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Die alphabetischen Encyklopädicn.
mcinnütziges Taschenwörterbuch für alle Stande“ (3 Tide., Zwickau 1807—8,12.). Viel gebraucht war zu jener Zeit auch das von F. A. Schröter verfasste„Terminologisch-technische Wörterbuch oder Erklärung fremder Wörter undRedensarten“ (Erfurt 1788, 8.; 4. Aufl., 1811, 8.).
Dies waren ungefähr die lexikalischen und cncyklopädischen Iliilfsmittcl,welche bis gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts hin den nach Bildungstrebenden Tlieilen des deutschen Volks als Xaclischlagebücher zu Gebotestanden, aber zu einer Zeit, wo bereits Gegenstände aus den verschiedenstenwissenschaftlichen Gebieten in den gebildetem Kreisen discutirt wurden, undsich überhaupt ein allgemeineres Streben nach höherer Geistesbildung zu regenbegann, nicht mehr genügen konnten. In der richtigen Erkcnntniss dessenliess Renatus Gotthelf Löbel im Jahre 1796. auf den bereits ein-gebürgerten Titel des erwähnten Hübncr’schcn Werks zurückgreifend, den erstenBand seines „Convcrsations-Lexikon mit vorzüglicher Rücksichtauf die gegenwärtigen Zeiten“ erscheinen, welches der Keim zu einer ganzneuen Gattung der cncyklopädischen Literatur geworden ist und dem Titel„Conversations -Lexikon“ eine ganz bestimmte Bedeutung verliehen hat.
Das auf vier Bände berechnete Werk Löbel’s war bis zum dritten Bandegediehen, als der Verfasser vom Tode ereilt wurde. Die Fortsetzung gerietliin weniger geschickte Hände, sodass das Ganze in sechs Bänden erst 1808zum Ende gelangte. Indessen war noch vor der Vollendung das einemZcitbedürfnisse entgegenkommende Unternehmen 1808 in den Verlag vonFriedrich Arnold Brockhaus, damals in Amsterdam, übergegangeu, der1809 einen neuen Abdruck erscheinen liess und auch 1810 zwei Supplement-bändc hinzufügte. Von dem Werke, welches bald allgemein nach dem neuenVerleger das „Brockhaus’schc Conversations -Lexikon“ benannt ward — undzwar mit vollem Rechte, da Brockhaus erst das Werk zu dem gestaltete, was esgeworden ist, und so als der eigentliche Begründer desselben zu betrachtenist •—-, wurden innerhalb der folgenden Jahrzehnte noch eine zweite, dritte,vierte und fünfte Auflage noting. Die fünfte Auflage wurde epochemachend inder Geschichte des Buchs, insofern es dem Verleger gelang, in dieser demWerke einen bestimmt ausgeprägten Charakter zu verleihen und es zu einerpopulären Encyklopädic im eigentlichen Sinne des Worts zu gestalten. DasConvcrsations-Lexikon unterscheidet sich seitdem in Zweck und Gehaltwesentlich einerseits von den Realwörterbüchern grosser und kleiner Gattung,andererseits von den Encylclopädien, die ausschliesslich der Wissenschaft,Kunst oder Technik gewidmet sind. Während die Rcalwörtcrbüchcr (ein-schliesslich der sogenannten Univcrsallexika) als Materialienspcicher haupt-sächlich nur zur Befriedigung des gelegentlichen Not-izbedttrfnisscs dienen, jeneEncyklopädien aber entweder das Gcsammtgcbiet wissenschaftlicher Thätigkeitund Erkenntniss zur Anschauung bringen, oder den Inhalt gewisser Zweigeoder Gebiete der Wissenschaft und Kunst zur praktischen Belehrung fürFachgenossen in alphabetischer Ordnung auseinanderlcgcn, hat dagegen dasConvcrsations-Lexikon die ganz bestimmte und ihm cigenthümlichc Aufgabe,die wissenschaftlichen, künstlerischen und technischen Ergebnisse, nicht fürdie geschäftliche Praxis, sondern für die Befriedigung und Förderung derallgemeinen Bildung, flüssig zu machen und zu popularisiren.
Diese Aufgabe hat das Convcrsations-Lexikon in allen folgenden Auflagen,herab bis zur neuesten, der elften, festgehaltcn. Jede neue Auflage ist eineVerjüngung des Werks, welche die inzwischen eingetretenen Thatsachen undEreignisse auf dem geschichtlichen Gebiete, die Fortschritte in Wissenschaft,Kunst und Technik, die veränderten Anschauungen, Interessen und Bestre-bungen der Gesellschaft in sich aufnahm und reproducirte. Das Werk ist