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Bd. 18 (1879) Vacarius - Zywilsk
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Ziffer Zigeuner.

einigt werden sollten, was 1859 vom König bestä-tigt wurde. Majoratsherr ist Graf Albert, jünge-rer Sohn Wilhelms von Schwerin, gsb. 26. Juni1835, prenß. Lieutenant ä. D. 2 ) Schroot.

Ziffer (v. arab. ssilr, Leere, Null), Zahlzeichen,schriftliches Zeichen od. Symbol für eine bestimmte(ganze) Zahl. Z-system, die geordnete schriftlicheDarstellung sämmtlicher Zahlen mit Hilfe einer be-schränkten Anzahl von Z-n. Die Z-n der Römersind: I, V, X, L, 0,12 od. v, 612 od. LI für bez.1, 5, 10, 50, 100, 500, 1000. Die übrigen Zahlenwerden ausgedrückt durch Nebeneinanderstellung je-ner Z-n nach Bedarf, wobei die höherwerthigenZ-nimmer links stehen; steht eine niedrigerwerthige Z.vor einer höherwerthigen, so hat jene subtractivenSinn; II 2, III ^ 3, XII ^ 7, IX od. XIIII^ 9, XI. ^ 40, 06 ^ 200, LIV666I.XXIX ^

1879. Die Ziffern der Hebräer sind ihre Buchst«,ben; die 9 ersten Buchstaben des Alphabets bezeich-nen die Einer, die folgenden 9 die Zehner, die letzten4 die 4 ersten Hunderter, die 5 Finalbuchstaben dieübrigen 5 Hunderter, welche letztere auch durch die4 erste» Hunderter vermittels Nebeneinanderstellungbezeichnet werden; durch 2 übergesetzte Punkte wirdder Werth der Z-n vertausendfacht. Die Griechenverfuhren ähnlich; die Einer, Zehner u. Hunderterwurden durch die 24 Buchstaben des Alphabets u. 3andere Zeichen, Episemen, bezeichnet; um sie alsZ-n kenntlich zu machen, erhielten sie einen Strichrechts oben, p' 100; stand der Strich an einerEiner-Z. links unten, so war derWerth derZ. 1000Mal so groß, 3000. Unsere Z-n, die sogen,arabischen (an Zahl 9, da 0 genau genommenkeine Z. ist, sondern das Fehlen einer solchen an-zeigt), wurden, zunächst ohne die Null, ungefähr vom1.1000 ab im Abendlande auf dem Abacus, einemmit Columnen versehenen Rechenbrett, angewendet;von den Kreisen der Mathematiker u. Rechenmeisteraus drangen sie nur langsam weiter vor; das größteVerdienst um ihre Verbreitung erwarb sich LeonardoFibonacci aus Pisa durch sein Inder Xdaoi, 1202;von der Mitte des 12. Jahrhunderts an verschwin-det das Rechnen in Columnen, da mit Einführungder Null von den Arabern die 9 Z-n auch ohne Co-Inmnen brauchbar wurden; im 13. Jahrh. werdensie von Kaufleuten angewendet, im 14. und 15. er-fcheinen sie in Inschriften rc. allmählich häufiger,selten in Handschriften n. im Druck nicht mathemati-scher Werke; in Urkunden werden sie vor dem 16.Jahrh. nicht zngelassen, u. über die Mitte desselbengeht ihre allgemeinere Verwendung in Schrift undDruck nicht zurück. Sie sind ihrer Form nach ab-zuleiten von den bei den Arabern in Spanien undAfrika im 10. Jahrh. gebräuchlichen Gobar-Z-n;im 16. Jahrh. haben sie schon den heutigen sehrähnliche Formen; die Gobar-Z-n der Araber sindUmgestaltungen der indischen Z-n, welche Jenen ge-gen die Mitte des 8. Jahrh. aus Indien znkamen;von den Arabern erhielt sie das Abendland haupt-sächlich durch Gerbert; dies Alles ist höchst wahr-scheinlich, wenn auch nicht unbestritten. Zweifellosjedoch ist, daß unser Z-system indischen Ursprungsist; es ist (im 3. Jahrh. n. Ehr. wahrscheinlich) vonden Brahmanen erfunden worden u. tritt in weite-ren Kreisen Indiens zuerst im 5. od. 6. Jahrh. auf:von wem u. wie es erfunden wurde, ist unbekannt;

seine Übermittelung an uns hat zugleich mit der derZ-n stattgefnnden. Dies Z-system entspricht vollkom-men dem Ideale eines solchen; in ihm werden dieCoöfficienten der Einheiten ihrerOrdnung nach (vgl.Zahlensystem) ohne Unterscheidungszeichen neben,einandergcstellt, für eine ausgefallene Einheit trittein besonderes Zeichen, die Null, ein, so daß dieStellung (Position) der Coefficienten sogleich die zu-gehörige Einheitanzcigt; daher derNamePositions-system. Von anderen Principien, nach denen Zahlen-systeme ausgebildet worden sind, seien genannt, das 'der Columnen (man schreibt die Coefficienten in dieentsprechenden mit Überschriften versehenen Colum-nen neben einander, Mittelaller, Europa), das derElevation (inan schreibt zu jedem Coesficienten einen

die Einheit anzeigenden Index, wie 3 od. 3300;Punkte u. Strich bei Hebräern und Griechen s. o.),das der Multiplication (hinter jeden Coefficiententritt ein Zeichen für die zugehörige Einheit, z. V.

1 LI 8 0 7 X 1870), das der Addition (es gibtnur Zeichen für die Einheiten u. diese werden nachBedarf wiederholt, 66XX 220); die unsystema-tische Bezeichnnngsweise z. B. der Hebräer u. Grie-chen verdient kaum den Namen Z-system. Vgl. A.von Humboldt, Über die bei verschiedenen Völkernüblichen Zahlzeichen; Crelle, Journal für Math., !Bd. 4; Pihau, Dxposö ck. mAiros ä. numaraticm, 'uaib. dis? I. xeupl. vbo., Par. 1860; Friedlein,

Die Zahlzeichen u. das elem. Rechnen der Griechen !und Römer, Erl. 1869; Hankel, Zur Geschichte der !Math., Lpz. 1874. Buchrücken j

Ziffersystem (Zifferschrift, Ziffermethode), di- !Bezeichnung der Töne und Tonverhältnisse anstatt >mit Noten durch Ziffern.

Zigeuner, ein aus Indien stammendes und inallen Welttheilen, mit Ausnahme Australiens, um-herwanderndes Volk, das sich selbst Roma (d. h.Männer) nennt, in Indien Nut Beria u. Kan-giar heißt,inPersienLnli,mAdserbeidschauHindnkarusch (d. i. schwarze Indier), in Syrien Kauli(d.i. Kabuli od. Bewohner von Kabul), bei den Ara-bern Charami (Räuber), bei den Byzantinern u.Griechen Athinganer, bei denNeugriechen GYPh-toi (d.i. Ägypter), bei Len Türken Tschingan, inSlavonien, der Moldau und Walachei Cigani, inUngarnTsYgani, Zingari u. PharaoNephek(d. i. Volk Pharaos), in Rußland Tschingani, inItalien Zingari, in Spanien Gitanos, in Por-tugal Ciganos, in Frankreich Loiismisns oderLA/xtisus, in England 6z-psiss(Ägypter),inSchott« ,land Trinkler, in Hochschottland Oairck, in Finn- iland Mustalaiset, in Dänemark u. Norwegen Fan-ter, in Schweden Spakaring, in den Niederlan-den u. Westfalen Heidenen oder Heider, lind inDeutschlandZ., Tatern (inNiedersachsen), Ägyp-ter (in Schwaben). Für den Namen Z. hat manallerlei zum Theil sehr willkürliche Ableitungen ver-sucht. Am meisten Wahrscheinlichkeit wird die von :Miklosich vertretene Ableitung von'aAr)-/a>-oL', mit-telgriechisch 'arm/xar-oc, bulgarisch aoiALU, oiASN,haben. Hiernach fielen die Z. im Namen mit derSecte der Athinganer zusammen, deren Lehre einGemisch von Judenthum u. Christenthum, ohne aberethnisch mit ihnen verwandt zu sein; sie erhieltenoffenbar den Namen 'aA-'x/ar-or, weil sie aus den-