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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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im Badenschen; stndirte seit 1831 in Heidelberg,war 1835—41 Lehrer am Lyceum in Mannheimu. darauf Pfarrverweser in Weinheim n. dannStadtvicar in Karlsruhe, wurde 1845 Professorder Theologie, Universitätsprediger u. Mitdirectordes homiletischen Seminars in Güttingen, hierauch zugleich 1855 Consistorialrath u. 1856 Abtvon Bnrsfelde, 1859 Oberconsistorialrath, ließsich aber 1864 von den Consistorialgeschäften ent-heben und zog sich auch von seiner akademischenThätigkeit zurück. Er gehört zn den liberalerenOffenbarungsgläubigen; sehr.: Theorie des christl.Kultus, Hamb. 1840; Entwickelnngsgeschichte derMenschheit, Heidelb. 1845; Zeugnisse aus demakadein. Gottesdienste in Göttingen, Gott. 1849bis 1852, 2 Samml.; Zur Gesch. des Katechis-mus, ebd. 1857; Die praktische Theologie, ebd.1859 (unvollendet); und gab heraus: Aus demNachlaß von E. F. Fink, Heidelb. 1866.

Ehrenfricdersdorf, Bergstadt in der Amts-hauptmannsch. Annaberg des kgl. sächs. Regbez.Zwickau, am Röhrgraben u. Sanberg in öder Ge-birgsgegend (das Elend); Volksbank, Gerichtsamt,Klöppelschule, Fabrikation von Band, Posamentier-u. Schnhwaarcn, Spitzenklöppelei, Baumwollen-spinnerei, Bergbau auf Zinn, Arsenik u. Schwefel-kies; 3182 Ew. In der Nähe im Freiwalde derGreisenstein, eine merkwürdige, einer Burgruineähnliche Gruppe von 6 Granitfelsen, von denender höchste 730 m hoch ist (n. d. M.) und eineherrliche Aussicht gewährt. Der Bergbau ausZinn blühte schon um 1377, wo E. den Herrenvon Waldenburg-Wolkenstein gehörte, die es 1443an den Kurfürsten Friedrich von Sachsen verkauften.1528, 1705, 1802 und 1866 wurde E. durchgroße Fenersbrllnste verheert. H- Berns.

Ehrengericht (llllä1oinmlieroienm,ll.sgugstrs.Ehrentafel), privilegirtes Gericht, vor welchem dieEhrensachen adeliger Personen untersucht u.entschieden werden sollen, namentlich um leicht-fertige Duelle zu verhindern. Die Art dieser Ge-richte, welche von den Rittern durch Verträge er-richtet u. von den Landesherren bestätigt wurden,welche ihr eigenes Ehrenrecht u. einen befand.Ehrenrichter (Ehrenmarschall) hatten, vor wel-chem der, welcher vor diesem Gerichte gerichtetsein wollte, seine Schilde und Ahnen beweisenmußte, u. die man bes. in Österreich, Schlesienu. den Lausitzen fand, haben jetzt anfgehört, u.es sind nur die geblieben, welche durch besonderelandesherrliche Gesetze errichtet vd. angcordnct sind.

Ehrengerichte bestehen in den meisten Heerenzu dem Zwecke, die gemeinsame Ehre des Offizier-standes, sowie die des einzelnen Offiziers zuwahren u. gegen diejenigen Mitglieder, deren Be-nehmen dem richtigen Ehrgefühl oder den Ver-hältnissen des Offizierstandes nicht entspricht, ein-zuschreiten. Im deutschen Heere bildet das Offi-ziercorps eines Regiments, selbständigen Ba-taillons u. s. w. das E.; mit der Führung derUntersuchung der zur ehrengerichtlichen Aburtheil-ung überwiesenen Fälle ist der Ehrenrath, deralljährlich ans der Mitte des Offiziercorps ge-wählt wird, beauftragt. Ehrengerichtliche Erkennt-nisse können nur auf Freisprechung, Warnung,schlichten Abschied oder Entfernung ans dem Of°PlererL Universal-Conversations-Lexikon. 6. Autl. r?

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fizierstande lauten u. unterliegen der königlichenBestätigung. Jedem Offizier steht das Recht zu,zum Schutze seiner Ehre einen ehrengerichtlichenSpruch zn verlangen. Den E-en sind unter,warfen alle Offiziere des activen Dienststandes,der Reserve u. der Landwehr, der Gensdarmerie,sowie die zur Disposition n. mit der Erlaubnißzum Tragen der Uniform verabschiedeten Offiziere.Bei Streitigkeiten u. Beleidigungen zwischen Of-fizieren hat der Ehrenrath die Vermittelung znübernehmen u. im Falle eines Dnelles diesembeiznwohnen. E-e bestehen auch für den Ad-vocatenstande als Disciplinargerichte. Auf Uni-versitäten, wo früher nur die BurschenschaftE-e hatte, sind die Ehrengerichte in neuester Zeitallgemeiner n. hier u. da sogar gesetzlich gemachtworden. Ihre Bestimmung ist, bei contrahirtenDuellen Aussöhnung der Parteien zn versuchen.

Grotefend. —z.

Ehrenkränkung, s. v. w. Injurie; s. Ehre.

Ehrenlegion (IwAiou ci'ttoimsuv), 1) vonNapoleon noch als Consul 19. Mai 1802 fürMilitär- u. Civilpersonen gestifteter, aber erst 1804ins Leben getretener Orden. Die erste Ordens-vertheilung fand nach weiterer Organisation desOrdens durch Kaiser!. Decret vom 11 . Juli 1804zum Andenken an den Fall der Bastille 14. Juli1804 in dem Jnvalidendom statt. Als Grund-satz war ausgestellt, daß nicht die Stellung fürsich allein des Ordens würdig mache, sondernnur besondere Verdienste u. schon früher erwor-bene Auszeichnungen; gleichwol verband sich aberbald mit der nur durch Verdienste erreichtenhohen Stellung auch ein bestimmter Ordensgrad,n. mit diesem wiederum die Rangerhöhung zuHerzögen, Grasen, Baronen u. Rittern des Kaiser-reiches. Die Decoration war: ein goldener, weißemaillirter Stern von 5 Doppelstrahlen, welcherNapoleons Bild von einem Eichen- n. Lorbeer-kranz umgeben, mit der Umschrift: iölaxolöouKmporeur äeo auf iwr Kehrseite den

französischen Adler mit Blitzen in den Krallen u.die Inschrift: Honneur st xatris, trug. Band:scharlachroth, gewässert. Die E. bestand Anfangsans Großosfizieren, Commandeurs, Offizieren u.aus Legionärs (Llemdrs äs 1a löZion ä'Iuumsur),später Ritter, die das silberne Kreuz an einemeinfachen Bande im Knopfloch trugen. Späterkämen noch Großkreuze dazu. Die E. enthielt16 Cohorten, wovon jede in einem Schlosse oderPalaste irgend eines Staatsgutes ihren Sitz hatte,u. 7 Großosfiziere, 20 Commandanten, 30 Offi-ziere n. 350 Legionäre, mithin 407 Köpfe zählte;ihre Zahl war also anfangs auf 6512 festgesetzt.14 Cohorten wurden von Marschälleu u. 2 vonAdmiralen commandirt, dem ganzen Orden standein Großkanzler vor. Die Einkünfte des Ordens,in Summa 5,265,257 Frs., verwaltete ein Groß-rath, ans Staats- u. Finanzmännern bestehend.Jeder Großosfizier hatte 5000, jeder Commandeur2000 , ein Ösfizier 1000 und ein Legionär 25»Frs. Einkünfte. Außerdem bestand noch ein Er-ziehungsinstitnt für Töchter der Mitglieder derE. in Econen. Nach der Restitution der Bour-bons erhielt der Orden den Charakter eines Ritter-ordens u. die Decoration Heinrichs IV. stall Na-

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