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Ehud
Bahn durch seine Kurzen und einfältigen Fragen,die Grundstücke des Christenthums .betreffend; thmfolgte Rossinius durch seine chstnische Übersetzung vonLuthers Katechismus, Riga 1632; zu gleicher Zeit ließStahl für Ehstland sein Hand- u. Hausbuch fürdas Fürstenthnm Ehst- u. Livland, Riga n. Reval1632—38, 3 Bde. (deutsch n. ehstnisch) erscheinenund arbeitete die erste ehstnische Grammatik ans,welche 1637 in Reval heranskam, n. endlich denLaienspiegel, Reval 1641—49, 2 Bde., bestimmtfür Prediger, welche der E. S. nicht mächtig wa-ren. Simon Blankenhagen (Pastor in Reval) gab1642 eine Postille heraus. Die von Stahl ausdem Deutschen übersetzten ehstnischen, seinem Hand-u. Hausbuch eingehängten Lieder waren zum Ge-sänge ganz unbrauchbar; daher vereinigten sichmehrere Prediger (Göseken v. Goldcnbeck, Sale-mann, Breckman und Martin Gylläns), solche inReime und in ein Bersmaß zu bringen, undso erschien 1656 das erste Neval-chstnische Gesang-buch, welches bei allen Kirchen eingeführt wurde.Für den Dorpatischen Dialekt erschien das ersteGesangbuch 1615 von Lanr. Möller, Andr. Vir-ginias n. Marc. Schütz. Ebenso wurde für Kate-chismen gesorgt; 1673 erschien der noch jetzt ge-bräuchliche, freilich nach u. nach mehrfach verän-derte Landes-Katechisnms in Ehstland; 1690 gabPropst Heidrig eine ausführliche Erklärung desLutherischen Katechismus heraus u. 1684 erschiender große Katechismus Luthers. Auch auf dieAusbildung u. Erforschung der Sprache selbst wurdeFleiß verwandt, wie solches die in diesem Jahrh. er-schienenen ehstnische Sprachlehren von Joh. Gutslav(Dorpat 1641), Göseken (Reval 1660) und Joh.Hornung (Riga 1693) beweisen. Gutslav beganndie Übersetzung des Neuen Test, im DorpatischenDialekt u. fast zu gleicher Zeit Göseken im Ne-valschen Dialekt; aber beide Übersetzungen sindverloren gegangen. In Livland wurde die Arbeitaufs Nene begonnen. Nikolaus v. Hardungen,Andr. Virqinius u. Marc. Schütz verfertigten end-lich eine Übersetzung des Neuen Test, im Dorpa-tischen Dialekt, welche 1686 gedruckt erschien, 5.A. 1839; das Neue Test, im Revalschen Dialekterschien zuerst 1715 n. in 4. A. 1816. Nach
1730 wurde das Alte Test, durch Ant. Th. Helleu. Eb. Gutslav übersetzt, und 1739 erschien dieganze Bibel im Revalschen Dialekte, 4. A. 1835.Kirchliche Schriften gaben heraus: 1790 I. G.Schnell, 1796 Erxleben, 1774 Henkel, 1788 Luce,
1731 Heinr. Milde, 1793 Frey, 1796 Lücke,1810 Offe u. 1816 Winkler; Jugendschriften:1795 Masing, 1811 Berg, 1782 n. 1790 Arve-lins, 1778 Hahn, 1783 n. 1804 Willmann, 1807u. 1812 Luce, 1803 Marburg u. 1806 Frey;Gesetzbücher u. Verordnungen: 1804 von Lenz,sowie von Roth, 1805 n. 1816 von O. R. Holtz;Schriften über die Sprache u. deren Kenntuiß v.Th. Helle) herausgeg. von Gutslav 1732; Ehst-nische Sprachlehre von Hupel, Mitan 1780, 1806,1818; Über die Cultur der E. S. von Arvelius1792; Beiträge zur genaueren Kenntniß der E-nS. von Rosenplänter, 1813—32, 20 Hefte; Ehst-nische OriginalblLitcr von Masing, 1816. Außer-dem erschienen eine Zeitschrift von Roth n. Oldekop1806; Gedichte 1717, 1788, 1806, 1807, 1814
— El.
n. 1816; Vermischte Schriften von A. W. Hupel1766 f., Lenz 1807, Schmidt 1826. Mit dem 2.Jahrzehnt des 19. Jahrh. begann ein neuerEifer für die genauere Kenntniß u. für ein re-gelrechtes grammatisches Studium der E. S. DieLiteratur wurde vielseitiger n. umfangreicher; auchnationale Schriftsteller traten auf. Ein Organfür die Ausbildung der E. S. u. Beförderung derEhstnischen Literatur war Rosenplänters Zeitschrift.Nicht minder anregend wirkte die i. I. 1838 zuDorpat gestiftete und noch fo.'tbestehende GelehrteEhstnische Gesellschaft durch ihre Verhandlungen rc.Ausgezeichnete Schriftsteller sind: O. V. Viasing,Knüpffer, Holz, Berg, Schmidt, Willmann undHenning, Graf Mannteuffell, v. Mäks, Fählmannu. Krentzwald iu Werro rc.; bes. haben letztereBeiden die noch im Munde des Volkes umlauf-enden mythischen Gesänge zu sammeln begonnen.Die schönsten derselben schließen sich an Kalew(Kalewa der Finnen, s. Kalewala) an n. wurde»von Krentzwald unter dem Titel Lakorvipoox- (d.i. Sohn des Kalew) znsammengereiht, von Rein-'thal (leider im Ganzen schlecht) übersetzt u. durchdie Ehstnische Gesellschaft in Dorpat in den Ver-handlungen derselben (Bd. 4, Dorp. 1857) pu-blicirt. Vgl. Schotts akadcm. Abhandlung: Dieersten Sagen von K. P., Berlan 1863. Schonvorher hatte Ncns die Volkslieder (Reval 1850,Dorp. 1853) u. derselbe mit Krentzwald, Mythischeund magische Lieder der Ehsten (Petersb. 1854)veröffentlicht. Sagen, Märchen, Rathsel u. Sprüch-wörter werden gegenwärtig gesammelt. Einehervorragende heutige Dichterin in ehstn. Zungeist Lydia Michelson, geb. Jannsen. Ein Verzeichnißder gedruckten Bücher gab Jürgenson in Xirjaicnlutaja, Dorp. 1840, sowie in regelmäßigenÜbersichten das in Riga seit 1836 erscheinendeWochenblatt Inland. Schott.»
Ehud, Richter in Israel, welcher den Moabi-terkönig Eglon erschlug u. die Jsraliten von demJoche der Moabiter befreite (Richter, Cap. Z,Vers 12—30).
Ei, 1) (Bot.) ist streng genommen die weiblicheZengnngszelle, welche nach vorangegangenem Cont-act mit einem Theil des Inhalts der männlichenZeugungszelle (Spermatozoiden), oder nur mitder Wandung derselben sich theilt und zu einerneuen Pflanze answächst. Solche Eizellen fin-den wir schon bei Algen u. Pilzen, bei denVau-cherieen, Saprolegniaceen u. Peronosporeen, fernerbei den Fucaceen, wo mehrere (8) Eizellen (Oosphä-ren) lange Zeit nur protoplasmatisch u. ohne Mem-bran, in einem Behälter, dem Oogoninm, bleiben,bei ihrem Austritt aus demselben aber nach erfolgtemContactmit den Spermatozoiden sich weiter theilen;ebenso ist eine Eizelle deutlich bei den Charen(Armlenchtergewächsen) wahrznnehmen. Auch inden Archegonien, den weiblichen Organen der Moose,Farne, Schachtelhalme, Wasserfarne n. Bärlappeist das Ei oder die Eizelle der wesentlichste Be-standtheil, zu welchem die Spermatozoiden Vor-dringen, um dieselbe zu befruchten; die darauffolgende, mit der Bildung einer Querwand be-ginnende Theilung des Eies ist der Anfang derBildung einer neuen Pflanze, des jungen Embryos.Demzufolge u. in Analogie mit dem thierischen Ei