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Zinnsäuresalz- — Zins.
petersäure leicht löslich. Beim gelinden Erwärmen,selbst bei längerem Stehen unter Wasser gehl sie ineine andere Modifikation b) Meta-Z. über, welche inWasser u. Sänren unlöslich ist; dieselbe erhält manauch beim Erwärmen von Zinn mit nicht zu concsn-trirter Salpetersäure. Beide Modifikationen gebenbeim Glühen Wasser ab u. gehen in Zinnoxyd über;in Alkalien lösen sie sich unter Bildung von Z-salzenleicht ans. Hetzer.
Zinnsäuresalze, Stannate, Verbindungen vonZinn mit Metallen ».Sauerstoff, welche sich dadurchbilden, daß an Stelle des Wasserstoffs der Zinnsäureein Metall tritt; sie sind meist farblos,zum Theil in Wasser löslich u. krystallisirbar. DieAlkalisalze erhalt man durch Auflösen von Zinnsäurein Alkalien, die übrigen durch doppelte Zersetzung.Das zinnsanre Kali, Kaliumstannat, LnLzOg, er-hält man beim Verdunsten seiner Lösung im luft-leeren Raume in farblosen, wasserhaltigen Krystal-len. Das zinnsaure Natron, Natriumstannat,LMnzOg-l- llUzO, stellt man dnrchZnsammenschmel-zen von Zinn, Natron und Chilisalpeter im Großendar; es bildet eine weiße, kristallinische Masse, dieals Grundirsalz, Präparirsalz in der Färbe-rei benutzt wird. Hetzer.
Zinnseifen, s. Seife 4) u. Scifenwerk.
Zinnsolution, in Salzsäure u. Wasser aufge-löstes Zinnsalz; wird auch direct durch Auflösen vonZinn in Salzsäure und Verdünnen mit Wasser dar-gestellt.
Zinnstein (Zinnerz, Kassiterit), Mineral, kry-staUisirk quadratisch, Krystalle (Zinngraupen) meistprismatisch, selten pyramidal, am häufigsten Zwilllingskrystalle; auch in derben, körnigen Massen, ein-gesprengt, in Geschieben und selten in sehr zartfaseri-genAggregaten(Holzzinnerz);spaltbarunvollkommenprismatisch; Bruch muschelig bis splitterig; Härte 6bis 7, spec. Gew. 6,» bis 7; schwarz, braunroth,braun oder gelb, auch farblos, fett- bis diamant-glänzend, durchscheinend. Besteht ans Zinnoxyd; istvor dem Löthrohr unschmelzbar, gibt ans Kohle mitSoda in der Reductionsflamme metallisches Zinn,unlöslich in Sänren. Findet sich bei Altenberg,Ehrensriedersdorf und Geyer im sächsischen Erzge-birge, Zinnwald, Graupen u.a. Orten in Böhmen,in Cornwall in Spanien, Halbinsel Malakka, Cali-formen u. im Staate Maine, sowie an anderen Or-ten, in Geschieben (Seifenzinn) mit Sand und an-derem Gerolle oft mächtige Ablagerungen bildend,bes. inCornwall. DerZ. ist das eüizigeMineral, ans
welchem dasZinn im Großendargestellt wird.Lehmann.'
Zinnsulside nennt man die Verbindungen desZinns mit Schwefel. Das Zinnsnlfür (einfachSchwefelzinn, Stannosnlfid, 8n8) erhält man durchZusammenschmelzen von Zinn u. Schwefel als blei-graue, krystallinische Masse, durch Fällen einer Lös-ung von Zinuchlorür mit Schwefelwasserstoff alsbraunen, in Salzsäure löslichen Niederschlag. DasZinnsulfid (zweifach Schwefelzinn, Stannisulfid,Lus^) wird aus Zinnchloridlösnng oder auch auseiner Anflösungvon Zinnsanre durch Schwefelwasser,floss in amorphen, gelben Flocken gestillt. Mit denSulfiden der Alkalien gekocht, liefert es Snlfosalze(z. B. Li8n8g), die man als Zinn-
säuresalze betrachten kann, in welchen der Sauerstoffdurch Schwefel ersetzt ist. In goldgelben, metall-
glänzenden Schuppen erhält man das ZinnsulfidLurch Erhitzen von Zinnamalgam (12 Thle. Zinn,6 Thle. Quecksilber) mit Schwefel (7 Thle.) u. Sal-miak (6Thle.); es dient unter dem Namen Musiv-gold zum Bronziren. Hetzer.
Zins (kosnus, usnras, griech. roxor) im weite-sten Sinne ist der Miethpreis für alles von einemEigenthümer zur Nutzung an einen Dritten über-lassene bewegliche oder unbewegliche Capital. Imengeren Sinne wird darunter der Miethpreis fürdas Geldcapital u. für die Nutzung der Häuser undWohnungen verstanden, während der Miethpreisfür die Benutzung von Grund und Boden Pacht(s. d. A.) genannt wird. Im engsten Sinne ver-steht man unter Z. nur den vom entliehenen Geld-capitalezuzahlendenMiethpre!s,denGeld-Z. JederZ. setzt das Vorhandensein eines Rechtsverhältnisseszwischen dem Eigenthümer des Nutznngsobjectes u.dem Nutznießer voraus, u. derGeld-Z. insbesondereden Bestand eines Schnldverhältnisses, nachdemdasNutznngsobject, das Geldcapital, in die vollständigeBerwendnngdesNutznießers llbergegangen u. dafürdas Eigenlhum derSchnldverpflichtnng getreten ist.Insofern aber der Entschluß des Capitaleigenthii-mers sein Eigenthnm einemDritten zur Nutzung zuüberlassen, ein wirthschastlicher Act mit Ausschlußanderer Motive ist, beruht derselbe auf der Vor-aussetzung, daß diese Art der Capitalverwendungeinen größeren, oder doch bequemeren Gewinn inAussicht stellt, als irgend eine andere Art des Ge-brauches, insbesondere durchSelbstthätigkeit meinerErwerbsunternehmung; u. ferner ans der Voraus-setzung, daß wederfür denerwartetenZ.-Bezug, nochfür das Capital selbst eine Verlustgefahr ersichtlichist, welche letztere insbesondere beim Geldcapitale,sowol durch die Persönlichkeit der Schuldner, alsauch durch die Verwendnngsart des ausgsliehenenCapitals, u. durch Umstände allgemeiner Natur, z.B. in einer ungenügenden Gerichtsverfassung undmehr oder weniger drohend vorhanden sein kann.Andererseits beruht der Entschluß, fremdes Capitalin Nutzung zu nehmen, ans einerVoraussetzung desSchuldners, dasselbe entweder in einer bestimmtenUnternehmung über den zu zahlenden Z. hinausnutzbringend für sich verwenden zu können, od. aufdem Vorhandensein eines mehr oder weniger dring-lichen Bedürfnisses, das entliehene Capital zur Be-schaffung von Lebens- od. Genußmitteln verwendenzu wollen. Nach eben diesen Erwägungen der Wahr-scheinlichkeit ».Größe einer allfälligen Verlustgesahr,u. der Größe der Vortheile, die mit dem eigenthüm-lichen Capitale bei Selbstverwendung würden erzieltwerden können einerseits, u. der Einträglichkeit derUnternehmung, in welcher die entlieheneuCapitalienVerwendung erhalten, u. der Größe der wirklichenod. eingebildetenNothlage, welcher durch die Anleiheabgeholsen werden soll andererseits, bestimmt sichfür Len Verleiher u. Entleiher persönlich daher auchdie Höhe des Z-ss, welcher für die Capitalnutzungvernünftigerweise gefordert u. gegebenwerdenkann.Verschieden von dieser dem Gebranchswerthe desGeldcapitalcs folgenden natürlichen Z.-Höhe istjedoch der für dasselbe imLaude bestehendeZ.-Fnß,der durchschnittliche Marktpreis des Geldes, welchersich aus dem Verhältnisse von Capitalangebot nndNachfrage für Len allgemeinen Geschäftsverkehr ü>