Württemberg.
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hört dieses zur oberrheinischen Kirchenprovinz (Erz«LiöceseFreibnrg). Das VerlMuiß zur Staatsgewaltist durch Gesetz vom 30. Jan. 1862 geregelt. Die inder Staatsgewalt begriffenen Rechte werden von den:katholischen Kirchenrathe geübt. Für das israeli-tische Cnltns- u. Armenwcsen besteht seit 1828eine israelitische Oberkirchenbehörde.
Finanzen. Budget 1878—79AvcmaqenStaatsschuld
Einnahmen:
Domänen 6978400
Eisenbahnen 10060000
Directe Steuern 9160286
Jndireete Steuern 7799668
'Aus der Restverwalt. 2564108
Lerschiedenes 1102678
Ausgaben:
87555186
250510
14548825
2590447
125021
8506207
znstiz-DcparteinentDep. des NennernDev des InnernKirchen-u.Schulwesen 6987846Finanzen 2596170
Matricnlarbeiträge 4508081Lerschiedenes 2114140
Civillifie ' 1888888 87606186
Staatsschuld am 13. April 1878: 356,523,607,darunter etwa 289 Mill. Eisenbahnschnld.
Die würltembergischen Truppen bilden infolgeder Militärconvcntion vom 25. Novbr. 1870 dasXIII. Tlrmeecorps.
Die Landesfarben sind roth n. schwarz. DasStaatswappen, der Länge nach getheilt, enthältrechts drei quer über einander gestellte schwarzeHirschgeweihe auf Goldgrund (W.), links drei übereinander stehende schwarze lcopardirte Löwen ansGoldgrund (Hohenstaufen u.Schwaben). DenWap-penschild überragt ein mit der Königskrone gezierterHelm u. halten ein schwarzer Löwe u. ein goldenerHirsch; unter dem Schilde flattert eine BandschlcifeniitdeniWahlsprnch: „Furchtlos n. trcw." Orden:Orden der würltembergischen Krone, Militär-Ver-dienstorden, Friedrichs-Orden, Olga-Orden, sodannCivil- und Militär-Verdienst-Medaillen, Medaillenfür Kunst u. Wissenschaft.
W. hat im Bnndesrathe des Deutschen Reiches4 Stimmen u. entsendet zum Reichstage 17 Abge-ordnete.
Zur Literatur: Pleibel, Handbuch der Vater-landskunde, 2. A. Stnttg. 1877; Bischer, Die in-dustrielle Entwickelung im Königreich W., ebd. 1875 ;Wllrttembergische Jahrbücher für Statistik n. Lan-deskunde, 1818 ff. (speciell 1875 I., 220 ff. u. 1877I., 27 ff.); Hartmann, Bibliographie der Statistikdes Königreichs W., Stnttg. 1875; Weinheimer,Das Staatsgrnndgeietz des Königreichs W. an derHand der Verfassungsurkunde vom 25. Scpt. 1819u. mit den späteren Landes- n. Reichsgesetzen, ebd.1879; Bernhard, Reise- n. Industrie-Handbuch fürW., 2. A. Stnttg. 1879, 2 Thle.; Bauer, W. wiees war; historisch-geographische Karte, ebd. 1869;Paulus, Archäologische Karte von W. mit Text im4. Heft der Württembergischen Jahrbücher für Sta-tistik rc., 1877; Topographische Karte von W.,1:25,000. (Geogr.) Schroot. (Vers.) Lagai.
Württemberg (Gesch.). W. war in den erstenchristl. Jahrh. von Sneven bewohnt; diese wichenden Römern, welche dann das Land cnltivirten, dasselbe aber im 5. Jahrh. an die Alemannen verloren; nach der Niederlage der Alemannen bei Zül-pich, 496, kam Las Land an die Franken. Der ersteGraf vo» W.istKonrad, welcher 1122 urkundlichvorkommt, sich aber nicht Gras nennt. Wahrschein-lich seine Söhne waren Ludwig I. u. Emich, vondenen Elfterer sich zuerst Graf nannte; sie erscheinen1139—1181. Ludwigs Söhne, Hartmann I. und
Ludwig II., nannten sich Beide Grafen von W. n.besaßen gemeinsam die Grafschaft. Sie waren treueAnhänger des Hauses Hohenstaufen. HartmannsSohn, Konrad, nannte sich zuerst Graf von W. zuGrüningen, wo er residirte; ebenso that der ihmverwandte Graf Hartmann (1243—80). Letztererund sein naher Verwandter, Graf Ulrich mit demDaumen von W. (1241—65) vergrößerten ihrenBesitz, die Umstände benutzend ;von den Hohenstau-fen abfallend, erklärten sie sich für die Gegenkönige,erhielten von ihnen Reichslehen, standen dann aberzu Konradin (s. d.) von Schwaben, bes. trat Ulrichsehr zu seinen Gunsten auf, erhielt von ihm dafür4. Jan. 1259 Würde und Gewaltsame eines Mar-schallS über ganz Schwaben, die Schntzvogtei überUlm n. das dortige Halsgericht. Auch König Richardverlieh Ulrich Reichsgüter u, 1251 kaufte er BurgWittlingen, später Burg Urach und den UrachschenAnthcil an Nürtingen; da er das Stift Bentelspachneu herstellte, wird die Dynastie auch die von Beu-telspach genannt. DerUrbesitz desHanses im Neckar-nnd Remsthale erweiterte sich unter ihm bedeutend,kühn strebte die Familie auf. Die Nebenlinie Grü-ningen od. Landau erlosch, ganz unbedeutend,im 17. Jahrhundert.
Ulrich folgte sein Sohn Ulrich II. u.ihm 1279 seinBruder Eberhard der Erlauchte, auch GottesFreund, aller Welt Feind genannt. Er erheirathetedie Feste Reichcnberg, verwickelte sein Land inKrieg,indem Kaiser Rudolf Reichsgllter von ihm znrück-forderte, hielt ihm lange Stand, wurde 1286 langevon Rudolf in Stuttgart belagert, mußte als Frie-denspfand zwei Burgen u. Stuttgart selbst an Ru-dolf übergeben, brach bald den Frieden, unterwarfsich aber 23. Oct. 1287 in dem Frieden von Eßlin-gen dem Kaiser u. gab drei Burgen als Pfand fürdie Ruhe. Nach Rudolfs Tod begann Eberhard 1291Fehde mit dessen Landfriedensrichter, Graf Albrechtvon.Hohenberg, söhnte sich mit ihm ans, schloß 1292mitLndwig vonBayern einSchutzbllndniß, beschwor1293 den Eßlinger Landfrieden nicht, zog 1294/95mit König Adolf nach Meißen, mußte ihm mehrereGebiete überlassen und trat 1298 zu Albrecht vonÖsterreich, nachdem ihm dieser die Burg Rems unddie Stadt Neu-Waiblingen wieder überlassen harte.Mit ihm focht er bei Göllheim n. König Albrechr er-nannte ihn zum Landvogtc in Schwaben. AußerPrivilegien erhielt er 1304 als Pfand für 2000Mark Silber die Burg Spitzenberg, die Stadt Ku-chen u. die Vogtei des Klosters Lorch vom Könige;dafür zog er in dessen Kriege. Er war so reich, daßer die Herrschaft Neuffen, einen Theil der Besitzun-gen des Herzogs von Teck, die Stadt Backnang, dasDorf Kornwesthsim und Theile der PfalzgrafschaftTübingen kaufen konnte. 1307 trat er zu Heinrichvon Luxemburg gegen Albrecht u. für die erhaltenenGelder kaufte er 1308 die Hälfte der Burg n. StadtKalw, Burg u. Stadt Asperg, Burg Richtenberg u.den Glemsgau u. 1310 denHohenbergischen Antheilan Trochtelfingen. Sehr bald lag Eberhard mitKaiser Heinrich VlI. ebenfalls inFehde; dieser nahmihm 1309 die Landvogtei über Schwaben u. erklärteihm 1310 den Reichskrieg, ihn mit der Acht belc-! gend. Von allen Seiten warfen sich Feinde auf den^verhaßten Grafen, ein großer Theil seiner Städte!u. Burgen wurde 1311—12 erobert u. er zur Flucht