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Die systematischen Encyklopädien.
schrieb der Bischof Remigius von Auxerre (gest, 908) einen ausführlichenCommentar zu demselben. Im Anfänge des 7. Jahrhunderts fasste der gelehrteIsidor von Sevilla (Isidorus Hispalensis), geh. 636, den ganzen Wissensschatzseiner Zeit in den „Origines seu Etymologiarum libri XX“ zusammen, einemWerke, das während des Mittelalters ebenfalls in hohem Ansehen stand undin zahlreichen Handschriften verbreitet war.
In der zweiten Hälfte des Mittelalters tauchen eine grosse Anzahl vonWerken auf, welche unter dem Titel von „Speculum“ (Spiegel) oder „Summa“ (Sum-marium) einzelne der damals gepflegten Zweige der Wissenschaften encyklo-pädisch zusammenfassen. Eins der bekanntesten dieser Werke ist die„Summa theologiae“ des Thomas von Aquino. Auch an allgemeinen Encyklo-pädien ist kein Mangel. Wol die bedeutendste unter allen verfasste Vince nzvon Beauvais, ein Dominicanermönch (gest. um 1264), der in drei sichaneinander schliessenden Werken, dem „Speculum historiale“, dem „Speculumnaturale“ und dem „Speculum doctrinale“ (wozu etwas später ein anderer alsvierte Abtheilung ein „Speculum morale“ fügte), eine Uebersieht von den zuseiner Zeit gangbaren Kenntnissen zu geben suchte. Das Werk wurde baldnach Erfindung der Buchdruckerkunst gedruckt (Argentinae, Jo. Mentelin,1473— 76, 7 vol., Fol.).
Von andern Encyklopädien aus den letzten Jahrhunderten des Mittel-alters dürften noch zu nennen sein: „II Tesoro“ des Brunetto Latini(geh. 1230 zu Florenz, gest. daselbst 1294), ein Summarium der verschiedenstenZweige der Philosophie seiner Zeit, das während des 14. Jahrhunderts inhohem Ansehen stand; „De proprietatibus rerum“, verfasst von BarthélémyGlanvill oder Glanvil, einem Franciseaner des 14. Jahrhunderts, dasschon im 15. Jahrhundert mehrmals gedruckt, ins Englische, Spanischeund Niederdeutsche übersetzt und von J. Corbiclion, einem Augustinermönchund Kaplan Karl’s V. von Frankreich, französisch bearbeitet wurde; ferner das„Sophologium“ des Jacques Legrand (gewöhnlich lateinisch JacobusMagnus), aus dem Anfänge des 15. Jahrhunderts, das von dem Verfasserselbst zum Theil unter dem Titel „Archiloge Sophie“ französisch bearbeitetwurde und von allen göttlichen und menschlichen Wissenschaften, von allenTugenden und allen Lagen des Lebens handelt. Nocli dem 14. Jahrhundert,gehört an das „Reduetorium, repertorium vulgo dictionarium morale utriusqueTestamenti“, eine encyklopädische Darstellung der Theologie, Physik, Medicin,Anatomie, Geographie und Astronomie von Pierre Ber eh eu re (oderBerchoire), einem gelehrten Benedictiner, der 1362 zu Paris starb. An denAusgang des 15. und den Anfang des 16. Jahrhunderts gehören des GeorgValla (gest. 1499 zu Venedig), eines gelehrten Arztes und Neffen desberühmten Laurentius Valla, Werk: „De expetendis et fugiendis rebus“(Venedig 1501, 2 vol., Fol.), welches in 42 Büchern nacheinander die Musik,Arithmetik, Geometrie, Astrologie, Physiologie, Medicin, physikalische Probleme,Grammatik, Dialektik, Poesie, Rhetorik, Philosophie, Jurisprudenz, Haus-und Landwirthschaft, Theologie und Kriegskunst behandelt, und RafaelMaffei’s (gewöhnlich Raphael Volaterranus oder Raft’aelle Volterrano, geh.1451 zu Volterra, gest. 1522 zu Rom) „Commentariorum urbanorum libriXXXY1III“ (Roma 1506 und öfter, Fol.), in dem unter den drei RubrikenGeographia, Ethnographia und Philologia ein Abriss des Wissens jenes Zeitaltersgeboten wird, ln Deutschland stand um jene Zeit die „Margarita philosophica“(Heidelberg 1496 und öfter) von G. Reisch, Geistlichem zu Freiburg imBreisgau und Beichtvater Kaiser Maximilian’s I., in besonderm Ansehen.
Von englischen und französischen Encyklopädien des 16. Jahrhunderts