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4) Die Thatsache, daß alle Eigenschaften, wie sie im Lebenslaufeeines Individuums nacheinander oder zugleich miteinander austreten, denNachkommen mehr oder weniger unverändert und erblich übertragen wer-ten, obgleich diese ausnahmslos als ganz einfache Zellen ohne jeglicheSpur der später auftretenden Organe ihr Leben beginnen, wurde bisherals unlösbares Räthsel betrachtet. Darwin's Pangenesis sucht diese Er-scheinung zu erklären in folgender Weise: sie nimmt an, daß alle lebendenTheile eines Organismus beständig kleinste Keime abgeben sollten, welcheden Anstoß zur Bildung neuer Organismen geben könnten, wenn sie inderselben chronologischen und topographischen Reihenfolge aufeinander-stießen, in der sie ausgestreut wurden. Diese Keime sollten sich fernerdurch gegenseitige Anziehung an bestimmten Stellen anhäufen können,so im Ei und in den Samenkörperchen. Und so würde in dem ausdem Ei sich entwickelnden Organismus die Reihenfolge im Auftreten dereinzelnen Organe von vornherein bestimmt sein durch die Affinität jenerKcimchen, da diese sich nur in derselben Reihenfolge unter gleichzeitigerAusbildung zu Organen verbinden könnten, wie die war, in welcher siesich bei dem sich entwickelnden mütterlichen Thier abgelöst hatten. Ganzabgesehen davon, daß dies im Grunde nicht eine Hypothese ist, sondernmehrere, und daß wir keine einzige Thatsache aus der Entwicklung derThiere kennen, welche für sie spräche, ist sie auch nicht einmal im Stande,eine Reihe von Vererbungserscheinungen zu erklären, welche offenbar er-klärt sein müßten, ehe eine solche Hypothese als discutirbar bezeichnetwerden dürfte. Dahin gehört z. B- die Vererbung der Geschlechts-unterschiede durch dieselbe Mutter; diese aber hat doch nur eine Art derEntwicklung durchgemacht und jene supponirten Keimchen können somitauch nur in einer einzigen Reihenfolge sich abgelöst und im Ei abge-lagert haben, d. h. also: alle Nachkommen eines Weibchens müßten nachjener Hypothese auch wieder nur Weibchen werden können. Ebenso weniglmd die Erscheinungen des Generationswechsels oder der Parthenogenesisder Bienen und Wespen durch sie verständlich zu machen.
Ein anderer Versuch, die Erblichkeit zu erklären, betitelt „DiePerigenesis der Plastidule oder die Wellenzcugung der Lebenstheilchen"soll hier nur als Curiosum erwähnt werden; einer ernsthaften Wider-legung bedarf derselbe nicht. Er steht ungefähr auf derselben Basis,wie die Theorie desselben Verfassers von der regelmäßigen Aufeinander-folge geologischer Perioden mit zahlreichen Thieren und ganz ohne solche,sodaß aus den thierreichen Perm ein thierloser Antiperm, auf die Kohleeine Antikohle ohne Thiere und so weiter regelmäßig gefolgt sein sollte.Es ist das von ihm so meisterhaft cultivirte Gebiet der naturwissen-schaftlichen Phantasten.
(StS,