im Besitz von Jacob Fugger (geb. 1459, gest. 1525), und eineder Quellen des unermeßlichen Reichthums des fürstlichen Hauses.Der berühmte Theophrastus Paracelsus wirkte als Fugger'scherHütten-Chemiker zu Lent. Gleich den kärntnerischen Grubenliegen auch die salzburgischen in sehr bedeutender Höhe und zwarder Bau am hohen Goldberg bei Rauns in 2370 Meter, derBau am Nathhausberge bei Gastein in 2086 Meten Auch dieseGoldlagerstätten scheinen schon in vorrömischer Zeit bearbeitetworden und nie ganz zum Erliegen gekommen zu sein. Manwird nicht sehr fehlen, wenn man die jetzige mittlere Jahres-gewinnung Salzburgs an Gold auf 8 Kgr. schätzt, im Werthevon 22,000 Mark.
Während diese alpinischen Goldgruben, zum Therl wenigstens,auch jetzt noch hoffnungsreich sind, bieten Böhmen und die an-grenzenden Länder ein lehrreiches Beispiel einstmals überausreicher, jetzt fast gänzlich erschöpfter Lagerstätten dar. Vom 10.bis zum 15. Jahrhundert nahm Böhmen unter den goldprodu-cirenden Ländern Europa's den ersten Rang ein. Das Edel-metall wurde theils aus dem Schwemmlands oder Seifengebirge,theils durch Grubenbau gewonnen. Der alten böhmischen Gold-distrikte sind es namentlich zwei; zunächst das Gebiet der Süzava.Aatonosnü LürAvs, (Goldführende S.) neunen die Böhmenjenen größten Nebenfluß der Moldau. Zu diesem centralenGoldgebiete gehört auch die altberühmte Bergstadt Eule, derenGoldgruben, nachdem man bis in die neueste Zeit auf Hoffnunggearbeitet, jetzt gänzlich aufgelassen sind. Der andere Gold-distrikt liegt an der oberen Moldau bei Pisek. Diese Stadt isteine Gründung der Goldwäscher, wie der Name „Sand" ver-räth; Bohaty Pisek, „glücklicher Sand". Von hier ziehen sichdie deutlichen Spuren alter Goldwäschereien im Thal desWatawaflusses hinauf bis Bergreichenstein im Böhmerwald, eine