20
Amazonenstrom entdeckte, doch fand man ihn später auch amJlmensee in Rußland. Seine Farbe rührt von Kupferoxyd her.
Auch der nächste Halbedelstein, der Labrador, ist ein feld-spathartiges Mineral, das aber in seiner chemischen Zusammen-setzung statt des Kalis Kalk und Natron enthält. Auch derLabrador ist ein wesentlicher Gemengtheil einiger Gebirgsarten,und zeichnet sich durch einen wunderschönen Farbenschiller aus,der große Aehnlichkeit hat mit dem Farbenspiel der Augen inden Federn des Pfauenschweifes. Er wurde zuerst im Jahre1775 von den Missionären der deutschen Brüdergemeinde aufder St. Paulsinsel an der Labradorküste entdeckt, wo er sich ingroßen Stücken als Geschiebe findet, wie auch an der nordameri-kanischen Küste von Labrador. Später wurde er auch inRußland gefunden. Anfangs wurde er mit dem labradorisirendenFeldspath verwechselt, aber durch die Untersuchungen von Klap-roth und Gustav Rose ist er wegen seiner Kalkhaltigkeit alseigenthümliches Mineral festgestellt.
Ein bei den Alten sehr hoch geschätzter Stein ist der Lasur-stein. Er kommt außerordentlich selten auch krystallisirt vor,und zwar im tesseralen System als Rhombendodekaeder, gewöhn-lich aber ist er derb. Seine Farbe ist ein prächtiges Dunkelblau,das von ihm den Namen Lasurblau hat. Selten ist er ganzrein, gewöhnlich zeigt er Helle Flecke und Adern, und sehr häufiggoldgelbe Punkte, die, aus Schwefelkies bestehend, ihm zwarein sehr schönes Ansehen geben, sich aber leicht zersetzen undden schönen Stein dann verunzieren.
Die Zahl der in ihm enthaltenen Bestandtheile ist einegroße und seine chemische Zusammensetzung sehr komplizirt.Früher wurde er allein zur Anfertigung der schönen Malerfarbedes Ultramarin verwendet, die aus dem feingeschlemmten Pulverdes Lasursteins bestand. Da diese Farbe jetzt viel billiger künstlich
iSS0)