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wir lernen von ihr, daß die Dintenfische im Jura die größteMannigfaltigkeit ihrer Formen aufweisen oder daß einzelne jetztlebende Thierformen, wie die Glasschwämme, die Entenmuschelnunter den Brachiopoden, in wesentlich gleicher Gestalt schon zuden ältesten Zeiten der Bildung unserer Erdrinde existirten.Aber wir erfahren nicht, wie so die eine dieser früheren Faunenals Anfangszustand oder gleichsam als Embryo einer späterenangesprochen werden könnte. Wir erhalten nur die chronologischeAufzählung der verschiedenen Faunen, welche überhaupt einmalauf dem Erdboden existirt haben, ohne daß wir einsehen lernten,ob und warum die eine die Folge der anderen früheren seinmußte?)
Die Ursachen, welche diesem unbefriedigenden Zustand zuGrunde liegen, sind mannigfaltig genug und eine Aufzählungder wichtigsten wird uns dazu verhelfen, die der modernen Thier-geographie gestellten Aufgaben zu sormuliren und damit demeigentlichen Gegenstand unserer Untersuchung nahe zu treten.
In erster Linie ist hervorzuheben, daß unsere Kenntniß vonder Geschichte der Thierwelt, so wie sie sich wirklich abgespielthat, immer sehr lückenhaft bleiben muß; denn die bei weitemgrößte Zahl der früheren Thiere ist spurlos verschwunden. Gunstder Umstände wird wohl in einzelnen Fällen ein reiches Materialund mitunter selbst ein ganz vollständiges der Forschung an dieHand geben, wie dies beispielsweise jetzt in Amerika geschehenist. Die Menge der in den letzten Jahren aus den Süßwasser-schichten der Felsengebirge zu Tage geförderten Formen istgradezu überwältigend und ihre Mannigfaltigkeit erstaunlich imhöchsten Grade; Thiergruppen, wie z. B. Vögel und Reptilien,oder Fische und Amphibien, ja selbst Säugethiere und Reptilienwerden durch neu entdeckte Zwischenformen in so überraschenderWeise mit einander verbunden, daß jeder Darwinianer seinekühnsten Hoffnungen weit übertroffen sieht. Was aber diesenResultaten der amerikanischen Forscher, wie Marsh, Leidy und
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