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Zilleithcil — ,
Kreise Eisenach, Amt Kaltennordheim; großherzog-liches Jagdschloß, Forstlehranstalt: 760 Ew. Vgl.Beyer, Z.,Wien 1878. DabeiKlein-Z., Geburts-ort von Heinrich Cotta, (s. d. 1).
Zillerthal, eins der HauptthälerTirols, imBez.Schwaz, von dem 55 km langen Ziller, einem beiStraß mündenden Nebenflüsse des Inn durchströmt,743 s^jkm (13,s UM) groß mit etwa 14,000 Ew.Es erstreckt sich von dem großartigen Gletschergebirgeder Krimler Tauern herab und von den Gletschernder Z er Alpen begrenzt bis Mayerhosen, wo sichdas Stillupthal, Zemmthal u. Dnxerthal mit ihn,vereinigen, u. setzt sich dann, weiter n. freundlicherwerdend und einen angenehmen Wechsel von Feld, !Wiesen und Wald zeigend, bis zu seiner Mündungfort. Seine Seitenthälcr sind mit Ausnahme des ibei Zell einmündenden Gerlosthales klein. DieHauptorte des Thales sind Fügen u. Zell. Die Be-wohner (Z-er) sind der schönste, kräftigste und ge-wandtesteMenschenschlagTirols. DieHauptbeschäftig-nng bildet die Viehzucht, welche den größten Reich-thnm des Z-s ausmacht; auch der Ackerbau ist be-trächtlich, namentlich im vorderen Z., wo alle Ge-treidearten in vorzüglicher Güte gedeihen. DasGetreide deckt jedoch nur drei Viertheile des eigenenBedarfs. Außer Getreide wird namentlich auchFlachs u. Obst gezogen. Viele ärmere Bewohnertreiben Hansirhandel n. durchwandern als HändlermitHanüschnhen, Wurzeln, Kräutern, Enzianbrannt-wein, Kränterthee, allerlei Älen, Essenzen, Mine-ralien rc. Deutschland n. Italien; anders gehen nachBayern u. ins Pinzgau, um hier den Sommer überals Knechte zu dienen. Die Bewohner des oberenThales, bes. in den Orten Bransberg, Finkenberg,Mayerhofen, Zell u. Hippach, sind in neuerer Zeitdurch eine, der Salzburgischen Emigration ähnlichenAuswanderung ihres Glaubens halber bekannt ge-worden. Eine größere Anzahl derselben schied 1830aus der Katholischen Kirche aus; bis 1832 war dieZahl der Dissidenten auf 240 gestiegen. Obgleichvom Kaiser Franz I. ihnen bei seiner Anwesenheitin Tirol 1832 Berücksichtigung ihrer Wünsche zn-gesagt worden war, so wurde doch durch den tirolerLandtag das kaiserliche Versprechen vereitelt, und1834 wurden sie dahin beschieden, daß sie entwederzur Katholischen Kirche zurückkehren oder das Landverlassen sollten. Sie entschlossen sich zur Auswan-derung nach Preußen. AnihrerSpitzestandenHeimund Fleidl. Die kaiserlich österreichische Regierungerleichterte die Emigration ans alle Weise, und dieZillerthaler konnten im Aug. 1837, nachdem sie ihrEigenthum verkauft hatten, ihre Heimat verlassen.448 Seelen, Männer, Weiber u. Kinder, zogen infünf Abtheilungen über Salzburg u. Bndweis un-ter freundlicher Theilnahme ihrer vorigen u. jetzigenGlaubensgenossen nach Schlesien, wo sie mitUnter-stlltzung der preuß. Regierung bei ErdmannsLorfim Kreise Hirschberg die Colonie Z. (Hoch-, Miltel-u. Nieder-Z., nach der terrassenförmigen Anlage derColonie so genannt) gründeten. Gegenwärtig zähltdie Colonie noch etwa 50 Z-er Familien mit 230Mitgliedern. Manche, welchen es in Preußen nichtznsagte, gingen nach anderen deutschen od. österrei-chischen Ländern. Vgl. Streiter, Blätter ans Tirol,Wien 1868; Geschichte der Auswanderung der Z-erProtestanten, Nürnberg 1838; Rhcinwald, Die
Zimmermann.
Evangelischgesinnten im Z., Berl. 1837; Behcim-Schwarzbach, Die Z-cr in Schlesien, Brest. 1875;Ders., Friedrich Wilhelm III. u. die Z-er im Rie-sengebirge, ebd. 1875. H- Berns.
Zillerthaler Alpen, ein von Gletschern umla-gerter Gebirgsstock der mittlerenZone der Ostalpen,begrenzt vom Wippthale, dem Inn von Innsbruckbis zur Mündung des Ziller dem. Ziller bis Zell,dem Gerlosthal u. Gerlospaß, demThalederKrim-lec Ache, dem Krimler Tauern, demAhrenthale,derRienz, oberen Eisack und der Brennerscharte. Siewerden von Nebcnthäler des Inn (unter diesen dasZillertbal das bedeutendste) als auch der Rienz(darunter das Ahrenthal das ansehnlichste) vielfacheingeschnitteiyderenobersEndensichbis zu dem mitt-leren Hauptkamme der Zillerthaler Ferner hinauferstrecken. Der höchste Gipfel ist der.Hochfciler(3516m); andere bedeutende Gipfel sind: Hohe Wand(3286 m), Olperer (3491 m), Mösele Spitze (3485m), Löffelspitz (3386 m), Schwarzenstein (3367m),Großer Jngent (2915 m), Neichenspitz (3294 m),Ahornspitz (2965 m) rc. Vgl. Löwe, Aus dem Zil-lerthäler Hochgebirge, Gera 1878. H. Berns.
Zimbaoe, s. u. Manch.
Zimmergymnastik, die Anwendung geregelterLeibesübungen in Wohnränmen. Die Z. dient meistsanitären Zwecken n. befaßt sich namentlich mitFrei-übnngen, Stab- u. Hantelübungen. Vielfach wirdauch hierzu der ans zwei Schaukelringen bestehendeBaconsche Apparat, der, an der Decke befestigt, dieStelle des Barrens n. Reckes vertritt, verwendet.Vgl. Nenmann, Hansgymnastik, Lpz. 1859; Schre-ker, Ärztliche Z., 15. A. ebd. 1877; Seeger, Diä-tetische und ärztliche Z., 2. A. Wien 1878; Kloß,Weibliche Hausgymnastik, 3. A. Lpz. 1873.
Zimmermann, 1) Johann Georg, Ritterv., genialer Philosoph und berühmter Arzt; geb. 8.Dec. 1728 zu Brugg, Kanton Aargau, stndirte er inGLttingen Medicin, erregte Hallers Aufmerksamkeit,der seinen großen Geist zuerst erkannte und seineL-tndien leitete, genoß die Ehre, die berühmte Jrri-tabilitätslehre seines Lehrers zuerst in seiner Disser-tation vertheidigen zu dürfen (1751), bereiste dannHolland n. Frankreich, nahm die Physikatsstellc inseiner Vaterstadt an, lebte hier sehr zurückgezogen,erhielt namentlich auf Tissots Rath 1768 die Leib-arztstelle in Hannover, wurde von Friedrich d. Gr.consultirt n. st. 7.Oct. 1795,nachdem er schon langevon einer krankhaft nervösen Reizbarkeit befallenwar, gegen die er litsg. kotnäa massenhaft gebrauchthaben soll und durch die ihm seine letzte Lebenszeitverbittert wurde. Von seinen Werken ist als „welt-erleuchtend";,! bezeichnen das:Über die Einsamkeit,Zürich 1755, auszugsweise Berl. 1878; Vom Na-tionalstolze, ebd. 1758 u. Von der Erfahrung in derArzneikunst, 3. A. 1851. Ferner sei erwähnt seinLeben Hallers (1755), Zerstörung Lissabons, einGedicht, ebd. 1756, encyclopädischsFragen (im han-noverschen Magazine 1773) und seine Fragmenteüber Friedrich d. Gr., Lpz. 1790, 3Bde. 2 ) Eber-hard August Wilhelm von, Geograph, -Natur-Historiker u.Philosoph, geb. 17.Äug. 1743 inülzen,stndirte in Göttingen u. Leyden, wurde 1766 Pro-fessor der Physik am Carolinum zu Braunschweig,machte in wissenschaftlichem Interesse mehrere Rei-sen nach England, Italien, Frankreich, Rußland n.