Ecusson — Edda.
fortan vor Ruhestörungen zu bewahren u. seitdemEastilla an die Spitze der Peruanischen Regierunggetreten war (1855), auch mit dieser die freund-schaftlichen Beziehungen zu unterhalten. Ihmfolgte in der Präsidentschaft 1856 General Fran-cisco Nobles. Dieser schloß Anfang 1857 einBllndniß mit Peru u. Chile gegen etwaige Frei-beuterexpeditionen, deren Theilnehmer von dencontrahirenden Staaten als Seeräuber betrachtetu. behandelt werden sollten. Im Dec. 1856 wurdedie Einführung des franz. Münz-, Maß- u. Ge-wichtssystems dccretirt. Infolge eines Conflictsmit Peru u. da ihn auch seine Truppen verließen,legte Nobles 1859 sein Amt nieder. Die demo-kratische Partei wählte nun den Befehlshaber vonGuayaquil, General Franco zu ihrem Führer, dermit Hilfe Castillas, des Präsidenten von Peru, sichauch anfangs behauptete, bis die ConservativenFlores herbeiriefen, der Franco schlug, in Guaya-quil einzog und es bewirkte, daß der National-convent im Januar 1861 Garem Moreno zumPräsidenten proclamirte und ihn selbst zum Gon-verneur von Guayaquil machte. Moreno hand-habte seitdem Ruhe und Ordnung im Lande u.wirkte für materielle Verbesserungen, namentlichStraßen- u. Hafenbanten. Eine Störung verur-sachte der Verdacht, daß Moreno ein französischesProtectorat beabsichtigt habe, welchen Mosquera,der Präsident von Colombia, benutzte, um E. 15.Aug. 1863 zum Sturze Morenos u. zur Vereini-gung mit der Republik Colombia ansznfordern.Es kam zum Kriege zwischen beiden Staaten; aber'obschon Mosquera die Ecuadorianer unter Flores6. Dec. bei Cuaspud schlug, verzichtete er imFrieden vom 30. Dec. auf seine Absichten. ImI. 1864 bedrohte eine Verschwörung das LebenMorenos, die ebenso wie der Versuch des GeneralsUrbina sich emporzubringen mißlang. Da aberMoreno in dein peruanisch-spanischen Streite denSpaniern Vorschub leistete u. nicht streng neutralblieb, wurde nur mit Mühe ein Krieg mit Peruverhindert. Ain 1. Mai 1865 setzte es Moreuou. seine Partei durch, daß Carrion zum Präsiden-ten u. Moreno zum Gouverneur von Guayaquilernannt wurde. Anfangs fügte sich der neue Prä-sident dem Einflüsse Morenos, später aber handelteer selbständig u. verband sich 1866 mit Peru gegenSpanien. Doch brachen bald wieder Unruhen in:Innern aus, so daß er Dec. 1867 mit seinemMinisterium abdankte u. dem Vicepräsidenten Ar-tet« die Leitung der Staatsgeschäste überließ. Auchder am 13. Jan. 1868 zum Präsidenten erwählte-lavier Espinosa vermochte nicht sich zu halten u.mußte schon Jan. 1869 dem Garcia MorenoWeichen, der mit Hilfe der Klerikalen abermalssich der Herrschaft bemächtigte. Immer wiederstörten aber Revolutionen den Entwickelungsgangder Republik u. 6. August 1875 fiel Moreno, derbis dahin sich in seiner Stellung zu behaupten ge-wußt hatte, als Opfer des Meuchelmordes. Ihmfolgte 9. Febr. 1876 der mit überwiegender Ma-jorität gewählte Präsident Antonio Borreno. Vgl.M. Villaviceucio, OsoArakia äs ka Ropnblica äslküonaäor, New-Iork 1858; G. I. Pritchelt, Lr-plorLlions in Donacior In tbs zwar» 1856 null57 in llonrn. ol tlls Ist LleoAr. Los. Val. XXL.
(1860); M. Holinski, I/Lguatvnr, Paris 1861;Jose M. Semper, Dssazw oobrs ins rsvointionssxolitneas z? In oonäition aooiai äs ins Nspnbli-oas Oolombianas (klispano-^msrioanaa), Paris1861; Petermanns Mittheilungen, Jahrgang 1870bis 1874; Gothaer Almanach, 1870—75. Kolp-.*
Ecusson (fr.), im Mittelalter ein kleines, läng-liches und von der Mitte gegen die Spitzen zustark eingezogenes Reiterschild, Wappenschild.
Ecuyer (fr.), 1) ehemals Schildknappe; 2)Titel Nengeadelter, Ritter; 3) Stallmeister, Be-reiter; daher Grand E., Großstallmeister; 4)Hof-cavalier, welcher einer Dame vom Hofe die Handreicht; 5) L. tranetzanb, Vorschneider, auch Küchen-meister, Truchseß.
Edam, St. im Gerichtsbez. Hoorn der niederstProv. NHolland, unweit des Zuidersees; eine derschönsten und größten Kirchen NHollands, mitsehenswerthen Glasmalereien; außer dieser nochmehrere andere Kirchen, schönes Rathhaus, Börse,Gerbereien, Fischmarkt, Schiffbau; 5152 Ew. (resp.3356). E. ist berühmt wegen des vorzügl. Käses(Edamer Käse), der in der Umgegend verfertigt wird.
Eday (Eda), Insel, zu den Orkney-Inseln od.den Orkaden an der NKüste Schottlands gehörig.
Edda (isländ., d. i. Urgroßmutter), heißt eineSammluna von religiösen und mythologischen,"namentüch die Goiter- u. Heldensage betreffenven'Schriften,"welche denOJn
VwrrfreNs we lwe oemgroßentheils" in Deutschlan
and entstanden, aber Iper
veriqwnnven u. nur noch m „altnordischer" (INänbischer) Sprache vorhanden sind. Es' gibt zweiSammlungen, welche venvcanien E. führen: I. Äst
tere (poetische, Lieder-) E., auch Sämunhar-G.,nach oM islaiioischen Priester Sämnndr hinnFrödi (Sämund d. Gelehrten, 1056—1133), demman ihre Sammlung unrichtig beigelegt hat, ge-nannt. Die einzelnen Stücke sind alliterirendeLieder und nur wenige prosaische Bruchstücke dar-unter. Dem Inhalt nach zerfallen sie nach Einigenin 2, nämlich die Götter- und die Heldensage be-
handelnde, nach Anderen in folgende 3 Theile: X)Götterqeschichten (Asenlehre ) erzählen folgende??^wMi^!MM!ssM^Mschieden geordneteLieder: a) Vasthrudnis-Mäl, erzählt die ReiseOdins unter Gangradrs Gestalt zu dem RiesenVafthrudnir, der für den Weisesten gehalten wurde,u. Beider Wettstreit in der Religionsweisheit; b)Grimnis-Mal, erzählt wie Odin als Grimnirbei dem Könige Geirrödr den Zustand des Him-mels, der Erde u. sein eigenes Wesen offenbart;o) Skirnisför (Skirners Fahrt), erzählt wieSkirnir, Freys Diener, für seinen Gebieter umGerdr freit; ci) Harbards-Liod (HarbardsLied), erzählt wie Thor ans seiner Reise ansOsten zu einein Überfahrtsplatz kommend, sich mitdem Fährmann Harbard (wahrscheinlich Odin, nachAnderen Loki) streitet, der ihn nicht übersetzt; o)Hymis-Qnida, enthält die Sage vom RiesenHymir, welchem Thor und Tyr den Kessel abge-wannen , worin Ägir das Bier für die Götterbraute; k) Ägis-Drecka (der Trunk bei Ägir),od. Loka-Senna (Lokis Streit), od. Loka-Glepsa(Lokis Biß), erzählt wie Loki bei Ägir über Tischdie Äsen lästerte (s. Ägir u. Loki); §) Thryms-Quida od. Hamarsheimt (die Wiedererlang-