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Ehrenbezeugung
u. Überreste von Infusorien nach: Über die Bild-ung der Kreidefelsen u. des Kreidemergels durchunsichtbare Organismen (Berl. Akad. Abh.), 1838;Fossile Jnsus. u. die lebendige Dammerde, ebd.1838; Pafsatstanb u. Blutregen, ebd. 1847; Überden Grünsand u. seine Erläuterung des organ.Lebens, ebd. 1855; Mikr. Charakter erdiger u.dichter Mineralien, ebd. 1836; Über ein aus fos-silen Infusorien bestehendes, zu Brod gebackenesBergmehl, ebd. 1837; Polirschiefcr von Oran, ausKieselorganismen gebildet, ebd.; Jnsnsorienlager inder Lüneburger Haide, ebd. 1837; Dysodil, ein Pro-duct ausJnfnsorienschalen,ebd.1839; SchwimmendeMauersteine der Alten, cbd.1842. In seinem Haupt-werke: Mikrogeologie, mit 40 Taf., Lcipz. 1854,faßte er die Hauptergebnisse seiner Forschungenzusammen u. lieferte 1856 dazu eine Fortsetzung.Aber auch in der Folge setzte er diese Untersuch-ungen fort n. schr. u. a.: Mächtige Gebirgs-schichten aus mikr. Bacillarien unter n. bei derStadt Mexico, Berl. 1869; Die rothen Erdenals Speise der Guinea-Neger, ebd. 1868; Fels-bildende Bacillarien in Califoruien, ebd. 1870;Fortgesetzte Untersuchungen über das von derAtmosphäre unsichtbar getragene reiche organ.Leben, ebd. 1871, Nachtrag 1872. Seine Samm-lungen wurden (was für ihren großen Werthspricht) 1876 ans Befürwortung der Kgl. Akad. derWissenschaften von dem preußischen Staat erworben.3) Ferdinand v. E., Professor der Architektur u.Privatdocent an der Universität Zürich, geb. 1806in Halle a. d. Saale; st. 1841 in Zürich. Er gabheraus: Zeitschrift für das gesammte Bauwesen,Zür. 1835—41; Baulexikon, Franks, a. M. 1840,3 Hefte; Geometrische Construction, 25 litho-graphische Taf., ebd. 1841. 4) Friedrich E.,
Pseudonym für Gr. Karl Claudius.
1) Löffler.* L) r. s> Regnet.
Ehrenbezeugung, die militärische Begrüßung,auch Honneur genannt, die alle Militärpersonenniederen Grades denen höheren Grades zu erweisenhaben, geschieht durch Anlegen der Hand an die Kopf,bedeckung, durch Stillestehen n. Frontmachen. Ein-zelne Wachposten, ganze Wachen, einzelne mitGewehr versehene Soldaten, sowie auch Truppen-abtheilnngen geben die E. durch Anfassen oderPräsentiren des Gewehres ab; Offiziere, die denSäbel gezogen haben, durch Salntiren. WelcheEhrenbezeugungen den einzelnen militärischenGraden znstehen, ist durch Vorschriften n. Regle-ments bestimmt. In Festungen werden beimPassiren regierender Fürsten oder hochstehenderMilitärpersonen je nach dem Rang derselben eineAnzahl Kanonenschüsse (Salutschüsse) abgegeben. z-
Ehrenbrcitstein, 1) (Thal-E.) Stadt ans demrechten Ufer des Rheins, im preuß. Regbez. Koblenz,der Stadt Koblenz gegenüber, mit dieser durcheine feste Eisenbahnbrücke u. eine Schiffbrücke ver-bunden, Station der rechtsrheinischen Bahn; Han-del u. Schifffahrt; Sauerbrunnen (Thalbrunnen);1871 incl. 2169 Militär 4657 Ew. 3) Unter-halb der Stadt 118 m über den Rhein sich er-hebender Felsen mit starken Befestigungen, diezum Rayon von Koblenz (s. d.) gehören. Obder Felsen schon römische Befestigungen getragenhabe, wie oft angenommen wird, ist nicht er-
— Ehrenfcuchter.
wiesen. Eine Burg E. soll jedoch im 7. Jahrh.n. Chr. bestanden haben. Dieselbe wurde 1153vom Erzbischof Hermann Hillin von Trier neuerbaut und nach seinem Namen Hermannstein,später Helfenstcin genannt; 1481 unter ErzbischofJohann I. von Trier u. seinen Nachfolgern er-weitert u. verstärkt, wurde E. 1632 von Erz-bischof Philipp Christoph den Franzosen einge-räumt, 1637 von den Kaiserlichen durch Hungerzur Übergabe genöthigt u. dem Kurfürsten Fer-dinand von Köln unter der Bedingung über-geben , daß er die Festung an Trier w eder zu-stellte, was aber erst 1650 geschah. Nachdem es1688, 1795,1796, 1797 vergebens von den Fran-zosen blokirt worden, wurde es 1799 nach 14-monatlicher Belagerung durch Hunger zur Über-gabe gezwungen; die Werke wurden 1800 ge-sprengt. Als E. darauf 1815 an Preußen kam,wurde es unter Leitung des JngenieurgeneralsE. L. v. Aster wieder aufgebaut n. mit mäch-tigen Werken versehen. Zu den Befestigungenvon E. gehört der slldl. davon liegende Asterstein.Beide Punkte bieten Aussichten, die man zu denschönsten am Rhein rechnet. Schroot.
Ehrenbürger, ein Bürger, welcher das Bürger-recht (E-recht) als Ehrenrecht u. ohne Verpflicht-ungen erhalten hat.
Ehrenerklärung, die Versicherung, daß manden Werth n. die Ehrenhaftigkeit des Beleidigtenanerkenne E. u. Abbitte (voekarntüo Iionorisst cksproenbio injnrias), die Genngthnnng, welchenach Deutschem Rechte der Beleidigte von demBeleidiger dahin verlangen konnte, daß der Letz-tere in förmlicher Weise zu erklären hatte, er habedurch die dem Anderen zugefllgte Beschimpfung dieEhre desselben nicht beeinträchtigen wollen undnehme dieselbe hiermit zurück. Die Form derAbleistung war nach Particularrechteu sehr ver-schieden bestimmt; meist hatte sie vor Gericht zuerfolgen u. manche ältere Gesetze kannten dabeiverschiedene Schärfungen, wie z. B. knieendeAbbitte, Abbitte vor dem Scharfrichter, vor öf-fentlicher Gemeinde rc. Die neuere Zeit hat in-dessen erkannt, daß wenigstens die Abbitte nichtimmer eine wirklich dem Zweck entsprechende Ge-nngthiiung bietet, weshalb die neueren Strafge-setzgebungen dieselbe nicht mehr ausgenommen u.dafür meist nur das substituirt haben, daß derBeleidigte eine beglaubigte Abschrift des den Be-leidiger verurtheilenden Straferkenntnisses erhältu. bei öffentlichen Beschimpfungen verlangen kann,daß dasselbe auf Kosten des Beleidigers öffentlichbekannt gemacht werde (s. u. Injurie). Dies istauch der Standpunkt des Deutschen Strafgesetz-buches vom 26. Febr. 1876. Grotesend.*
Ehrenfcld, Flecken im preuß. Landkreise u.Regbez. Köln, ein rasch aufblühender Ort in un-mittelbarer Nähe Kölns, Station der RheinischenEisenbahn; Dampfmahlmühlen, Fabrikation vontechnischen Instrumenten u. Chemikalien, Parquet-boden-, Möbel-, Zündhölzchen-, Drahtstiften-,Schnallen-, Firniß-, Glas-, Goldleisten- u. Knochen-mehlfabriken u. m. a.; 1875: 11,534 Ew. (1861nur 1270 Ew).
Ehrenfenchter, Friedrich Ang. Eduard,Theolog, geb. 15. Dec. 1814 zu Leopoldshasen