holzbestand, letzteren mit Bortheil jedoch nur dann,wenn nicht zu viele Reitel rc, übergehalten werden,weil sie eine starke Beschattung nicht erträgt. —Auch zuin Schneide!- n. Kopsholzbetrieb ist sie be-sonders gut geeignet. — In der Niedcrwald-Wirthschaft endlich kommt der E. weitaus die ersteStelle unter allen Holzarten zu. Keine übertrifftsie in der Ausschlagfähigkeit der Stöcke, die sichbei regelmäßigem Betrieb erfahrungsmäßig durchJahrhunderte fast nngeschwächt forterhält; dazukommt ihr kräftiges Wachsthnm als Ausschlagholz,vermöge dessen sie selbst bei kurzem Umtrieb schonwerthvolle Nutzholzstangen, sowie — namentlich imSchalholz — ein vortreffliches Brennmaterial lie-fert, endlich die in der Gerberei noch durch keinSurrogat vollständig ersetzte Lohrinde, derenGewinnung den Eichenschälwaldbetrieb zneiner der vortheilhaftesten Waldwirthschastsartenmacht. Die Umtriebszeit der E. beträgt im ein-fachen Niederwald 20—30, im Schälwald 14—20Jahre. Der Abtrieb (Zurücksetzen auf den Stab),wobei die Stöcke glatt u. dicht über der Erde ge-^ hauen werden müssen, erfolgt bei elfterem meistim Winter, bei letzterem ausschließlich zur Zeitdes Blattansbrnchs, im Mai n. Juni, wo dieRinde am leichtesten „geht", d. h. geschält werdenkann. Letzteres geschieht theils an den noch ste-henden Stangen, theils nach vorherigen Abhiebderselben, mittelst besonderer Instrumente (Lohlöfsel)oder auch nachdem die Rinde geklopft worden, mitder Hand. Ausgedehnte Schälwaldnngen, in de-nen neben der E. auch Hasel, Hainbuche, Kiefern. a. Holzarten (Ranhholz im Gegensatz zumSchälholz) in größerer oder geringerer Menge Vor-kommen, die man aber zu Gunsten jener möglichstzu verdrängen sucht, finden sich namentlich amNeckar, den Main- u. Rheingegenden, im Oden-walde, weniger in NDeutschland, ferner in Frank-reich, Belgien n. a. Zn ihrem Gedeihen ist einmildes Klima erforderlich, auf schwerem u. nassemBoden sind sie nicht am Platze; sonnige Abhängeliefern die beste Rinde. Dem Odenwalde sowieder Gegend nm Siegen eigenthümlich ist der sog.Hackwald- od. Haubergsbetrieb (s. d.) ZurAnlage neuer sowie zur Ausbesserung bestehenderEichenniederwalünngen empfiehlt sich neben derf Saat insbesondere die bereits erwähnte Stummel-Pflanzung. — Vollkommene Schälwaldnngen lieferns bei reinem Eichenbestand, 15—20jährigem Umtriebu. unter günstigen Standortsverhältnissen pr. Hektar! etwa 100 Ctr. Rinde und 50—100 RaummeterHolz. Im Hochwald sind die Erträge je nach' den Umständen sehr verschieden; bei 120—160jähri-gem Umtrieb wird indessen der jährliche Durch-schnittsznwachs — niit Ausschluß der bei der E.etwa vom20. Jahre an sich fortwährend ergeben-den ansehnlichen Durchforstungscrträge — seltenüber den Betrag von 4 Kubikmeter pr. Hektarsteigen. — Don Feinden der E. unter den Jn-secten sind bemerkenswerth der Maikäfer u. dieRaupen des Processions- n. Schwammspinners,welche (neben anderen) die Blätter verzehren; so-dann die im Holze lebenden Larven des Eichen-bockkafers n. a. Außerdem werden die jungenTriebe häufig vom Wilde (Hirsch, Reh, Hass) ver-bissen, was zuweilen Verkrüppelung der ganzen
Pflanze zur Folge hat. Der Werth des Holzeswird öfters durch Frostrisse, Krebs, Kernfäule,Drehwuchs u. a. Krankheiten vermindert. — DasEichenholz ist im Kerne röthlich od. gelbbraun,der aus 8—13 Ringen bestehende Splint weißoder hellgelb. Spec. Gew. (nach Nördlinger),grün 0,gr—1„g, trocken 0,sg—0,gg. Es ist ziem-lich hart, sehr fest, tragkräftig, gegen Witterungs-einflüsse unempfindlich und von außerordentlicherDauerhaftigkeit sowohl unter Wasser als im Bo-den, unter Dach wie im Freien. Es findet daherbei fast allen Holzverbranchenden Gewerben ,dieausgedehnteste Anwendung; in den stärksten Sor-timenten beim Schiffs- u. Mühlenbau (Mühlen-welle): in Blöcken, Pfählen, Balken, Schwellen rc.beim Hoch-, Erd-, Wasser- u. Eiseubahnban; alsSchnittholz, in Bohlen u. Brettern, sowie in klei-neren Abschnitten bei der Möbelfabrikation, zuFässern, Fensterrahmen rc.; als Stangenholz beimWagenbau, in der Ökonomie n. s. w. Im Brenn-werth steht es dem Bnchenholze nm 4—8 pCt.nach. Die von der E. zu gewinnenden Neben-nntzungen wie Lohrinde (s. d.), Eichelmast n. a.haben bereits Erwähnung gefunden.
Die E. war bei vielen Völkern ein heiliger Baumschon wegen ihrer Größe, Höhe, Schönheit u. Stärke.Bei den Griechen (E. v. Dodona) n. Römern warsie dem Jupiter geheiligt. Bei den alten Preußen,Böhmen u. Wenden wurde der Gottesdienst unterE-n gehalten; ebenso bei den Kelten u. den Nord-germanen. Sie war dem Donar heilig, weshalbsie auch im Volksglauben als zauberkräftig u. alszaubcrbannend galt. Ein Eichenkranz ist dasSymbol der Vaterlandsliebe u. Vaterlandstreue,n. wird desbalb auch auf Orden (s. Eisernes Kreuz)angebracht. Die Eichel dient in ihrer plastischenForm als Muster zu mancherlei Zierrathen. Er-wähnenswerthe Monographien über die E-nzncht rc.sind: v. Manteuffel, die E., deren Anzucht, Pflegeund Abnutzung, 1869; Geyer, die Erziehung derE. rc., 1870; Schütz, die Pflege der E., 1870;außerdem der erste Abschnitt in Burckhardts SäenU. Pflanzen. iBotan.) Engler. (Forstwy Wimmeimuer I,.
Eichel (lat. Elans), 1) die Frucht der Eiche;2) der vordere Theil des männliche» Gliedes (s.Genitalien).
Eichelhchcr, s. Heher.
Eichelmaus, so v. w. Gartenschläfer.Eichelpilz ist Bliallus impmlious.
Eichcltripper (Balanitis), ein meist durchÜbertragung von Trippergift auf die Anheftnngs-stelle der Vorhaut an die Eichel entstandener Ka-tarrh, der sich durch Jucken ».Absonderung einereitrigen Flüssigkeit charakterisiert u. nach fleißigenReinigungen u. Baden in einer (2pCt.) Gerbsänrc-lösung schnell heilt. Kunze.
Eichelzucker, s. Qnercit.
Eichen, so v. w. Ei.
Eichen (aichen), 1) Die Bestimmung (Adju-stirung) der Richtigkeit eines Längenmaßes, einesHohlmaßes oder eines Gewichtes nach gesetzlichenNormalmaßen durch die Behörde (Eichamt) nebstAnbringung eines die Nichtigkeit bekundendenZeichens. 2) Die entsprechende Prüfung n. Be-zeichnung von Waagen. 3) S. u. Eichung. Güftler.
Eichendorff, Joseph, Freiherr von, der