XI
Die systematischen Encyklopiidien.
aber noch in der Schrift „De dignitate et de augmentis scientiarum“ (1(323)eine auf philosophische Sätze begründete Eintheilung der Wissenschaften an-strebt. Doch hatte schon vor ihm der Franzose Christotie de Savigny (1587)die Aufstellung eines sogenannten Stammbaums der Wissenschaften versucht.Unter Bacon’s Nachfolgern dürften Morhof mit seinem „Polyhistor“ (1688)und namentlich auch J. M. G-esuer mit seinen „Primae lineae isagoges ineruditionem universalem“ (1757) hervorzuheben sein. Yon Bedeutung fürdie Geschichte der Eneyklopädik wurde Sulzer’s „Kurzer Inbegriff -allerWissenschaften“ (1756), welcher den inueru Zusammenhang aller Zweige desmenschlichen Wissens darzulegen suchte. Seine Anordnung fand allgemeinenBeifall und ward auf Jahrzehnte hinaus in den jetzt zahlreicher als je, be-sonders in Deutschland, auftauchenden Hand- und Lehrbüchern der Ency-klopädik beibehalten. Eine Eneyklopädie der Wissenschaften nach denPrincipien der Kant’sehen Philosophie construirte zuerst Eschenburg im „Lehr-buch der Wissenschaftskunde“ (1792), das ebenfalls auf längere Zeit hinausfür eine Reihe von Bearbeitern der Wissenschaftskunde zum Vorbild diente,obgleich Krug, dann Hefter, Burdacli, Kraus, der Kantianer Erhard Schmidzu Ausgang des vorigen und dem Anfang des gegenwärtigen Jahrhundertsbeachtenswerthe selbständige Arbeiten über den Gegenstand lieferten. Dieneuere Zeit hat nichts von Bedeutung aufzuweisen, obgleich Kirchner’,s„Akademische Propädeutik“ (1842) und „Hodegetik“ (1852) nicht ohne Verdienstsind, wenngleich hier nur wie in vielen andern Schriften die eigentlicheWissenschaftskunde nur einen Tlieil des dargebotenen propädeutischen Stoffsbildet. Das Ausland hat für die Eneyklopädik in neuerer Zeit nur sehrwenig geleistet.
Wir verzeichnen hier die uns bekannt gewordenen Schriften über Wissen-schaftskunde, indem wir vorzugsweise auf die in Deutschland erschienenenRücksicht nehmen :
Savigny, G. de. Tableaux accomplis de tous les arts liberaux contenaiis brièvementet clerement par singulière methode de doctrine une generale et sommaire par-tition des dits arts, amassez et reduicts par ordre pour le soulagement et profitde la jeunesse. Paris 1587. Fol. Revue, corrigé et augmenté de nouveau.Paris 1619. Fol.
Bacon, F., Baron of Verulana. Instauratio magna (i. e. Novum organum siveindicia vera de interpretatione naturae. London 1620. Fol.
-Novum organon. Editio altera cum indice rerum. Oxonii 1813. 8. — Ed.
Chr. God. M. Jani. 2 vol. Leipzig 1840. 8. — Deutsch von G. W. Bartholdy.2 Bde. Berlin 1793. 8. — Deutsch von A. F. Brück. Leipzig 1830. 8.
— — Tractatus de dignitate et augmentis scientiarum. Qui est Instaurationismagnae pars prima. Ad Regem suum. London 1638. Fol.
Vorher englisch u. d. T.:
Two bookes of the proficience and aduancement of learning, diuine and humane.London 1605. 4. London 1629. 4. Oxford 1633. 4. Neuerdings: London1825. 8.
Lateinisch, auf Veranlassung und unter Mitwirkung Bacon’s selbst übersetztvon W. Rawley. London 1623. Fol. Paris 1624. 4. Argent. 1635. 8. Leyden1645. 12. Leyden 1652. 12. Amsterdam 1662. 12. Würzburg 1779 — 80.
2 vol. 8. Norimb. 1829. 2 vol. 8. (Ilerausgegeben von Ph. Mayer.) •— Ins
Englische zurückübersetzt von G. Wats. Oxford 1640. Fol. London 1674. Fol.—Deutsch von J. II. Pfingsten in der Sammlung der Schriften schöner Geister etc.Th. 1. Pesth 1783. 8. — Ausserdem in den Gesammtausgaben der Werke
Bacon’s.
D. G. Morhofii Polyhistor literarius philosophicus et practicus cum accessionibusvirorum clarissimorum Joannis Frickii et Johannis Molleri Flensburgensis.Editio quarta. Cui praefationem notitiamque diariorum litterariorum Europaepraemisit J. A. Fabricius, nunc auctum et ad annum MDCCXLVII continuatam.
3 tomi (in 2 vol.). Lübeck 1747. 4.