dation bei Thieren gänzlich zu leugnen. Jndeß sicherlich mitUnrecht; und ich möchte bezweifeln, ob bei der täglich sich meh-renden Zahl gelungener Hybridationsversuche zwischen oft rechtsehr verschiedenen Thieren die Widersacher der DarwinschenTheorie auch setzt noch die Behauptung aufrecht erhalten möch-ten, eine Hybridation sei bei Thieren nicht nachzuweisen. So-viel indessen muß und kann zugegeben werden, daß die durchKreuzung bei Thieren hervorgerufene Variabilität bei weitemnicht so ausgiebig ist, wie bei Pflanzen. In den meisten Fällenentsteht dabei eine Mischung der elterlichen Charaktere, wie z. B.bei den bekannten Schmetterlingshybriden zwischen dem Linden-und dem Pappelschwärmer. Nur selten treten ganz neue Formenauf, wie bei einem Kakaduhybriden, der in den Parkanlageneines Mr. Buxton in England in freier Natur entstanden war;die Eltern hatten einen weißen oder rochen Federbusch, ihreSprößlinge aber orangerothe. Ja, es scheint fast, als ob geradedie Hybriden, welche mitunter in freier Natur auftreten,eine viel größere Plasticität erhielten, als die durch uns mitHausthieren oder in unseren zoologischen Gärten angesiedeltenThieren erzielten Mischlinge. Als Beispiel solcher in der Naturentstehenden Hybriden nenne ich die zahlreichen Varietätenunserer Süßwasserfische, speciell der Weißfische, welche so mannich-kaltig in Gestalt sind, daß der Bestimmer solcher Zwischenformenoft in die bitterste Verlegenheit geräth, wenn er entscheiden soll,ob er diese oder jene Art vor sich habe. Ich berufe mich dabeiaus die Autorität unseres verdienstvollen Zoologen v. Siebold,welcher nicht ansteht eine Anzahl solcher Racen geradezu als Hy-briden zwischen ganz verschiedenen Arten zu bezeichnen.
Die somit nicht länger bestreitbare Möglichkeit, daß auchbei Thieren durch Hybridation neue Formen entstünden oder,was dasselbe ist, daß die Charaktere der alten Species verändertwurden, stellt somit jeder thiergeographischen Untersuchung dieAufgabe, nachzuforschen ob nicht Unterschiede, denen man geneigt