Württemberg.
welche er von Wollenstem erfahren mußte, 18. Juli! das Land seufzte unter dem Drucke der lignistischen
1628. Unter ihm gedieh W-s Erbübel, der Nepo-tismus. Ihm folgte sein erst I4jähriger SohnEb erhardIII., unter Vormundschaft scinesOhcimsLudwig Friedrich. 1617 hatte Johann Friedrichdem Münsiuger Vertrage entgegen (s. oben) durchden furstbrüderlichen B ertrag seinem BruderLudwig Friedrich Mömpelgard n. die bnrgnudijchenHerrschaften und seinem Bruder Julius FriedrichWcillingen n. Brenz abgetreten.
Linie W.-Mo mpelg ard. Ludwig Friedrichfolgte 26. Jan. 1631 sein ältester Sohn LeopoldFriedrich, welcher fast immer in Paris war, 1653 Sitzu. Stimme auf dem Reichstage erhielt n. 15. Juni1662 starb; ihm folgte fein Bruder Georg, von denFranzofen 1674 verjagt, aber 1687 restituirt, undnach dessen Tode II. Juni 1698 sein Sohn LeopoldEberhard, mit welchem 25. März 1723 die Linieerlosch, da seine Kinder nicht successionsfähig waren.Mömpelgard wurde nun von Herzog Eberhard Lnd-wigJuli 1723 besetzt, die burguudischeuHerrschaftenseguestrirte Frankreich. 8. April 1723 n. 18. Sept.1738 wurden Leopold Eberhards natürliche Kindervom Neichshosrath n. auch endlich 1747 vom Königvon Frankreich der fürstlichen Würde und Erbfolgein der Grasschaft Mömpelgard für unfähig erklärt.10. Mai 1748 erlangte W. durch Anerkennung derfranzösijchcnOberhoheitauchdicburgnndischen Herr-schaften endlich wieder. Den nnebenbürtigen Nach-kommen des Herzogs Leopold Eberhard aber wurde1758 vom Herzog Karl Engen ein jährlicher Unter-halt von 14,000 Fl. ausgesetzt.
L. LinieW.-Weiltingen, gestiftetvonJuliusFriedrich, jüngstem Bruder des Herzogs JohannFriedrich vonW.-Stuttgart. Er erhielt 1617 in derThcilnng die Bezirke Weiltingen und Brenz, über-nahm nach dem Tode seinesBruders Ludwig Fried-rich 1631 die Obervormnndfchaft über dessen Neffen,Herzog Eberhard III., u. st. 24. April 1635. Ihmfolgte sein dritter Sohn Manfred (der zweite, Syl-vins Nimrod besaß das Fürsteiithnm Öls in Schle-sien s. unten 0.); er st. 15. Mai 1662 und als inseinem Sohne Friedrich Ferdinand 8. Aug. 1705die Linie W.-Weiltingen erlosch, fiel ihre Landes-portion an W.-Stuttgart zurück.
Von dieser Linie war daher nur noch (k. die Spe-ciallinie W.-Öls übrig, von Sylvins Nimrod (s.vbenL.) gestiftet, welcher durchseineGemahlin Prin-zessin Elisabeth Maria, Erbin von Münsterberg.Oels, 1647 das Fllrstenthnm Öls inNiederschlesienerhielt (während Mllnsterberg an den Kaiser fiel).Die Speciallinie W.-Öls erlosch Dec. 1782, da derHerzog Karl Christian Erdmann ohne männlicheErben starb u. seine einzigeTochter Friederike-Sophieden Prinzen Friedrich August von.,Brannschweig-Wolfenbllttel heirathete, wodurch Öls an Brann-fchweig fiel.
I). W.-Stuttgart. Dieser Linie, welche dasHauptland W. behielt, stand Eberhard III. vor
puppen, u. mitten unter dielen Leiden wurde Ju-lius Friedrich von W.-Weiltingen (s. oben) Vor-mund, welcher wenig Geschick hatte, jür das Bestedes Landes zu wirken. Erst die Siege der Schwedenzwangen die Kaiserlichen 1632, W. zu räumen,worauf sich der Herzog an Gustav Adolf anschloß;dieser schenkte ihm die Herrschaften Hohenberg, Sig-maringen n. Baar nebst einigen geistlichen Güternin W. Am 3. März 1633 übernahm Herzog Eber-hard III., ein stiller, die Jagd liebender Fürst, dieNegierung selbständig, aber schon 1634 besetzten dieKaiserlichen infolge der Nördlinger Schlacht W. vonNeuem u. der Herzog, welcher bei dem schwed.Heergewesen war, floh nach Straßbnrg. W. winde vondem Kaiser an seine Alliirten, Minister u. Generalevertheilt und des Herzogs Anerbieten, dem Friedenzu Prag zwischen Österreich n. Sachsen beizntrcteu,znrllckgcwiesen. Über 118 Millionen Gulden betrugder Schaden, die vorher eine halbe Million betragendEinwohnerzahl war ans den zehnten Theil geschmol-zen, u. 1638—47 mehrte das Erscheinen feindlicherHeere stets die Noth. Vorher war es dem HerzogSept. 1638 durch die Bemühung seines RathcsBurkard gelungen, den Theil, über welchen nochnicht verfügt war, wieder zu erhalten und er kehrteII. Oct. nach Stuttgart, zurück. Der WestfälischeFriede setzte endlich diesen Drangsalen ein Ziel u.nachdem durch die AnstrengungenBnrkards, Biden-bachs u. vor Allen Varnbülers und die MitwirkungOxenstiernas die Ansprüche des Kaisers n. Bayernsbeseitigt waren, wurde der Herzog in sein früheresBesitzthnm vollständig eingesetzt. Die fremden Trup-penräumten 1648—50 W. DnrchpatriotischeMthewie Myler von Ehreubach, Aidenbach u. Dan. Jm-lin, wurden Ordnung n. Wohlstand im Lande nachu. nach wieder hergestellt. 1660 trat Eberhard derRheinischenAllianz (s.RheinischerBund 2) bei. DerHerzog bestimmte in seinem Testament 1664 disUntbeilbarkeit des Landes u. traf Anordnungen we-gen der Vormundschaft u. der Abfindung der jün-geren Söhne; anchstiftete er dasKammerschreiberei-(Hofkamnier-) Gut. Er führte die Accise ein n. setztedie Zinsen der Staatsschulden ans die Hälfte herab.1664 gab er Oberkirch gegen 380,000 Gulden demBisthumeStraßburgznrllck. Auch unter ihm wuchsdas Land. Eberhard III. st. 2. Juli 1674.
Unter Eberhard III. war Ist. die NeuenstadterLinie entstanden. 27. Sept. 1643 halte er an sei-nen Bruder Friedrich Neuenstadt am Kocher, woderselbe seine Residenz nahm, nebst Weinsberg undMöckmühl abgetreten. Die Linie erlosch jedoch schonmit Friedrichs zweitem Sohne Karl Rudolf, welcherkaiserlicher u. dänischer Feldmarschall war, u. 1737,nach dem Tode des Herzogs Karl Alexander, dieRegentschaft von W. übernahm, aber dieselbe schon
1738 wegen hohen Alters niederlegte u. 17. Nov.1742 st.; ihr Gebiet siel wieder an das Hauptland., Neben dieser Neuenstadter u. der Hanptlinie stif-(s. oben). Stände u. vormundschaftliche Regierung, !tete Eberhards III. zweiter Sohn Friedrich etarlwelche der Tübinger Vertrag aufs Neue bestätigte,-b'. die Winnentha ler Linie; er wurde 1677
zwischen kam. MitWaffcngcwaltwurden alle Klöster-Winnenthal u.'st. 20 . Dec. 1638. Sein Sohn Karlu. Stifter besetzt u. den Katholiken znrückgegeben;! Alexander wurde I 733 Herzog von W. s. unten.