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Vollständiges Verzeichnis der von der Firma F. A. Brockhaus in Leipzig seit ihrer Gründung durch Friedrich Arnold Brockhaus im Jahre 1805 bis zu dessen hundertjährigem Geburtstage im Jahre 1872 verlegten Werke : in chronologischer Folge mit biographischen und literarhistorischen Notizen
Entstehung
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1830 .

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Damit. Obgleich sich die Verlagsbuchhandlung an viele namhafte Schriftstellerwandte und für die damalige Zeit sehr hohe Honorare bot, ging das Blattdennoch in seinem Absätze bald sehr stark zurück. Viel dazu trug bei, dass Adf.Müllner in dem Blatte tonangebend geworden war und dasselbe zur Ablagerungfür seine persönlichen Gehässigkeiten benutzte. Namentlich begann er die kri-tischen Feldzüge gegen Friedrich Arnold Brockhaus, die jedoch nicht blos hier,sondern auch in andern Blättern so lebhaft geführt wurden, dass ein eigenerLiterarischer Kriegs-Courier in demLiterarischen Wochenblatt (Bd. 5,Nr. 19, 22, 25, 29, 31, 32) über die verschiedenen Angriffe und VerteidigungenAuskunft erteilen konnte. Die Angriffe Müllners galten besonders dem vonBrockhaus herausgegebenen und persönlich geleiteten Taschenbuche Uraniaund den damit verbundenen Preisaufgaben. (Vgl. S. 28.)

Da das Blatt, trotz der Mitarbeiterschaft Börnes und anderer literarischerCapacitäten, in Weimar nicht gedeihen wollte, kamen die Gebrüder Hoffmannauf den Gedanken, dasselbe Brockbaus anzubieten. Letzterer ging (laut Cessions-urkundc vom 22. März 1820) darauf ein und bereits am 1. Juni, 1820 konntenjene verkünden, dass Friedrich Arnold Brockhaus in Leipzig der alleinigeEigentümer und Herausgeber desLiterarischen Wochenblatt sei, wenngleichder laufende fünfte Band noch auf ihre Rechnung versandt wurde, ln der erstenNummer des sechsten Bandes (Juni 1820) teilt Brockhaus der Lesewelt denCessionsvertrag mit. Zugleich motivirt er die Uebernahme des ihm feindseliggegenüberstehenden Blattes. Er sagt unter anderm: Bereits seit mehren Jahrenbeschäftigt sich der Unterzeichnete [Brockhaus] mit der Ausführung einer Ideezu einem Literaturblatte für Weltleute, das ihm, nach seiner Beobachtung desZustandes der Gesellschaft, ein wahres Bedürfniss zu sein schien, als das Kotze-bueschc «Literarische Wochenblatt» auftrat und, abgesehen von dessen poli-tischen Tendenzen, seine Idee theilweiso mit Talent ausführtc. Nach KotzebuesTode und dem verlautbarton Sinken des «Literarischen Wochenblatt» unter seinenNachfolgern erwachte die Idee aufs neue in ihm und es wurde zur Ausführungdes frühem Gedankens .schon manche Einleitung getroffen, als die Beschlüssedes Deutschen Bundestags vom 20. Sept. [Einführung der Censur] ihm das Ver-trauen zur Möglichkeit einer glücklichen Ausführung benahmen und er sie des-halb vorderhand wieder aufgab. Sehr überraschend war es ihm daher, als imMärz d. J. ein Freund aus Weimar [der Sachsen-weimarische Oberconsistorial-Präsident IL K. F. Peucer] ihm meldete, dass die Herren Gebrüder Hoffmann(die seitherigen Verleger und Eigenthiimer des «Literarischen Wochenblatt»)aus mancherlei (nicht hierhergehörigen) Ursachen gesonnen wären, das Eigen-thum und die Leitung dieses Blattes abzutreten und in andere Hände zu legen ;er, unser Freund, wünschte es an den Unterzeichneten gebracht zu sehen underbot sich, die Unterhandlung einzuleiten. So sonderbar es dem Unterzeichnetenerscheinen musste, ein Blatt zu übernehmen und fortsetzen zu sollen, dessenbesondere Tendenzen seit geraumer Zeit, wie man ihn versichert hatte denner selbst las es nach Kotzebues Tode nicht mehr, in Persönlichkeiten gegenihn, gegen seine Unternehmungen und gegen seine literarischen Freunde be-standen hatten, bei welchen verkehrten und unziemlichen Tendenzen auch dasdeutsche Blatt mehr als die Hälfte seiner Abnehmer unter v. K. verloren: soüberwog doch die alte Lust zur Bildung eines eigenen Instituts dieser Art unddie Erwägung der ihm bekannten Schwierigkeiten, ein ganz neues Journal indas deutsche Publikum schnell mit Erfolg einzuführen, die Bedenklichkeitender Délicatesse, und es kam, da die Gebrüder Hoffmann billige Bedingungen fürdie Cession aufstellten, der Vertrag zu Stande.

Ausser diesem Vorwort enthält die erste Nummer des sechsten Bandes auchnoch eiu Programm in der eigentliümlichen Form eines Gesprächs unter derUeberschrift:Baron Grimm, Laharpc, Anglist von Kotzebue. Ohne Zweifelhatten Kotzebue bei Begründung desLiterarischen Wochenblatt dieFeuilleslittéraires des Baron Grimm und dieCorrespondance littéraire von Laharpevorgeschwebt; der neue Herausgeber (Brockhaus) findet diese Idee Kotzebuesglücklich, aber die Ausführung nicht angemessen. Während bisher Kotzebueallein über die gesammtc Literatur Bericht erstattete, soll das Blatt von jetztan so viel Berichterstatter haben, als die Literatur Hauptseiten zeigt. Das Blattsoll weder ein Moniteur in Folio noch ein Bureau desprit werden, sondernein einfachesLiterarisches Unterhaltungsblatt oder Conversationsblatt sein,gleichzeitig eine Art Ergänzung für das damals schon sehr angesehene und be-reits in 50000 Exemplaren verbreiteteConversations -Lexikon und die andern