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Zigeunersprache — Zillbach.
Birke; u. in Hannoveraner, welche schwarz, blan ingold hatten n. den Mehlbeerbaum verehrten. DerHauptmann besaß anfangs unbeschränkte Gerichts-barkeit u. Recht über Leben u. Tod. Später übte ernur eine gewisse Polizeigewalt, führte das Siegel,auf welchem ein Igel mit dem Reis oder Blatt desheiligen Baumes. Der letzte König der deutschen Z.,Maximilianus, soll zur Zeit des DreißigjährigenKrieges gelebt u. seine Residenz in einem Walde beiScllstädt, in der Gegend von Mühlhausen, gehabthaben. Jetzt wird der Hauptmann von den erwach-senen Männern der Genossenschaft gewählt. DemErwählten wird aus bekränztem Teller ein mit Weingefüllter Krug überreicht u. sein Haupt wird mit denZeichen seiner Würde, einem dreieckigen Hut mit sil-berner Quaste, bedeckt. Der Hauptmann muß denKrug auf einen Zug leeren u. dann in Scherben zer-trümmern; er muß ferner unverbrüchliche Beobacht-ung der Gesetze geloben und einen heiligen Baumpflanzen. Jede Bande hat eine sog. Zi-Mut, im-mer die älteste Frau, ohne deren Genehmigung nichtsvorgcnommen werden darf. In der Familie führtder Ehemann eine unbedingteHerrschaft u. ihm über-liefern Alle ihre Einnahmen. DasHeirathen erfolgtvor dem Hauptmann, welcher aus einem irdenenKruge einige Tropfen Wein auf die vor ihm knieen-den Brautleute gießt, den Krug daun leert u. hochin die Lust schleudert; in je mehr Scherben der Krugzerbricht, um so größer soll das Glück der Eheleutesein. Romantik und Dichtkunst haben dem Z-lebenzahlreiche Sujets entlehnt, deren Behandlung oft zudem Besten gehört, was dieselben hervorgebracht ha-ben. Es genügt, an Namen wie Le Sage (im GilBlas), Walter Scott (im Guy Momering), Achimvon Arnim (in der Jsabella von Ägypten rc.), Leuann. A. zu erinnern. In der Tonkunst sind sie durchArnolds Zigeunerin u. bes. durch Webers Preciosaverherrlicht worden. Daß der Stoff noch immer An-ziehungskraft besitzt, beweist Grochs Roman Der Z-künig u. sein Schützling, Wien 1878. Proben zigeu-nerischer Poesie gibt Daumer in seinem Hafis (2. A.Hamb. 1856).
Zur Literatur: I. G. Hasse, Z. im Herodot,Königsb. 1803; Borrow, si?lis AinZaki, or an sc-sound ob vllslApsios inLpain, Lond. 1841, 2 Bde.,3.A. 1843; Pott, Die Z. in Europa u. Asien, Halle1844 f., 2 Bde.; Bataillard, Os k'appnrltlon eb äslaäispsrsiouäesöokrsmions snOurops, Par. 1844;Ders., Planvolles iselrerclres snr 1'nxyg.rition sie.,ebd. 1849; W. Simson, -l. Iiistor^ ob blrs 6z-psios,herausgeg. von I. Simson, Lond. 1866; Boner,Siebenbürgen, Land u. Leute, deutsch, Lpz. 1868;Rochas, Oos Farins äs Francs st ä'FspaZns, 6a-§ots st Lolwwisns, Par. 1877; Hudson, 041 Ln-§ari in Isxsgna, Neap.1879; Svatek, Cnlturhisto-rische Bilder aus Böhmen, Wien 1879. Vergl. Z-sprache u. die dort verzcichnete Literatur. Schroot.
Zigeunersprache, 1) gehört zu den jüngernindischen Bollsmundarten, derenMutter dasSans-krit ist; doch hat sich die Sprache vielfach mit Ele-menten aus den Sprachen der verschiedenenLänder,in welchen die Zigeuner Hausen, vermischt u. zerfälltdaher auch in eine Menge von einander abweichen-der Dialekte. Die grammatischen Formen sind abernoch unverkennbar indischen Ursprungs. Die Sub-stantivs haben nur zwei Geschlechter, MaScnl. und
Femin. u. einen Singular u. Plural, letzteren durchdie Endungen o u. a bezeichnet. Die Casusendungensind in beiden Zahlen dieselben, mit Ausnahme desAccusativs, welcher im Sing. Mascnl. aus s, Fe-min. aus a, im Plur. aber auf u endigt. Bei leb-losen Dingen ist auch im Sing, oft derAccusat. demNomin. gleich. Der Dativ hat die doppelte EndungIcs (^o) od. to, ti (äs), der Ablat. endigt aus tar,tsr, der Locativ auf o, Instrument, u. Sociat. kur,ssn. Gen. kcoro, z. B. Wirilclo der Vogel, Accusat.CLiriickss, Vocat. cÄrilcloja, Dat. sririlcloslcs,Ablat. cririlclosbar, Jnstr. cmrilciskia, Gen. crnrilc-keskcsro, Plur. Nom. cririlcke, Accusat. csiriiclsn,Boc. cririlcläle, Dat.emrilclsnAs, Ablat. emrüclsn-äar, Jnstr. cririlclsnssa, Gen. oririlclenAsro. DieAdjcctiva haben verschiedene Formen für die Ge-schlechter, werden aber vor ihrem Snbstant. nichtflectirt. Der Comparativ hat die Endung äor, äir,Superlativ fehlt. Adverbia werden aus Adjectivenauf os gebildet. Die Zahlwörter sind: 1 sslc, 2äui,3triu, 4stalir. öpansolr, 6 sclwb, 7skta, 8 ockräo,9 srmla, 10 ässclr, 20 liisclr, 100 scliöl. Die Or-dinaliawerdendarans durch dieEndungto gebildet:sslclrto der erste, äustoderzweite, ärito der dritte rc.Die persönlichen Pronomina sind: ms ich, mss wir,tu du, tums ihr, Io er, li sie (Sing.), Is sie (Plur.);Possessivs: miro mein, maro unser, tirs dein, bu-maro euer, lsslcoro Fein, lalcaro sein, ihr; Relativnm:Ics, Icon, Neutr. Iro, so. Eine Art Artikel ist Mas-cul. o, Femin. 1, Plur. s. Die Verba haben keinenInfinitiv, sondern umschreiben ihn durch den Con-jnnctiv. Es gibt nur drei Tempora: Präsens, Im-perfektum n. Perfectum, z. B. clravaich esse, clravssms ich aß, clraisum ich habe gegessen. Sie habendie gewöhnlichen drei Personen in beidenZahlen, z.B. oliava ich esse, clralra du issest, cliala er ißt,clralra wir essen, slrnnn ihr eßt, cliaua sie essen.Die Präpositionen stellen theils mit dem Dativ aufbo, theils mit dem Nom. Vgl.Grafsnnder, Über dieSprache der Zigeuner, Erf. 1835; Pott, Die Zi-geuner, Halle 1844—45, 2. Bd.; Ascoli, Zigeune-risches, bes. auch als Nachtrag zu dem PottschenWerke, Halle 1865; Paspati, Otnäos sur kosl'scding-Irianss on Lolrsmisns äs l'ompiro Ottoman, mitGrammatik, Vocabular, Erzählungen u. Dialogen,Constant. 1870, und Nsmoir on tlls lauAnaZs oktkis Oz-psies, im äournal ok blrs ^.moric. Orisnt.Los. Vol. VII.; Liebich, Die Zigeuner in ihremWesen und in ihrer Sprache, Lpz. 1863; Miklosich,Über die Mundarten u. die Wanderungen der Zi-geuner in Europa, Wien 1872—77; Ders., Bei-träge zur Kenntniß der Zigeunermundarten, ebd.1878; Müller, Fr., Beiträge zurKenntnißder Rom.Sprache (Volkslieder mit deutscher Übersetzung),Wien 1869—72, 2 Bde. 2 ) So v. w. Rothwelsch.
Zihl, Fluß, so v. w. Thiele.
Zikr, der heilige Tanz beidenMohammedanern,wird von Derwischen aufgeführt u. gehört zur Got-tesverehrung.
Zilhidje, Dsu'l-Hedsche, der 12. Monat desmohammed. Mondjahrs, derPilgermouat, währenddessen der Besuch derKaabau. desGrabes Moham-meds allein erlaubt ist.
Zilkade, Dsu'l-kaLe, der 11.Monat des moham-mcd. Mondjahres.
Zillbach, Psarrdorf im Sachsen-Weimarischen