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erweitert hatte zu einer Geschichtswissenschaft dadurch, daß dieGeschichtsforschung in der zeitlichen Verknüpfung geschichtlicherThatsachen einen Causalzusammenhang aufzufinden versuchte undnachzuweisen vermochte. Das aber ist ja gerade das Wesenwirklich wissenschaftlicher Forschung, daß eine bestimmte endlicheErscheinung auf die beständig wirksamen Ursachen, welche jenehervorriefen, mit Zwang zurückgeführt wird.
Will man also der heutigen Naturgeschichte einen Vorwurfdaraus machen, daß sie Geschichte sei, so wäre er doch nur dannein solcher, wenn jene in dem veralteten Sinne der früherenGeschichte rein chronologisch geordneter Thatsachen behandeltwürde; und es läßt sich allerdings nicht läugnen, daß es nochnicht gar lange her ist, da Zoologie wie Botanik diesen Tadelmehr oder weniger verdienten. Aufspeicherung von Beobachtun-gen ohne Verständniß derselben zu suchen war lange Zeit dieParole für beide. Aber es kann auch mit vollstem Rechte ge-sagt werden, daß mit und durch Darwin diese Registratur uu-begriffener und scheinbar unbegreiflicher Thatsachen sich das ehrendeBeiwort rasch erobert hat, eine echt wissenschaftliche Naturge-schichte zu sein. Denn das Wesen ihrer Forschung besteht sehtund ganz ausschließlich darin, die beobachteten Thatsachen nichtblos erzählend aneinanderzureihen, sondern auch zu erklären, d.h.Ursachen ihres Daseins aufzusuchen und die Gesetze der Wirkungdieser bedingenden Ursachen festzustellen. So betrachtet dieZoologie die Summe aller Thierformen als etwas Gewordenesund sie bemüht sich dies Gewordene begreifen zu lehren. Mankann darüber streiten, ob es wirklich durch die DarwinscheTheorie schon gelungen sei, eine sichere und für die Mehrzahlder Fälle genügende Erklärung zu geben; das aber kann keines-falls bestritten werden, daß sie allein es gewesen ist, welche diestreng wissenschaftliche Aufgabe der Zoologie dahin formulirthat: Die Entstehung der unendlich vielgestalteten Formen der