XYI Die alphabetischen EncyklnpüiUeii.
sich Chambers zunächst an Harris an; ausserdem nennt er als seine Vor-gänger Furetière, das „Dictionnaire de Trévoux“, Sa vary, Chauvin sowieDaviler (den Verfasser eines „Dictionnaire de tous les termes de l’archi-tecture civile et hydraulique“) und Wolff („Mathematisches Lexikon“,Leipzig 171 6 und öfter, 8.).
Auf deutschen Boden verpflanzte diese Gattung von cncyklopüdischenWerken Johann Theodor Jabionski (geh. 1(554 zu Danzig, gest. 28. April1731 als Hofrath zu Berlin). Er veröffentlichte ein „Allgemeines Lexikon derKünste und Wissenschaften“ (Leipzig 1721, 4.), das 1748 eine zweiteAuflage erlebte und mit Verbesserungen und Vermehrungen von J. J. Sclnvabe,Professor der Philosophie zu Leipzig, neu bearbeitet herausgegeben wurde(Leipzig 1767, 4.).
In Italien veröffentlichte G. F. Pivati (gest. 1764) ein „Dizionariouniversale, contenente cio che spetta al commercio, all’ economía etc.“ (Venedig1744, 4.), welchem er sein „Nuovo dizionario scientifico e curioso, sacro eprofano“ (12 vol., Venedig 1746 — 51, Fol.) folgen liess.
b) Historische Wörterbücher.
Die Literatur der sogenannten historischen Wörterbücher reicht, wennauch nicht dem Namen, so doch wenigstens der Sache nach, bis in dasgriechische Mittelalter zurück. Hier begegnen wir zuerst dem Stephanus vonByzanz, der gegen Ende des 5. Jahrhunderts ein grosses geographischesWerk in alphabetischer Ordnung verfasste, welches jedoch, bis auf einzelneBruchstücke, nur in einem dürftigen Auszuge, den der Grammatiker Hermo-laus im 6. Jahrhundert verfasste, übrig ist. Dasselbe ist das Prototyp unserergeographischen Wörterbücher. Wahrscheinlich der zweiten Hälfte des 10. Jahr-hunderts gehört Suidas an, der Verfasser eines grossen griechischen Wörter-buchs („Lexikon“), welches ausser dem sprachlichen Material auch eine grosseMenge von historischen, besonders biographischen Notizen enthält. Es istdemnach kein eigentliches historisches Wörterbuch, sondern nur ein Wörter-buch, welches einiges historisches Material bietet. Das erste eigentliche historischeWörterbuch verfasste der Niederländer Hermann Torrcntinus (gest. 1520),dessen „Elucidarais carminum et historiarum vel vocabularius poeticus con-tinens historias, provincias, urbes etc.“ 1498 zu Deventer erschien und mehr-mals aufgelegt wurde. Unter seinen Nachfolgern ist hervorzuheben CharlesEtienne, dessen „Dietionarium propriorum nominum virorum, mulierum,populorum, idolorum, urbium, fluviorum, montium etc.“ (Genf 1556, 4.) inden wiederholten Auflagen vielfach vermehrt und noch 1691 von N. Lloydzu Oxford herausgegeben wurde. Das erste umfassendere Werk dieser Artist das „Le grand Dictionnaire historique ou le mélange curieux de l’histoiresacrée et profane“ von Louis Moréri (gest. 10. Juli 1680 zu Paris),welches bei seinem ersten Erscheinen (Lyon 1674) einen Folioband füllteund in Frankreich selbst 20 Auflagen erlebte, von denen die letzte (Paris1759) auf 10 Foliobändc angewachsen war. Bei der fünften Auflage(5 vols., Paris 1689, Fol.) hatten sich die Supplemente bereits auf dreiBände vermehrt. Die sechste Ausgabe (4 Bde., Amsterdam 1691, Fol.) hatteder berühmte Jean Le Clerc besorgt und bildete die Grundlage für dievier folgenden. Die elfte Auflage (4 vols., Paris 1704, Fol.) gab Vault ierheraus, der auch „Demarques critiques“ (Paris 1706, 12.) über das Werk verfasste.Die dreizehnte Auflage (5 vols., Paris 1712, Fol.), an welcher Du Pin vielen An-theil gehabt, erschien als vierzehnte Auflage mit beträchtlichen Ergänzungenvon Bernard (6 vols., Amsterdam 1717, Fol.), während die fünfzehnte Auflage