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Ecuador.
spanischen Colonicn in SAmerika für unabhängigund bildete als Departaments del Ecuador von1819—30 einen Theil der Föderativ - RepublikColoinbia; als sich aber E. im Mai 1830 als un-abhängige Republik unter der Präsidentschaft desGenerals Juan Jose Flores erklärte, wurde esder Schauplatz des Bürgerkrieges u. der Anarchie.Die Bemühungen des Generals Santander, Prä-sidenten von Neu-Granada, die Parteien zu versöh-nen, scheiterten; ebenso wenig gelang es Don JuanJose Flores die Ordnung wieder herznstellen. Erverband sich mit Bolivia gegen Peru n. beruhigteNeu-Granada durch Abtretung von Buenaventnra.1834 brach unter der Leitung von Vincente No-cafuerte eine Empörung aus: Präsident Floreswurde bei Guayaquil von ihm geschlagen, kämpfteaber späterhin mit mehr Glück gegen ihn u. nahmihn zu Quito gefangen, worauf (im Mai 1835)eine Verständigung zwischen Beiden zn Standekam. Bald darauf stand General Barragan gegenBeide auf, schlug deren General Otamendi, be-schränkte Flores auf Quito n.Rocafuerte anfGnaya-quil, unterlag aber kurz danach gegen Letzteren.Flores versammelte nun einen constituirenden Con-greß von 45 Depntirtcn, der 9. August 1835eröffnet wurde, dem Staat eine neue (1838, 1843,1869 u. s. w. in einigen unwesentlichen Punktenabgeänderte) Verfassung gab und Rocafuerte zumPräsidenten der Executive erhob. E. übernahm21?/s pCt. von den durch die Republik Coloinbiacontrahirten Schulden, ebenso 21^ pCt. von denfür den Unabhängigkcitskampf in London n. Ham-burg gemachten Anleihen, berichtigte die Grenzender Republik u. schloß mit Neu-Granada u. Vene-zuela ein Bündniß zu gemeinsamer Abwehr äußererAngriffe u. zu gegenseitiger Zollsreiheit. Die einstvon Condamine gegründeten Pyramiden wurden
1837 in Gegenwart des Präsidenten wieder aus-gerichtet, ein militärischer Ausstand zn Niobamba
1838 bald überwältigt, und E. fing unter Roca-fuertes Prästdentur an zu gedeihen. Flores folgte
1839 Rocafuerte als Präsident u. im März 1839schon übermittelte er der spanischen Regierung einDecret des Senats u. des Congresses, wonach denspanischen Schiffen Schutz und Ausnahme in dieHäfen der Republik angeboten wurde, woraufSpanien im Nov. 1841 einen förmlichen Friedens-u. Frenndschaftsvertrag mit E. abschloß, dem einHandels- u. Schifffahrtsvertrag, auf Gegenseitig-keit der Bortheile begründet, folgte. Um dendirecten Handel mit Europa zu heben, wurde imDec. 1841 durch ein Gesetz den direct aus Europain die Häfen der Republik einlaufenden Schiffeneine Erleichterung von 5 "/» an allen Tarifsätzengewährt. 1844 wurde zwischen E. u. Nen-Gra-nada ein Vertrag abgeschlossen, nach welchem Neu-Granada die Colombianische Staatsschuld E-s liber-nahm. Inzwischen war Flores 1843 wieder, u.zwar auf 8 Jahre, zum Präsidenten erwählt wor-den, aber in Folge eines in Guayaquil ansge-brochenen Aufstandes, den Rocafuerte leitete, gingFlores nach Unterzeichnung eines Vertrages vom22. Jan. 1845 mit Beibehaltung seiner Würde als6önsrnl en vüsk und gegen Empfangnahme einerSumme von 20,000 Pesos außer Land. Roca-juerte hatte gehofft, daß er nun zum Präsidenten
gewählt werden würde, allein die Wahl fiel aufVicente Roca, einen Farbigen. Im Mai 1846kam es zu einem Kriege mit Neu-Granada, deraber bereits am 29. dess. M. durch den Friedenzn Sts. Rosa de Carchi beendigt wurde. Inzwi-schen machte Flores alle möglichen Versuche, umwieder zur Macht zn gelangen, aber allesammtwurden sie, trotzdem er auch eine Partei im Landefür sich hatte und mit spanischem Geld unterstütztwurde, durch die Dazwischenkunst Frankreichs undEnglands vereitelt. Die Präsidentschaft Rocas hataber das Verdienst namentlich zu den VereinigtenStaaten die freundlichsten Beziehungen hergestellt,mit England einen Vertrag gegen den Sklaven-handel u. mit Belgien einen Handelsvertrag ab-geschlossen zu haben. Als dieselbe 1849 zu Endeging und keine der beiden großen Parteien imCongreß: die an den spanischen Traditionen hän-gende absolutistisch-hierarchische und die einer selb-ständigen volksthümlichen Entwickelung des Staats-wesens huldigende liberale Partei ihren Candi-daten mit zwei Drittel der Stimmen durchbrachte,so blieb die Exekutivgewalt vorläufig in der Handdes Bicepräsidenten Ascasubi. Parteiumtriebe be-unruhigten das Land, bis am 8. Dec. 1850 derNationalconvent in Quito zusammentrat und denCandidaten der klerikalen Partei, Diego Noboa,zum Präsidenten erhob. Eine der ersten Negiernngs-maßregeln desselben war die Zurückberusung derJesuiten und die Aufnahme aller llnznsriedenen,welche Neu-Granada infolge des dort herrschen-den liberalen Systems, gezwungen oder freiwillig,verlassen hatten. Der Nachbarstaat, eine von E.ausgehende Neaction fürchtend, drohte mit Krieg,falls die betreffende Maßregel nicht zurückgezogenu. die Jesuiten nicht des Landes verwiesen würden.Noboa antwortete mit einer Truppensendung andie Grenzen Nen-Granadas. Aber der die Trup-pen befehligende General Urbina benutzte seineAutorität, um selbst den Präsidenten zu stürzen.Im Juli 1851 erklärte eine in Guayaquil zu-sammengetretene Junta den gefangen genommenenPräsidenten für abgesetzt u. Jose Maria Urbinatrat als Diktator u. Präsident an die Spitze desStaates. Die aus dieser Umwälzung hervorge-hende Erbitterung der abgetretenen Partei machtesich General Flores zu Nutze, da ihm Peru un-zweideutig Unterstützung zu leisten versprach, undlandete mir einem Haufen geworbener Freibeuterauf der Insel Pura. Von Urbina ohne großenKampf geschlagen, floh er nach Peru. Ein Con-flict mit diesem Staate war für E. unvermeidlich,da Peru neben der französischen Regierung, welchesich gleichfalls zu Gunsten Noboas in den Streitgemischt hatte, die moralische Schuld an derStörung des Friedens trug. Da indeß Neu-Gra-nada die Forderungen der Regierung von E. nach-drücklich unterstützte, so erklärte sich Peru bereit,Flores n. seine Anhänger des Landes zu verweisen.Ein bei dieser Gelegenheit ansgebrochenes Zercwürfniß mit dem französischen Consnl wurde raschwieder ausgeglichen. Unterdessen hatte der Con-greß zn Quito der Regierungsweise Urbinas seineZustimmung gegeben, die Verfassung von 1843wieder hergestellt u. nach demokratischen Principienrevidirt. Es gelang dem Präsidenten, das Land