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Zierotin -
Zierotin, eine mährische Familie, welche 1478in den mährischen Herrcnsland ausgenommen und1706 in den Reichs- u. 1711 in den Böhm.Grafen-stand erhoben wurde, auch seit der Erheirathung derHerrschaft Prauß, 1740, zugleich den Namen alsFreiherren von Lilgenan führt; aus ihr stammtder 1564 geb. Karl v. Z., der als Landeshaupt-mann von Mahren sich an die Spitze der Oppositiongegen die absolutistischen Bestrebungen Kaiser Ru-dolfs II. in Staat u. Kirche stellte u. dessen Bemüh-ungen die Krönung des Matthias zum König vonBöhmen 1611 zu danken war. Nach Rudolfs Tode,unter Khlesls Regiment, legte Z. seine Stelle niederu. st. in stiller Zurückgezogenheit 1636 in Breslau.Bgl. Chlmnecky, Karl v.Z. n. seine Zeit,Brünn 1862.
Zicsnr, Stadt im Kreise Jerichow I. des prenß.Regbez. Magdeburg; altes Schloß mit sehenswer-ther gothischer Kirche, Amtsgericht; Thonwaaren-sabrikation; (1875) 2791 Ew. In der Umgegendmehrere Papier- u. Stärkefabriken. Z. wird schonunter Kaiser Otto I. als Stadt erwähnt; im 13.Jahrh. diente das Schloß den Bischöfen von Bran-denburg wiederholt als Residenz.
Ziesel, 8psrmopliiln8 ilun., Nagethiergatt, ausder Familie der Eichhörnchen. Mit Backeutaschen.Ohrenmuscheln klein. Schwanz kurz, seitlich mit lan-ger!! Haaren. Von gedrungenem Körperbau. Lebenauf offenen Flächen, gesellig oder einzeln in selbst-gegrabenen Höhlen. Neben der Pflanzeniiahrnngauch thisrische, kleine Vögel u. Mäuse. Nördl. Halb-kugel. Hierher: 8p. oibiUns/-., gem. Z., Z-maus,20 am. Schwanz 7 am. Gelbgran, rostfleckig, untenrostgelb, Kinn und Vorderhals weißlich. Ändert inder Färbung jedoch vielfach ab. Bei den Alten unterdem Namen Politische Maus oder Stimor bekannt.Osteuropa, meist zahlreich auftretend u. dann demLandbau schädlich. Gräbt Erdröhren. Hierher auchder Prairiehund, s. d. Farwick.
Zictcn, eine alte Familie der Mark Branden-burg, bes. der Grasschaft Ruppin u. des Havellan-des; sie besitzt die gräfliche Würde, ist in Schlesienu. der Mark Brandenburg angesessen u. blüht in 2Linien: I. Älteres Haus, auf Dechtow, wurde1817 in den Grafenstand erhoben n. besitzt in Schle-sien dieHerrschastAdelsbachn.dasRittergutSchmell-witz, in der Mark Brandenburg die Rittergüter Dech-tow u. Tarmow; Gründer: 1) Graf Hans ErnstKarl, aus dem Hause Dechtow, geb. 5.Märzl770;diente 1806 in dem Regiment Königin Dragoner,befehligte 1813 als Generalmajor eins Brigade deszweiten prenß. Armeecorps unter Kleist, wurde 1815Generallientenant u. Chef des ersten Armeecorps,blieb als General eu oiisk der preußischen Armee inFrankreich zurück und nahm sein Hauptquartier inSedan. Nach seiner Rückkehr wurde er 1817 in denGrafenstand erhoben u. 1818 commandirender Ge-neral in Breslau, nahm aber im Herbst 1835 seinenAbschied, welchen er als Generalseldmarschall erhielt,n. st. 3. Mai 1848 in Warmbrnnn. Seinem Sohne,Graf Leopold, geb. 23. Mai 1302, Director desCreditinstitnts in Breslau und gest. 19. Mai 1870,folgte als Chef dessen Sohn aus erster Ehe, GrafJoachim, geb. 28. Oct. 1839, Rittmeister in derPrenß. Armee. II. Iüngeres Hans, aus Wust-rau; ursprünglich einer der 3Zweige, in welche sichdie zweite Hauptlinie der Z. geschieden halte; besitzt
— Zietcn.
das Rittergut Wnstran in der Mark Brandenburgund wurde 1840 n. resp. 1859 in den Grasenstanderhoben. Dazu gehört: 3 ) Hans Joachim von,berühmter prenß. General, geb 18. Mai 1699 aufdem väterlichen GnteWnstrau bciRuppin; trat 1714in prenß. Militärdienste, diente erst in der Infante-rie, nahm bald seine Entlassung, trat aber 1726 alsLieutenant in das Dragonerregiment von Wnthe-now, kam wegen eines Duells ein halbes Jahr aufdie Festung und wurde später cassirt; 1730 bei demneu errichteten Leibhnsarencorps wieder angestellt,wurde er 1731 zum Rittmeister, u. nachdem er 1735unter den Österreichern den ersten Feldzug gegenFrankreich mitgemacht, 1736 zum Major befördert;im Ersten Schlesischen Kriege wurde er 1740 Oberst-lieutenant in dem Leibhnsarencorps n. that für dieAusbildung dieser Waffengattung sehr viel, u. ihmbes. verdanken die prenß. Husaren die Berühmtheit,welche sie sich im Siebenjährigen Kriege erworbenhaben, wie er überhaupt als derSchöpfer der preu-ßischen leichten Reiterei n. Urheber ihres ausgezeich-neten, später durch Blücher wiederbelebten Geisteszu betrachten ist. Bereits bei Rothholz zeichnete ersich 1741 aus u. wurde darauf Oberst n.Comman-denr der Husaren u. drang im folgenden Jahre bisStockerau bei Wien vor. Im Zweiten SchlesischenKriege wurde er l744Generalmajor, als welcher ersich bes. 1745 durch einen Marsch mit seinem Hnsa-renregiment, welches ähnliche Uniform mit einemösterreichischen hatte, mitten durch das österreichischeLager, um den Markgrafen Karl aus Oberschlesienzum König zu berufen, u. dann bei Hohenfricdbergn. Hennersdorf anszcichnete. Nach dem Dresdener-Frieden verdrängten ihn seine Neider aus der Gnadedes Königs, so daß er seinen Abschied nahm. 1755rief ihn aber der König wieder in seine Dienste; erwurde Generallientenant und nahm an den meistenSchlachten des Siebenjährigen Krieges rühmlich An-theil; 1757 siegte er bei Reichenberg, entschied dieSchlachten bei Prag u.Lenthen, befehligte beiKollinden linken Flügel der Cavalerie, deckle 1758 den nachOlmlltz bestimmten Transport von 3000 Wagen u.rettete von diesem einen Theil, obgleich von Laudonmit 25,000 Mann angegriffen. Bei Torgan entrißer Daun den schon erfochtenen Sieg durch Erstürm-ung der Siptitzer Höhen. Nach dem Frieden lebteZ. in Berlin n. erfreute sich der besonder!! Gunst desKönigs Friedrich II.; er st. 26. Jan. 1786 in Ber-lin. Z. war der populärste General des Siebenjäh-rigen Krieges u. ist neben Blücher noch heute einerder populärsten Generale in der Erinnerung der Ar-mee n. des Volkes. Das 3. Hnfarenregiment führtnach ihm den Namen Zielen-Husaren. Denkmäler1790 in Rhcinsberg, 1794 (vonSchadow) auf demWilhelmsplatze in Berlin u. durch seine Familie inWustrow. Vgl. W. Hahn, Hans Joachim von Z.,5.A. Berl.1878. Da mit seinem Sohne, dem Gra-fen Friedrich, der, geb. 6. Oct. 1765, erst Ritt-meister bei den Husaren, dann Landrath des Nup-piner Kreises war, 1840 in den Grafenstand erho-ben wurde und unvermählt 29. Juni 1854 st., dasHans Wnstran erlosch, ging das Majorat auf denSohn Wilhelms von Schwerin n. der Karoline vonZ., einer Enkelin von Z. 2), mit der Bestimmung'über, daß der Zietensche Name zu dem Schwcrin-^ scheu angenommen u. die beiderseitigcnWappen vcr-