651
Württemberg.
grafe» Otto Wildbcrg, Neubulach -c. ThörichterWeise theilicn sie W. '25. Ja». 1442 in Nurtinge»;so entstaube» die Linie» Urach und Stuttgart(Neuffen).
L) Die Linie Urach , erhielt den westlichen Theiln. nahm Residenz in Urach. Der Stifter dieser Linie,Ludwig, erhielt 1444 nach dem Tode seiner Akut-ler die Hälfte der Grafschaft Mömpelgard u. kaufte1446 auch den anderen Theil seinem Bruder Ulrichab, nahm an vielen Fehden Theil, erwarb mehrereBesitzungen, st. 23. Sept. 1450 u. hinterließ zweiSöhne, Ludwig n. Eberhard, über welche ihr vä-terlicher Oheim Ulrich V. die Vormundschaft führteu. von Lenen Ludwig 1453 die Regierung antrat u.1457 starb, aber Eberhard im Bart 1459, kaum14 Jahre alt, unterstützt von seinem mütterlichenOheim, dem Kurfürsten Friedrich von der Pfalz,Ulrich nöthigte ihm die Negierung zu übergeben.Roh u. ausschweifend, überließ ec Anderen die Re-gierung; erst nach seiner Wallfahrt nach Palästina1468 widmete er sich mit Ernst den Negierungsge-schäften. 11. Dec. 1473 erwarb er infolge einerFehdeHerrschaftn.StadtSnlz, mußte aber dieFesteMägdeberg,und Dorf Mühlhausen 1481 an Sigis-mund von Österreich verkaufen. 1482 reiste er nachRom, von Renchlin, den er sehr begünstigte, beglei-tet; Sixtus IV. gab ihm die geweihte goldene Rose.Eberhard schloß nicht nur mit der Stuttgarter Linieein enges Büudniß, sondern auch 12. Juli 1473 inUrach einen Vertrag, daß das Land ferner nichtmehr geiheilt werden sollte; bei den Verhandlungendarüber zog er die Landschaft (Städte u. Ämter) zuRathe ».übertrug denselben die Überwachung dieserVerträge. 24. Aug. 1473 erfolgte eine freundschaft-liche Einung der vier Grafen. Am 14. Dec. 1482wurde in M uns in gen unter Beirath der Prälaten,Ritterschaft ».Landschaft eiuVertrag beider Linienvon W. geschlossen, wonach W. auf ewig nngerheiltbleiben sollte und hinsichtlich des Landes dieSenio-ratserbfolge einirat. Eberhard im Bart übernahmauch die Lande der Stuttgarter Linie. Nach vielenStreitigkeiten mit letzterer wurde die Bestimmungder Untheilbarkeit 2.Sept.l492 durch den Eßliu-ger Vertrag bestätigt. Die Macht der Landständein W. erweiterte sich bedeutend unter Eberhard, siewurden die Wächter desFamiliengesetzcs. 1488 tratEberhard dem schwäbischen Bunde (s. Schwaben)bei u. wurde später sein oberster Feldhauptmann.Eberhard verbesserte auch das Hosgericht, gab 11.Nov.1495 eineLandesordnung, die erste umfassendeGesetzgebung für W., u. 1492—93StäbteordnungeusürStuttgart «.Tübingen, in welcher letzteren Stadter 1477 eine Universität gegründet hatte. Am 21.Juli 1495 wurde er auf dem Reichstag zu Wormsmit der Würde eines Herzogs von W. u. Teckbekleidet, nannte sich nun Eberhard I., der Kaiserbestimmte als unverbrüchlich die Untheilbarkeit unddas Erstgeburrsrecht iuW. Allgemein beweint, starbEberhard I. 24. Febr. 1496 in Tübingen. In ihmerlosch die Linie Urach.
L) Die Linie Stuttgart (Neuffen) erhielt denöstlichen Theil u. residirte in Stuttgart. Der StifterUlrich V. der Vielgeliebte, führte die Vor-mundschaft über seine Reffen Ludwig u. Eberhardim Barte, nahm 1449 an dem großen StädtekriegTheil, unterlag in dem Kriege mit dem Kurfürsten
Friedrich von der Pfalz, seit 15. Juli 1461 Reichs-hauptmann gegen Ludwig von Bayern, u. fiel 30.Juni 1462 bei Seckenheim in Gefangenschaft desPfälzer Kurfürsten, wurde in Heidelberg eingekerkert,empörend behandelt und erst 26. April 1463 gegen100,000 Gulden frei gegeben; hierfür verpfändeteer Botwar u. Waiblingen u. machte Marbach zumpfälz. Lehn. Er hatte viel Kummer au seinen Süh-nen Eberhard u. Heinrich. 8. Jan. 1480 dankte erzu Gunsten Eberhards ab und st. 1. Sept. 1480.Eberhard der Jüngere, sein Nachfolger, warverschwenderisch u. auslchweifeud, überwars sich mitseinen Käthen u. trat 14. Dec. >482 im MünsingerVertrage zeitweilig ab. Heinrich, seil 1465 Koad-jutor in Mainz, Eberhards ruheloser Bruder, wurdeim Uracher Vertrage 12. Juli 1473 mit der Graf-schaft Mömpelgard abgefunLen; April 1474 ließihn Karl der Kühne von Burgund, nach Mömpel-gard lüstern, bei Metz fangen, bedrohte ihn mit demTode, schleppte ihn von Kerker zu Kerker, aber seintapferer Commaudaut übergab Mömpelgard dochnicht; Heinrich, erst 1477 frei, wurde nachher blöd-sinnig u. Mömpelgard kam 1482 an GrafEberharvden Jüngeren; Heinrich heirathete zweimal, bekamzwei Söhne, Ulrich u. Georg, u. st. in der Gefan-genschaft Eberhards auf Hohen-Urach 1519. Seinältester Sohn erhielt als Ulrich l. W.-Stuttgart,Georg folgte aber in Mömpelgard u. hinterlicß. alser 1558 starb, einen Sohn, Friedrich, welcher auchganz W. erhielt, s. unten.
Dem herrlichen Eberhard im Barte folgte in W.März 1496 der unwürdige Eberhard der Jüngereals Herzog Eberhard II., freilich gestellt unterein Regime»! (einen Laudhofmeister u. 12 Räths).Er stürzte W. in Schulden und ließ sich von seinenGünstlingen, dem Exmönch Holzinger n. Hans vonStetten, zu Schlechtigkeiten verleiten. Die Ständeberiefen ans März 1493 einen Landtag nach Stutt-gart, errichteten hier eineRegimeutsordnnng,führtenihre Beschwerden auf n. als Eberhard II. nach Ulm1. April entfloh , kündigte ihm 10. April das Regi-ment den Gehorsam. Der Kaiser setzte ihn 28. Mai1498 ab u. übertrug die RegiernngHeinrichsSohne(s. oben) Ulrich I. unter Vormundschaft des „Re-giments"; dieses räumte ihm dagegen ein, bei Er-löschen des Herzog!. Manusstammes solle W. auÖsterreich fallen (9. Juni 1498) und Achalin sollteihm jetzt abgetreten werden. Eberhard hingegen tratalle Ansprüche an W. 12. Jan. 1499 dem Kurfür-sten Philipp von der Pfalz ab u. st. auf Schloß Lin -denfcls 17. Febr. 1504. Während der Minderjäh-rigkeit Ulrichs, welcher als mackerer Jäger Maximi-lians I. Gunst gewann, nahm W. 1499—1500 audem Kriege des Schwäbischen Bundes gegen dieSchweiz Antheil. Schon Juni 1503 erklärte derKaiser Len Herzog Ulrich (geb. 1487) für mündigu. 19. Juli trat er die Regierung an. Ulrich nahm
1504 an dem Bayerischen Erbsolgekrieg Theil, schloß15. Dec. 1503 mit Albrecht von Bayern einen Bnn-desvertrag, führte 20,000 Fußgänger u. 800 Reiterin den Krieg, stritt heldenhaft und erhielt ans demKölner Reichstage vom Kaiser aus der Beute Juli
1505 die Städte n. Ämter Weinsberg, Nenenstadi,Heidenheim, Möckmühl, die Stadt Besigheim, dieGrafschaft Löwenstcin,Schloß Stettensels, Gruppen-bach, die Lehensherrschast über Gochshcim und die