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Vollständiges Verzeichnis der von der Firma F. A. Brockhaus in Leipzig seit ihrer Gründung durch Friedrich Arnold Brockhaus im Jahre 1805 bis zu dessen hundertjährigem Geburtstage im Jahre 1872 verlegten Werke : in chronologischer Folge mit biographischen und literarhistorischen Notizen
Entstehung
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Die alphabetischen Enzyklopädien.

d) Das Conversations -Lexikon.

Als Vorläufer des Conversations -Lexikon sind mehre kleinere encyklo-pädisclie Werke zu betrachten, welche nicht wie die soeben namhaft gemachtenumfangreichen Encyklopädien und Realwörterbücher ein gelehrtes oderwenigstens höhergebildetes Publikum im Auge hatten, sondern zur Verbreitungsogenanntergemeinnütziger Kenntnisse fürUngelehrte und, wie öfterausdrücklich hinzugesetzt wird,für gebildete Frauenzimmer bestimmt waren.Am bekanntesten unter diesen Werken dürfte dasReal-, Staats-, Zeitungs-und Conversations -Lexikon sein, welches zum ersten male in einem massigenOctavbande 1704 zu Leipzig im Verlage von J. F. Gleditsch erschien undgewöhnlich nach J. Hühner, dem berühmten Schulmann (gest. 31. März 1731als Rector des Johanneums zu Hamburg), der auf Veranlassung des Verlegers dieVorrede dazu schrieb, das Hübnersche benannt wird.*) Der eigentliche Verfasserist unbekannt. Auf die Empfehlung Hübners hin hatte das zeitgemässe Bucheinen solchen Erfolg, dass es bis 1712 bereits fünf Auflagen erlebt hatteund der Verleger veranlasst wurde, als Seitenstück einCurieuses Natur-,Kunst-, Gewerk- und Handelslexikon bearbeiten zu lassen, das er ebenfallsmit einer Vorrede Hübners (Leipzig 1712, 8.) der Oeffentlichkeit übergab.Dasselbe wurde von dem durch zahlreiche kameralistische Schriften rühmlichstbekannten Paul Jakob Marperger (geh. 27. Juni 1656 zu Nürnberg,gest. 27. Oct. 1730 zu Dresden als kursächsischer und polnischer Hof- undCommerzienrath) ausgearbeitet. Beide Bücher erlangten eine ungemeine Ver-breitung und erhielten sich das ganze Jahrhundert hindurch in Ansehen. DasCurieuse Natur-, Kunst-, Gewerk- und Handelslexikon wurde von G. II.Zinken verbessert und erschien noch 1792 zu Leipzig in einer neuen Be-arbeitung; bald darauf wurde es verdrängt durchNeues Natur- und Kunst-lexikon, enthaltend die wichtigsten und gemeinnützigsten Gegenstände aus derNaturgeschichte, Naturlehre, Chemie und Technologie. Zum bequemen Ge-brauch insonderheit auch für Ungelehrte und für gebildete Frauenzimmer aus-gearbeitet von G. H. E. Lippold und herausgegeben von C. Pli. Funke(3 Bde., Weimar 1801-4, 8.). Das HübnerscheZeitungs- und Conver-sati ons-Lexikon erschien zuletzt in einer einunddreissigsten Auflage,demjetzigen Stande der Cultur angemessen und mit vorzüglicher Rücksicht aufdie nächste Vergangenheit und Gegenwart, besonders Deutschlands, erweitert,umgearbeitet und verbessert von F. A. Rüder (4 Tide., Leipzig 182428,8., mit 150 Bildnissen).

Neben den Ilübnerschen Werken sind noch einige lexikalische Arbeitenanderer Natur zu erwähnen, welche in den letzten Jahrzehnten des vorigenJahrhunderts erschienen und auch noch in den ersten Jahren des 19. sehrverbreitet waren. Dahin gehört vor allem J. F. RothsGemeinnützigesLexikon für Leser aller Klassen; ein Hand- und Hülfsbuch für diejenigen,welche sich über alles das, was ihnen beim Lesen oder hei der mündlichenUnterhaltung nicht ganz verständlich scheint, sowol allgemeines Wissen alsFremdwörter, Kunstausdrücke u. s. w., näher unterrichten wollen u. s. w.(Nürnberg 1788, 8.; 3. Aufl., 1806; 4. vermehrte und verbesserte Auflage,2 Bde., Halle 1833, 8.). Hierzu kamen E. F. C. OertelsGemeinnützigesWörterbuch zur Erklärung und Verdeutschung der im gemeinen Leben vor-kommenden fremden Ausdrücke, nach dem Plane des beliebten RothselienLexikons bearbeitet (2 Bde., Ansbach 1804, 8.) und F. A. HänschsGe-

*) S. Schröder,Lexikon der hamburger Schriftsteller bis zur Gegenwart(Hamburg 1857, 8.), III, 419.