Ei.
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mußte nun auch diejenige Zelle (das Keimbläschen)der Bliithenpflanzen, aus welcher nach vorange-gangener Befruchtung sich der Embryo entwickelt,Ei genannt werden; es ist jedoch seit langem dieBezeichnung Ei oder Eichen bei den Bliithenpflanzenfür den Theil des Fruchtblattes gebräuchlich, wel-cher der Träger der Eizelle oder des eigentlichenEies ist (s. Blüthe). Die verschiedene morpholo-gische Auffassung dieses Organs von Seiten derBotaniker, bald als Knospe, bald als Theil desFruchtblattes, hat zur Folge gehabt, daß in denbotanischen Büchern dasselbe Organ bald alsSamenknospe, auch Eiknospe, bald als Eichenbezeichnet wird; im Allgemeinen ist man still-schweigend darin übereingekommen, den alten ein-gebürgerten Namen Eichen (ovnlnm) für das Ganzebestehen zu lassen, während man unter Ei die Ei-zelle selbst versteht, welche auch mehrfach als Keim-bläschen bezeichnet wird. Über die Nomenclatnrder verschiedenen Formen der Eichen und ihrerTheile s. u. Blüthe VIII. 3) (Zool., ovum) derin den Geschlechtsorganen eines weiblichen Thieresentstandene und als Ausgangspunkt eines neuenThieres dienende Zengnngsstoff. Bis unlängstforderte man als nothwcndig zum Begriffe desEies, daß es vor seiner Weiterentwickelung, n. da-mit diese stattfinden könne, von männlichem Samenbefruchtet werde (s. Befruchtung); seit man aberbei Bienen n. anderen Jnsecten eine Jungfern-brut (kurtironvAsnosio) kennen gelernt, muß mansich auf obige Merkmale beschränken. Das Ei ent-wickelt sich in einem besonderen, seiner Bildungdienenden Organe, dem Eierstocke, u. zwar sinddie Eier in allen Thierklassen weiter entwickelte u.besonders ausgebildete Epithelzellen (Hantzellen)des Eierstockes. Sie bilden sich, wie man anSängethier- u. Vogelembryonen leicht constatirenkann, ans der Oberfläche des Eierstockes und ge-langen erst durch höchst eigenthümliche Dnrch-wachsungsprocesse, nebst zahlreichen anderen Epi-thelzellen in das Innere des Eierstockes. Das Eider höheren Thiere n. des Menschen liegt im Eier-stocke eingeschlossen in einem Graasschen Follikel.Dies ist eine kleine (beim Menschen 10—12 mmim Durchmesser haltende) Blase, deren Wand ander Innenseite mit zarten Zellen (dein Follikel-epithel) ausgeklcidet ist. An einer oder an meh-reren Stellen sind diese Zellen zu einem kleinenKeimhllgel (Keimscheibe) angehäuft, n. mitten indiesem Hügel steckt gewöhnlich das Ei. Den übrigenRaum des Follikels süllt eine klare Flüssigkeit,Follikelflüssigkeit. — Bei der Betrachtung desBaues lassen sich die Eier aller Thiere zusam-menfassen, indem alle in ihren wesentlichenTheilen einander gleich sind, so sehr sie auchäußerlich von einander abzuweichen scheinen. Inseiner ersten Anlage ist jedes Ei eine einfacheZelle, mit weickem, körnigem, nicht in eine Hauteingeschlossenen Protoplasma (s. d.), mit Zellkernu. Kernkörperchen. Diese jüngsten E-zellen nenntman Primordial- oder Ür-Eier; ihr Protoplasmaheißt Eidotter od. Hanptdotter. Für Kern u.Kernkörperchen sind die Bezeichnungen Keimbläs-chen, bezüglich Keimflcck im Gebrauche. Da alleinder Hauptvotter den Fnrchnngsproceß (s. Embryo)durchznmachen hat, führt er auch den Namen
Bildnngsdotter. Bereits während seines Aufent-haltes im Eierstock, speciell im Graasschen Follikel,kommen zu dem Primordial-Ei eine Reihe umge-lagerter Bildungen hinzu. Dahin gehören dieD otterhant (Eihaut, beim Säugethier-Ei speciell2onu xoliuoiäu genannt) u. der Nahrungs- oderNebendotter. Sind diese Theile gehörig ausge-bildet, dann haben wir das reise Eierstocks-Eivor uns, welches nunmehr seinen bisherigen Ruhe-platz (den Eisollikel) verläßt, um, wenn nöthig, derBefruchtung entgegen zu gehen. Während die reifenEierstockseier den Geschlechtskanal, Eileiter, pas-siren, erhalten die meisten von ihnen, namentlichdiejenigen, in welchen sich das junge Thier erstaußerhalb des mütterlichen Körpers weiter ent-wickelt, noch eine größere od. geringere Anzahl schütz-ender Hüllen, welche als Eileiterhüllen bezeichnetwerden. — Die Eier des Menschen u. derSäugethiere haben eine starke, glashelle, gleich-artige, von sehr feinen radiär verlaufenden Poren-kanälchen durchzogene 2ona polinoicka, (Eihant).Bei einigen Säugern hat man in ihr eine größereÖffnung, Mikropyle, nachgewiesen; wo sie vor-handen ist, dient sie stets zum Durchtritte derSamenfäden in das Innere des Eies. Der Dotterist eiweißhaltiges Protoplasma; Keimbläschen u.Keimfleck finden sich noch im reifen Ei. Eileiter-hüllenfehlen. — Um das Ei der Vögel richtig zudeuten, muß mau seine Bildung studiren. DasPrimordial-Ei der Vögel ist dem Säugethier-Eivollständig gleich. Aber während der GraafscheFollikel der Säuger Follikelflüssigkeit enthält, bil-det sich hier an deren Stelle ein großer Nahrungs-dotter ans, u. dieser zerfällt wieder in den wei-ßen und den gelben Nahrnngsdotter. Erstererumgibt den Hanptdotter mit dem Keimbläschen;um beide lagert sich der gelbe Nahrungsdotter;das Ganze ist das, was wir im gewöhnlichenLeben den Dotter des Vogeleies zu nennen Pflegen.In diesem finden wir den Hahnentritt; dies istbei dem gelegten, also schon eine Zeit lang be-fruchteten Ei die durch den sog. Fnrchnngsproceßans dem Hanptdotter entstandene Anlage des jungenVogels, der Embryo. Wenn die Dotterkngel desVogeleics, welche also dem reifen Eierstocks-Eientspricht, behufs Legung des Eies durch den oberenTheil des Eileiters wandert, wird sie von demEiweiß umgeben, welches von der Schleimhautdes Eileiters abgesoudert u. in Schichten um dieDotterkugel gelagert wird; endlich umkleidet sichdiese ganze Masse in dem unteren Theile des Ei-leiters mit einer inneren zarten Schalenhautn. einer äußeren porösen Kalkschale. Eiweiß,Schalenhaut u. Kalkschale des Vogeleies sind alsoals Eileiterhüllen zu bezeichnen, während die innereDottermasse dem Graasschen Follikel des Vogelsentspricht. Letzteres ist Lei Reptilien, Amphibien,Fischen n. a. Thieren ebenso der Fall. Zu er-wähnen sind noch die Hagelschnüre ((liralnM) desVogeleies, Fäden, welche von den Polen des Dot-ters nach denen des Eies hinlanfen u. den Dotterin seiner Lage zu halten scheinen. Das Hühner-Ei enthält in seinem Dotter ungefähr 51,§ °/»Wasser, 15,g "/» Vitellin (ein eiweißhaltiger Körper),21,» "/» Palmitin u. Ölern, 8,4 eines phos-phorhaltigen Fettes, der Rest von 3,« "/» vertheilt