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Ueber Wahrscheinlichkeitsrechnung : Vortrag, gehalten im Lese-Verein zu Tarnowitz am 17. Februar 1879
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mit Südfrüchten, Confect und dergleichen handelnden Hausirereine bekannte Erscheinung. Dieselben suchen zumeist ihre Waarenicht durch direkten Verkauf, sondern durch ein Glückspiel in dieHände der Gäste zu bringen. Der Hausirer braucht zu .dem-selben 90 Lottosteine mit den laufenden Nummern von 1 bis 90,welche, nach fder Art des verabredeten Spiels, blindlings vomSpieler gezogen werden. Das einfachste Spiel istgerad oderungerad", welches wohl allgemein als eine Erinnerung derSchulzeit bekannt ist. Der Spieler entscheidet sich vor demZiehen etwa fürgerad". Stimmt die gezogene Nummer hier-mit überein, ist diese also eine gerade Zahl, so hat er gewonnen,im entgegengesetzten Falle verloren. Unter den 90 Nummernsind eben so viele gerade, wie ungerade Zahlen, daher die Aus-sichten aus Gewinn und Verlust einander gleich. Wurde alsoum einen Groschen gespielt, so hätte der Händler dem gewinnen-den Spieler Waare im Werthe von einem Groschen zu über-geben. Da er aber den Geldeinsatz des Spielers in allen Fälleneinzieht, hat er sowohl für diesen, wie ffür den Gewinn, alsoim Ganzen für zwei Groschen dem glücklichen Gewinner Waareauszuhändigen.

Etwas verwickelter ist ein zweites, von Hausirern vielfachgeübtes Spiel. Bei diesem werden aus den vorhandenen 90 Num-mern drei blindlings gezogen; ist die Summe der gezogenendrei Nummern kleiner als 100, so hat der Spieler gewonnen,ist sie gleich oder größer als 100, verloren. Eine nicht ganzeinfache Rechnung, die hier natürlich, wie jede mathematischeEntwicklung, übergangen wird, zeigt, daß man die Zahlen von1 bis 90 genau 24 952 mal zu je dreien so zusammenstellenkann, daß die Summe der combinirten Nummern kleiner als100 ist. Nun lassen sich 90 Nummern überhaupt 117 480malzu je dreien zusammenfassen, und sdaher giebt es 117 480 weniger

(SS0)