Ecuador.
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Hochthäler (Paramos), die mittleren Vergebenen(Mesetas) und einige Gegenden an den Flüssen.Der W. (zwischen den Cordilleren u. dem StillenOcean) ist, wenn auch durch die üppigste Vegeta-tion begünstigt und wohl bewässert, Loch wegenseiner ungesunden Sümpfe u. Wälder wenig be-baut; unfruchtbar sind nur einige Thäler der südl.Ebenen. Prodncte des Mineralreichst Wasch-gold, Silber, Quecksilber, häufiger Eisen, Blei,Zink- u. Kupfererze; des Pflanzenreichs: China-rinde, Cacao, Kasse, Zuckerrohr, S)amswnrzel, Va-nille, Tabak, Tamarinden, Datteln, Baumwolle,Kautschnck, Indigo, Reis, Getreide, Farbe- u. Bau-hölzer, Sassaparilla, Zimmt n. zahlreiche andereArzneipflanzen; des Thierreichs: Rindvieh, Pferde,Maulthiere, Schafe, Lamas, Seidenraupe, Coche-nille, Honig, Wachs, Schildkröten re. An nutzbarenThieren finden sich in den Urwäldern, Hirsche,Tapire, Pekäris n. s. w.; doch ist das Land arman Sängethieren. Ackerbau n. Viehzncht wirdnamentlich in den Hochthälern, bes. in dem vonQuito getrieben, dagegen hat der Bergwerksbetriebin den letzten Jahren sich etwas gehoben. DieBevölkerung betrug nach Villavicencio 18561,108,082 Ew. (ungerechnet 200,000 wilde In-dianer), von denensollcn 601,219 Weiße, 462,400Indianer, 7831 Sieger n. 36,592 Mischlinge sein;nach Wappäus ist die Einwohnerzahl 881,943 ohne150,000 wilde Indianer. Die Creolen E-s geltenals die geistvollsten n. gebildetsten ganz SAmerikas,die (civilisirten)Jndianer, übrigens geistig ans einemsehr niedrigen Standpunkte, gehören meist dem peru-anischen Stamme an, wohnen ans der Hochebene,sind Christen n. sprechen einen Dialekt des Qnichua.Die Indianer des Ostens (NapoS, Canelos, Ca-yapos, Maynas, Omagnas, Jivaros, Angnteros,Orejones, Avijiros, Cvfanes) treiben thcils (infesten Dörfern beisammen wohnend) Ackerbau u.Viehzucht, theils leben sic, als Nomaden, sich vonJagd u. Fischfang nährend, sie sind unabhängigu. Heiden. Politische Eintheilnng in 3 De-partimientos mit 10 Provinzen: 1) Quito mit denProvinzen Pichincha, Jmbabura im N.; Leon n.Chimborazo im S.; Esmeraldas im W. n. derProvincia de Oriente im O.; 2) Assuah mit denProvinzen Cuenca n. Loja; 3) Gnayas mit denKüstenpvovinzcn Gnahaqnil und Manavi. ZuGnayas gehört noch die vulkanische Gruppe derGaläpagos- oder Schildkröteninseln, die aus 5größeren, 6 kleineren u. einer Menge Jnselchen be-stehen u. unbewohnt sind. Hauptstadt des Landes,Sitz der Regierung n. des Congresses rc. ist Quito,76,000Ew. Die Verfassung ans dcmJahre 1845stammend, seitdem aber wiederholt 1852, 1853,1869 rc. abgeändert, ist eine demokratisch republi-kanische; an der Spitze der Negierung steht einauf 4 Jahre gewählter Präsident und laut Ver-fassnngsmodification von 1869 der Minister desInnern als Vicepräsident. Dem Präsidenten stehtein aus den Ministern, dem Vorsitzenden des Ober-zerichts n. einem höheren Geistlichen gebildeter Rathzur Seite; dasMinisterium (des Innern und derauswärtigen Angelegenheiten, der Finanzen, desKrieges und der Marine) ist der gesetzgebendenVolksvertretung, dem Congresse, verantwortlich;dieser zerfällt in 2 Kammern, den Senat (aus
18 Senatoren) u. der Repräsentantenkammer von30 Mitgliedern. Die richterliche Gewalt üben derObergcrichtshof, unter ihm die 3 Distrikts-Ge-richtshöfe u. die Einzelrichter. Adelsvorrechte u.Sklaverei sind inE. abgeschafft. Religion ist dierömisch-katholische; an der Spitze steht ein Erz-bischof (zu Quito), unter ihm 4 Bischöfe (zn Rio-bamba, Cuenca, Guayaquil u. Manavi); von hö-heren Bildnngsanstalten besitzt E. eine Uni-versität (zu Quito), 11 höhere Schulen, 290 Pri-märschnlen. Finanz en (1871),Staatseinnahmen:3,613,536 Piaster, davon 47 Zölle. Staats-schuld: äußere Schuld: 9,390,554 Piaster, dieinnere Schuld: 7,000,000 Piaster. Industriebegreift namentlich Wollen- u. Banmwollenweberei,Hut- u. Mattenflechterei, der Handel ist wegenMangel an Landstraßen und wegen der großenSchwierigkeit des Verkehrs zwischen den Hochebenendoch noch immer im Verhältniß zmn Reichthnmdes Landes unbedeutend und ist fast nur auf denHanpthafcn des Landes, Guayaquil, beschränkt.
^ Einfuhr(Piaster).
Ausfuhr.
1869
2,632,500
3,690,232
1870
4,940,000
4,169,409
1871
7,596,264
?
3,585,592
1874
3,913,536
Die Einfuhr ist seit 1872 nicht mehr angegeben.Es geht aber ans der Aufstellung hervor, daß dieAusfuhr gegen früher fast stationär geblieben,während die Einfuhr gewaltig im Steigen begriffenist. Hanptartikel der Ausfuhr ist Cacao (1874 für2,752,381 Piaster) dann Kaffe (245,014 Piaster),Gummi (213,798 P.), Chinarinde (196,226 P.),Strohhüte (91,200 P.). Die Ausfuhr an Edelme-tallen ist sehr zurückgegangen 1873 für 267,088 P.,während für 1870 noch 1,135,467 P. angegebenwerden. Münzen, Maßen. Gewichte: durch dasGesetz vom 5. Dec. 1856 ist für Münzen, Maßen. Gewichte das französische Decimalsystem ange-nommen worden, wonach für die Münzen derFranc, für das Gewicht und die Maße der Meterdie Einheit bildet, doch ist noch immer der Piasteroder Peso im Umlauf u. zwar gilt 1 Piaster od.Peso Courant — 3 Francs 85 Cent, während derPiaster oder Peso Fuerte (span. Thlr.) — 5 Frc.20 Cent — 4Mk. 33,gPf. ist. Das Wappen derRepublik besteht ans einem ovalen Schilde mitzwei Feldern, von denen das obere eine Sonneenthält, das untere einen Berg, ans dem ein Flußentströmt, der ein Dampfboot trägt. Die Flaggebestand ans drei horizontalen Streifen, himmelblauin der Mitte und weiß zn beiden Seiten. Derhimmelblaue Streifen enthielt oben 10 im Ovalgeordnete Sterne gl. unten das Wappen der Re-publik. In neuester Zeit hat aber E. die altenFarben der früheren Republik Colombia wiederangenommen, nämlich Gelb, Blau u. Roth, hori-zontal laufend. Die bewaffnete Macht besteht imFrieden aus etwa 1500 Mann.
Geschichtliches. E. bildete vor Ankunft derSpanier einen Theil des Jnca-Reiches u. fiel mitdiesem unter spanische Herrschaft. Es gehörte bis1811 zum spanischen Vicekönigreich Neu-Granada,erklärte sich aber in diesem Jahre mit den übrigen
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