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Ueber das Gold : nach Vorträgen, gehalten in Godesberg zum Besten einer höheren Knabenschule und in Bonn zum Besten des Gustav-Adolph-Vereins
Entstehung
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Gold im jüugern Eruptivgestein des Kirnik, in den sedimentärenGesteinen, in den alten krystallmischen Schiefern; alle Eisenkiesejenes Territoriums enthalten eine Spur von Gold, ja selbstfossile Hölzer sind mit feinen Goldkörnern erfüllt. Gleich einemallgegenwärtigen Hauch, einer Aura, durchdriugt das Gold aufseinen Lagerstätten die verschiedensten Gesteine. Auch nachdemdas Edelmetall in die Hand des Menschen übergegangen, be-wahrt es diesen Charakter der Allgegenwart. Mit dem Eiseuist es das verbreitetste unter den Metallen, denn schwerlich ist iuEuropa ein Haus oder eine Hütte so arm, daß nicht ein Strahlvon Gold darin leuchtete. Ein vergoldetes Kreuz oderAmulet, goldener Druck, vergoldeter Schnitt auf Bibel oder Ge-betbuch wird selbst bei großer Armuth kaum irgendwo vermißt.

Wer kennt nicht die schönen Worte unseres Arndt:DerGott der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte!" Gewißaus Eisen und Stahl macht man Schwerter, Gewehre undKanonen, Dinge, welche vorzüglich geeignet sind, Fremdherrschaftzu brechen und ferne zu halten. Gewiß, an das Eisen wirdimmer appellirt werden müssen, wenn die Freiheit und Selbstän-digkeit der Nationen in Gefahr, doch auch das Gold schirmtund schützt die Freiheit. Das erkannte jener römische Diktator,welcher vor 22 Jahrhunderten auf dem Capitol einen goldenenSchatz mit Quadersteinen vermauern ließ. Auch unsere erleuchtetenStaatsmänner erkannten im Golde eine das Reich beschützendeMacht, als sie 60 Millionen Mark Gold im Juliuslhurm zuSpandau niederlegten. Nicht das Eisen allein, sondern auchdas Gold im Juliusthurm beschützt an seinem Theile dasVaterland.

So bewährt sich das Gold als ein großes Gut und einegroße Macht, und nicht ohne Grund haben seit Jahrtausenden

(»SV)