graf Lncanor, Berl.1813 u. der geistlichen Schauspiele Calderons, 2Bde., Stnttg. 1816—1853, besonders aber seineWerke: Die Wiederherstellung des Schlosses derdeutschen Ordensritter zu Marienburg, 1811; Überdie religiöse und ethische Bedeutung der neuerenromantischen Poesie iu Deutschland, 1817; Derdeutsche Nomau des 18. Jahrh. in seinem Ver-hältnisse zum Christenthum, 1851, 2. A., Padcrb.1867; Zur Geschichte des Drama, 1851, 2. Ausl.,Paderb. 1867; Geschichte der poetischen LiteraturDeutschlands, 1856, 2 Bde., 3. Ausl. 1867. Inallen diesen Arbeiten verherrlicht er die spanischeDichtung und ihren Nachhall, die Romantik, allesind vom Standpunkte des Katholicismus u. derRomantik geschrieben. Dies ist auch der Fall inden Epopöen Julian, ein den Kampf zwischen Hei-denthum n. Christeuthum besingender Romanzen-cyclus, Leipz. 1853, Robert u. Guiscard, Leipz,1855, aus der frauz. Revolution, Eichendorfsssämmtliche poetische Werke, in 4 Bdn. erschienen,Berlin 1841—43. Eine vollständige Ausgabe er-schien Leipz. 1863—64, 6 Bände, neuer Abdruck1870 mit Biographie. Außerdem ersch. Paderb.1867 in 5 Bdn. Vermischte Schriften, seine kri-tischen, literarischen Arbeiten und seinen Nachlaßumfassend. Beyer.

Eichengalltvespe (LJnips), Art der Jnsekten-Familie der Gallwespen (s. d.), Ordnung derHauptflügler. Dahin: Oz-nips gusrens Ivlii L,erzeugt kugelige Gallen an Eichenblättern. Lz-uixs§a1Ias tünolarias im Orient ruft die zur Ver-fertigung von Tinte benutzten Gallen (levantischeoder Aleppo-Galläpfel, s. Galläpfel) an (jnorensinksetorio. hervor. LJnipo koonnckatrix LU. er-zeugt die den Hopfenähreu ähnlichen Eichen ro-sen. Mau kennt an 90 deutsche E-n. Thomö.

Eichenkrone, Orden der, königlich nieder-ländischer Orden für das Großherzogthum Luxem-burg, am 29. Dec. 1841 von Wilhelm II. alsBelohnung für Civil-u. Militärverdienst gestiftet;kann in besond. Fällen auch an Fremde vergebenwerden. Ordenszeichen: ein 4strahliger silbernerStern, ans dessen Mitte in grün emaillirtem Feldein goldenes unter der königlichen Krone, mitder Devise jo inaintiomlrai (ich werde erhalten)sich befindet. Um die Devise eine Eichenkrone;Band; orangegelb mit 3 dunkelgrünen Streifen.