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Bd. 18 (1879) Vacarius - Zywilsk
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Zinn Zmngicßerei.

Das reinste Z. ist das Banka- od. Malakka-Z.,welches aus dem Z-stein des aufgeschweininten Lan-des besonders in Hinterindien gewonnen wird. DasZ. wird gegenwärtig nur selten in reinem Zustande,z. B. zu Jnfundirbüchsen, Gefäßen u. Schlangen-röhren, für Destillationsapparaterc. verarbeitet. Inder Z-gießerei (s. d.) ist es mit mehr oder wenigerBlei legirt u. außerdem wird das Z. zu Schnclloth,zum Verzinnen (s. d.) von eisernen, kupfernen undMessinggegenständcn u. als dünnes Blech (Stanniol,s. d.) zu mannigfache» Zwecken verwendet, außerdembildet es einen wichtigen Bestandthcil vieler Legir-ungen (s. Z-legirnngen).Ob das Metall, welchesdie Alten unter dem Namen stnssiberoo kannten,wirklich Z. war, ist noch ungewiß, jedenfalls wurdees häufig für eine besondere Art Blei (plnmdmnoanclicknm) angesehen. Erst im Mittelalter unterschiedmanes alsein besonderesMetall. i- Hetzer- n- Jungck.

Zinna, Stadt im Kreise Jüterbogk-Lnckenwaldedes preuß. Regbez. Potsdam, ander Nuthe; Denk-mal Friedrichs d. Gr., Wollen- u. Baumwollenwe-berei; 1875: 1896 Ew. Der Ort wurde 1764 vonFriedrich d. Gr. als Webercolonie gegründet. Vondem 1171 gestifteten, jetzt aufgehobenen Cistercien-serkloster dabei hat der Z i n n a i s ch e M ü nz f u ß, zwi-schen Sachsen und Brandenburg 1667 vereinbart,den Namen; nach demselben wurde die KölnischeMark Silber zu 10^ Thlr. oder 15Z- Gulden aus-geprägt.

Zinnasche, das beim Schmelzen des Zinns sichanderOberflächedesselbenbildcndegelblicheZinnoxyd.

Zinnbrillanten, ein zu Redouten- u. Theater-schmuck, Weihnachtsbänmenrc. bestimmter Zierrath,welchen man erhält, indem man facettirt geschlisseneu. politirte Glasstucke in eine geschmolzene, von derOxydhaut gereinigte Leerung ans 29 Thln. Zinnu. 19 Thln. Blei taucht; beim Herauszishen bleibtein Häutchen hängen, welches nach dem Erkalten vonselbst abfällt, äußerlich rauh ist, aus Len innerenFlächen aber spiegelt u. glänzt. Jungck.

Zinnbutter, s. u. Zinnchloride.

Zinnchloride, chemische VerbindungenvonZinnmit Chlor. Man kennt deren zwei: das Zinnchlo-rür (Stannochlorid, 8116I2) bildet im wasserfreienZustande eine feste, weiße, durchscheinende Masse,die bei 250" schmilzt n. sich unverändert snblimirenläßt. Es löst sich in Wasser sehr leicht ans, ans derconcenlrirten Lösung schießen große Krystalle an,welche zwei Molecüle Krystallwasser enthalten. Ander Luft geht es unter Sauerstofsausnahme in Zinn-oxychlorür (SnOOI^) über, in Chlorgas verwan-delt es sich in Chlorid. Es ist ein kräftiges Reduk-tionsmittel u. scheidet z. B. Silber und Quecksilberaus ihren Salzen ab, verwandelt Eisenoxydverbind-ungen in Eisenoxydulverbindnngen-c.; wegen dieserreducirenden Wirkung wird eS vielfach in Labora-torien gebraucht. Auch in der Färberei u. Druckereifindet es als Zinnsalz ausgedehnte Anwendung. Das Zinnchlorid (Stannichlorid, opiritns 1n-mans lübavii, 8nOIZ ist eine farblose, an der Luftstark rauchende Flüssigkeit, deren spec. Gew. 2,2,;sie siedet bei 120" u. läßt sich ohne Zersetzung dcstil-liren. Beim längeren Stehen an Ler Lnft, sowiebeim Vermischen mit wenig Wasser verwandelt es sichin ein festes krystallinisches Hydrat (PnOIz-s-ZIIyO),die Zinnbutter. Mit viel Wasser gekocht, zer-

setzt es sich in Zinnsänre und Chlorwasserstoff(8N6I4 -I- Zk^O^l^SnO, 4- 41161). Seine Auf-lösung dient unter dem Namen Zinnsolution(Composition, Physik) als BeizmittelinderFLrberei.Das Zinnchlorid verbindet sich auch mit Ammoniak,Phosphorwasserstoff, Stickoxyd rc. u. liefert mit denChloriden der Alkalien beim Mischen der Lösungenkrystallisirbare Doppelchloride, von denen das A m -moninm- Z i nn ch l or i d (8nOI.l -l- MH^Ill),P inksalz, in der Färberei als Beizmittel dient.Zinnchlorid erhält man wasserfrei durch Einwirkungvon Chlorgas auf erwärmtes metallisches Zinn, inLösung durch Einleitung von Chlorgas in Zinnchlo-rürlösung oder durch Auflösen von Zinn in Königs-wasser. Hetzer.

Zinncomposition (salpetersaures Zinn, auchPhysik"geiiannt),GemengevonZinnchlorllru.Zinn-chlorid.dnrch Auflösen von gekörntem ZinninKönigs-wasser erhalten. Es wird alsBeizmittel in der Fär-berei u. bei der Darstellung des Fuchsins benutzt.

Zinnerz, so v. w. Zinnstein.

Zinnfolie , zu ganz dünnen Blättern gewalztesZinn; wird zum Bekleben feuchter Wände, sowie zuJsolirschichtcn gegen Grundfeuchtigkeit verwendet.

Ziungicßerci. DieZinnwaaren bestehen seltenans reinem Zinn, gewöhnlich wird das Zinn mitBlei versetzt; wo man möglichst scharfe Güsse habenwill, durch den Bleigehalt der Gesundheit keine Ge-fahr droht und die Maaren möglichst billig werdensollen, nimmt man einen größeren Bleiznsatz. Ge-schirre für den häuslichen Gebrauch sollen mindestens6 Thle. Zinn ans 1 Thl. Blei haben Gnßmodelle,zu vergoldende Verzierungen für hölzerne Rahmen,Spielzeug, wie Soldatenfignren u. dgl., gießt man1 Thl. Blei u. 1 Thl. Zinn; Orgelpfeifen aus zehn-löthigem Zinn (d. h. aus 10 Thln. Zinn n. 4 Thln.Blei, oder ans zwölflöthigem Zinn (d. h. 12 Thln.Zinn u. 4 Thln. Blei). In Frankreich darf zu Ge-rüchen für Speisen n. Getränke das Zinn nicht unter82°/u halten (d. h. 82 Zinn, 18 Blei; spec. Gewicht7gs). In Österreich enthält das Probezinn 10 Thle.Zinn auf 1 Thl. Blei, in Hannover 6 Thle. Zinnauf 1 Thl. Blei (Probe zum Sechsten), od. 10 Thle.Zinn auf 1 Thl. Blei (Probe znm Zehnten, Kron-zinn). Wegen des Bleiznsatzes ist das legirte Zinnspecifisch schwerer als das reine, auch schmilzt esleichter als das reine, wenn das Blei weniger alsdas Doppelte vom Zinn beträgt; durch den Bleizu-satz verliert das Zinn seine schöne weiße Farbe, läuftan der Lust an und wird weicher. Znm Gießen desZinns benutzt man, wenn nur ein einziger Abgußgemacht werden soll, Sandformen aus seinem undgut bindenden, gesiebten, mit Kienruß vermengtenu. angenäßten Formsand; bei Gegenständen, derenGuß mehrmals wiederholt werden soll, bleibendeFormen, u. zwar von Messing, Gußeisen, Stahl,Sandstein, Serpentin, blauem Schiefer, Gips, undbei kleineren Gegenständen von Blei, Zinn, Holz u.Papier, welche aber leicht schmelzen od. verbrennenund in denen man daher nicht zu heiß gießen darf.Die Formen ans Metall u. Stein müssen vor demGießen erwärmt werden, erstere, damit sie das ein-gegossene Zinn nicht zu schnell abkllhlcn ». erstarrenmachen, letztere, damit sie beim Eingießen nichtspringen. Damit das Zinn nicht an den Formen-Wänden hängen bleibe, gibt man z. B. den metalle-