27
welche zunächst die einzelnen Formen auf den drei oben bezeich-nten Wegen verändert und zugleich die früheren Faunenin die späteren übergeführt werden mußten.
Hier nun liegt ein ganzes großes Feld der Forschung offen,doch fast unbebaut zu Füßen, der Arbeiter harrend, welche denjungfräulichen Boden urbar zu machen verstünden. Wem es der-einst zufallen wird? Wir wissen cs nicht. Die Anzeichen mehrensich zwar, als rüsteten sich die Vertreter der reinen Zoologie, eszu erobern, andererseits aber scheinen auch die Physiologen nichtabgeneigt, es zu betreten. Sollte sich in der That zwischendiesen beiden Gruppen von Forschern, die sich bis in die neuesteZeit hinein fast feindselig gegenüberstandeu, ein Kampf um jeneneutrale Zone erheben, so dürften die Elfteren leicht den Kürzerenziehen. Denn der Vortheil der besseren Vorbereitung, wie derreicheren Hülfsmittel zur Bearbeitung einschlägiger Fragen mittelstdes Experiments stünde zweifellos den Physiologen zu Gebote.Wenn auch meine persönlichen Neigungen, oder wenn wir wollen,meine Interessen sich mehr auf die Seite der Zoologen stellten,so würde ich doch unter allen Umständen die Eroberung diesesGebietes auch durch die Physiologen mit der größten Freude be-grüßen; denn der Gewinn ihrer Forschungen käme doch auchwieder der systematischen Zoologie sowohl, als auch ihremgeographischen Zweige zu Gute. Und dann erst würden derThiergeographie die ausreichenden Mittel an die Hand gegebenwerden, damit sie würde, was sie sein soll: eine wissenschaftlicheGeschichte der verschiedenen Faunen unserer Erde jetzt und infrüheren Perioden ihrer Entstehung
kS47)