Zur Geschichte des Conversations -Lexikon.
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„Der Zweck eines solchen Wörterbuchs kann auf keinen Fall der sein, voll-ständige Kenntnisse zu gewähren; es wird vielmehr dieses Werk, welcheseine Art von Schlüssel sein soll, um sich den Eingang in gebildete Oirkelund in den Sinn guter Schriftsteller zu eröffnen, aus den wichtigsten Kennt-nissen ■— der Géographie, Geschichte, Mythologie, Philosophie, Naturlehre,den schönen Künsten und andern Wissenschaften — blos diejenigen enthalten,welche ein jeder als gebildeter Mensch wissen muss, wenn er an einer guten Conver-sation theilnelnuen und ein llucli lesen will, wiefern gewisse wissenschaftlicheDégriffé unter den llegrift'en des gemeinen Lebens das Bürgerrecht erlangt haben.“Löbel hatte den Umfang seines Buchs auf vier Octavhäudc berechnet.Der zweite Theil erschien 1797 mul umfasste die Buchstaben F-—L; inder Vorrede zu demselben begegnet der Verfasser etwaigen Vorwürfenwegen Mangelhaftigkeit des Werks in folgender Weise: „Bei einem Werkewie dieses, welches nur durch wiederholte Bemühungen den gehörigen Gradvon Vollkommenheit erreichen kann, dürfen wir hoffen, dass der billigeBeurtheiler neben demjenigen, was er darin vermisst, dasjenige nicht ver-gessen werde, was er findet.“ Doch kaum hatte Löbel den dritten Band,welcher die Buchstaben M—Q umfasst, im Jahre 1798 beendet, als ihn derTod ereilte. Die Schwierigkeit, einen Mann zu finden, der mit der Ein-richtung und dem Gange des Werks vertraut und, dem ersten Plane getreu,die Fortsetzung hätte übernehmen können, mehrte sich noch dadurch, dassin dem literarischen Nachlasse des Verstorbenen fast gar keine Vorarbeitendazu sich fanden, von seinen Mitarbeitern aber keiner sich entschlossenkonnte, die Redaction zu übernehmen. Das Werk kam nun in ungeübtereHände. Statt dass der vierte Band nach Löbel’s Plane das Ganze hätte ab-schliessen sollen, enthielt derselbe nur den Buchstaben II; auch erschien der-selbe, weil es dem Verleger Leupold an ausreichenden Geldmitteln fehlte,erst im Jahre 1800. Hierauf gerieth das Werk gänzlich ins Stocken,bis es in den Verlag von J. K. Werthe r überging, der 1806 einen fünftenBand erscheinen liess, welcher aber noch immer nicht den Schluss, sondernnur den Buchstaben S enthielt. Der neue Herausgeber sagt in der Vorredeeiniges zur Entschuldigung der unter der Hand eingetretenen Erweiterungdes Plans. Die damaligen höchst schwierigen Zeitumstände mussten noth-wendig einen nachtheiligen Einfluss sowol auf den Vertrieb wie auf dieFortführung des Werks haben, das inzwischen in den Verlag von J. G.Herzog gekommen war, der den sechsten und letzten Band zum Druckbeförderte. In einem kurzen Vorworte, das vom 8. Dec. 1808 datirt ist,nimmt der Herausgeber (Advocat Christian Wilhelm Franke in Leipzig,der das Werk vom fünften Bande an redigirt hatte) „im Namen der jetzigenVerlagshaudlung (des Industrie-Comptoir in Amsterdam)“ von seinen„gütigen Lesern und Leserinnen, wenn auch nicht für immer“, Abschied.Der Buchdrucker Friedrich Richter in Leipzig (der das Werk für Herzoggedruckt und wahrscheinlich an Zahlungsstatt übernahm) hatte nämlich nochvor Versendung des sechsten Bandes das ganze Werk im October 1808 anFriedrich Arnold Brockhaus, der das Kunst- und Industrie-Comptoirin Amsterdam besass und cläiiials zur Buchhändlermesse in Leipzig war, ver-kauft, der 1809 das Werk unter dem Titel: „Conversations-Lexikon oder kurz-gefasstes Handbuch für die in der gesellschaftlichen Unterhaltung aus denWissenschaften und Künsten vorkommenden Gegenstände mit beständigerRücksicht auf die Ereignisse der altern und neuern Zeit“, neu versandte/Demselben schlossen sich die schon von Löbel sowie vom Herausgeber desfünften Bandes versprochenen „Nachträge“ in zwei Bänden (1809—11 )an, zu deren Redaction sich Advocat Franke beim Verkaufe contractmässig