11
Man findet ihn zwar an nicht wenig Fundorten, doch sind schöneExemplare nicht häufig. In Venedig ahmt man ihn durch einenGlasfluß, der im Innern kleine Kupferkrystalle enthält, nach, unddieser künstliche Avanturin sieht viel brillanter aus, als der na-türliche, dem er jedoch an Härte nachsteht. Man hält das Ver-fahren in Venedig geheim, doch hatte auch die Josephineuhütteauf der Wiener Weltausstellung sehr schönen künstlichen Avanturinausgestellt.
ö. Der Jaspis ist ein feuersteinartiger Quarz, der aberdurch verschiedene Metalloxyde, vorzugsweise Eisen, verschieden-artig und oft aufs Lebhafteste gefärbt ist. Der Stein kommtschon im 2. Buch Moses vor, unter dem Namen Jaschphe alseiner der 12 Edelsteine, mit denen der Schild des Hohenpriestersgeschmückt war. Er tritt in allen möglichen lebhaften Farben,auch gestreift auf, und wird zu allerlei Bijouterien verarbeitet.Der griechische Dichter Onomakritos (500 v. Ehr.) spricht schonvon dem frühlingsarbenen Jaspis, an welchem sich das Herzder Unsterblichen erfreue, wenn man beim Opferbringen diesenStein bei sich trage. „Ihm werden die Wolken seine trockenenFelder befeuchten und Segen spenden."
Eine 3. Gruppe der Halbedelsteine aus der Quarzfamiliefaßt man unter dem Namen
Chalcedone zusammen und versteht darunter diejenigenOuarzvarietäten, welche aus einer dichten, trübdurchscheinendenMasse mit fein splitterigem Bruche bestehen, ein eigcuthümlichsanftes Aussehen, und oft schöne wenn auch matte Farbe haben.Sie sind halbdurchsichtig und undurchsichtig, haben nur geringenGlanz und enthalten immer etwas Thonerde und Eisen. Siebestehen aus einem innigen Gemenge amorpher und krystallini-scher Kieselerde und sind mehr oder weniger porös, weshalb siesich leicht künstlich färben lassen.
Die Chalcedone wurden vielfach von den Alten zu geschnit-
(8SY