Druckschrift 
Vollständiges Verzeichnis der von der Firma F. A. Brockhaus in Leipzig seit ihrer Gründung durch Friedrich Arnold Brockhaus im Jahre 1805 bis zu dessen hundertjährigem Geburtstage im Jahre 1872 verlegten Werke : in chronologischer Folge mit biographischen und literarhistorischen Notizen
Entstehung
Seite
X
Einzelbild herunterladen
 

X

Die systematischen Encyklupiidien.

welcher Arago, Adhémar, Ajassun de Grandsagne und andere Gelehrte mit-arbeiteten, eine Art von Fortsetzung erhielt. Das händereichste Unternehmendieser Art ist die Sammlung derManuels-Roret oder derEncyclopédie-Roret (etwa 400 Ihle.), die herausgegeben und benannt ist nach dem Yerlags-buchhändler Roret zu Paris.

Eine systematische Universalencyklopädie mit strengwisscnsehaftlichcrTendenz ist in neuerer Zeit nicht versucht worden, und hei dein Umfang,den das menschliche "Wissen gewonnen hat, überhaupt kaum möglich. Dagegensind encyklopädische Werke, welche einzelne "Wissensgebiete mehr oder minderspeciell zur Darstellung bringen, in ziemlicher Anzahl vorhanden. Nur bei-spielsweise führen wir hier an die Encyklopädie der medicinischen Wissen-schaften. Methodisch bearbeitet von einem Verein von Aerzten unter Redactiondes Dr. A. Moser (6 Abthlgn. in 9 Rdn., Leipzig 1844'53, 12.), dereneinzelne Abtheilungen die Anatomie, die Pathologie und Therapie, dieDiagnostik und Semiotik, die Geschichte der Medicin, die physiologische undpathologische Anatomie und die Physiologie des Menschen behandeln: fernerdie trefflicheAllgemeine Encyklopädie der Physik, die unter LeitungG. Ivarstens zu Leipzig im Verlage von Voss (1856 fg.) erscheint; die unvoll-endet gebliebeneEncyklopädie der chemisch-technischen Wissenschaften. RnVerein mit Gelehrten und Praktikern herausgegeben von Theodor Kcrndt(2 Hefte, Leipzig 185860); dieBibliothek der gesammten Handelswissen-schaften. Von Andree, Asher, Bleibtreu, Borei u. s. w. (15 Bde., Stuttgart186171, 8.) u. s. w. Die letzten Jahrzehnte haben eine Reihe von po-pulären Encyklopädien der Naturwissenschaften gebracht, als deren PrototypSehoedlersBuch der Natur (zuerst Braunschweig 1846) zu betrachten ist.In dieselbe Kategorie gehört auchDie gesammten Naturwissenschaften. Fürdas Yerständniss weiterer Kreise und auf wissenschaftlicher Grundlage be-arbeitet, von Dippel, Gottlieh, Koppe, Lottner, Mädlcr, Masius, Moll, Nauck,Nöggerath, Quenstedt, Romberg und v. Russdorf. Eingclcitet von II. Masius(2. Aull., 3 Bde., Essen 1860, 8.).

Eine besondere Gruppe von systematischen Encyklopädien bilden dieIkonographischen Encyklopädien, welche ihre Entstehung erst den letztenJahrzehnten verdanken. Das Hauptwerk dieser Art ist derBilder-Atlas zumConversations -Lexikon. Ikonographische Encyklopädie der "Wissenschaftenund Künste. Entworfen und nach den vorzüglichsten Quellen bearbeitet vonJ. G. Heck (Leipzig 184449), welches auf 500, durch einen beigegebenenText erläuterten Tafeln in 10 Abtheilungen die mathematischen und Natur-wissenschaften, die Geographie, die Geschichte und Völkerkunde, die Völker-kunde der Gegenwart, das Kriegswesen, den Schiffbau und das Seewesen, dieBaukunst, die Religion und den Cultus, die schönen Künste und die Gcwerbs-wissenschaft behandelt. Unter den Ausgaben dieses Werks in andern SprachenistThe Iconographie Cyclopaedia of science, literature and art. Trans-lated from the German of J. G. Heck, with additions, and edited by SpencerBaird (2 Bde. Tafeln und 4 Bde. Text in 8., Ncuyork 1851) hervorzuheben.Eine zweite, nach einem ganz neuen Plane durchgeführte Bearbeitung desBilder-Atlas, in 20 einzelnen Abtheilungen, erscheint seit 1869. Einesolche ikonographische Encyklopädie muss sich natürlich auf diejenigenWissensgebiete beschränken, welche überhaupt einer bildlichen Darstellungfähig sind.

Als Begründer der Encyklopädik oder Wissenschaftskunde inmodernem Sinne muss der seinem Zeitalter auch in andern Dingen weit voraus-geeilte Bacon von Verulam gelten, der imOrganon scientiarum (1620), mehr