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Bd. 18 (1879) Vacarius - Zywilsk
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Württemberg.

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purgcr Berge bis 550 in und die Ellwanger Bergebis 515 m. Nördlich dieser Gruppe sind vorgela-gert dis Löwcnsteiner u. Waldenburger Berge, bis540 bezw. 520 m ansteigend. Die Bewässerungvon W. ist mit Ausnahme des Schwäbischen Jurareichlich. Diesen letzteren dnrchschneider die nochnicht schiffbare Donau in nordöstlicher Richtung undnimmt nur schwache Wasserlänfe auf. Der bedeu-tendste ist die Iller (Grenzfluß gegen Bayern). ZnmBodensee fließen Schüssen n. Argen ab. Der nördl.von der Alp gelegene Theil gehört fast ganz zumGebiete des Neckar, der von Heilbronn ab schiffbarist und dessen bedeutendste Zuflüsse hier Kocher mitJagst u. Enz sind, außerdem: Fils, Rems, Murr u. a.Vom Gebiete des Rheines berühren W. die Murgim Westen u. Tauber (znm Main) im Norden. VonSeen ist außer den einen Theil der südlichen Grenzeberührenden Bodensee nur der Federsee zu nennen.An Mineralquellen ist W. reich, man zählt derenüber 70, darunter auch verschiedene reichhaltigeSoolen, wie Hall, Sulz rc. Das Klima ist gemä»ßigt, je nach der Höhenlage aber ziemlich verschieden,so daß die mildesten Striche im Norden im Neckar-thale, dis mehr rauhen im mittleren und westlichenTheile des Landes liegen. In der Gegend des Bo-Lensees nähert sich das Klima wieder dem der nörd-lichen Theile. Dort haben Stuttgart u. Heilbronneine Jahrestemperatur von 8,^0 bezw. im

mittleren Theile haben Freudenstadt 5,^", Heideu-heim 6 ,M° u. Mm ö,,," li.; Friedrichshasen am Bo-densee 7,gz", während das am Fuße der Ausläuferder Bayerischen Alpen gelegene Jsny 6 , 7 »" N. hat.Freudenstadt u. Jsny haben auch die größte jährl.Regenmenge, nämlich 196,§ bezw. 169 , 70 m, woge-gen Stuttgart u. Heilbronn nur 62,7 bezw. 76,zvmaufweisen.

Volkswirthschaftliche Verhältnisse. Dieunter Deutschland, S. 290, zusammengestellte ver-gleichende Tabelle läßt W. als ein in volkswirth-schaftlicher Hinsicht wenig hervorragendes Land er-scheinen, da es mit den hier berechneten Verhältnissenden Durchschnitt für das ganze Reich nur mit weni-gen Positionen erreicht oder sie überlrifft. Mit derAnzahl der Pferde, Schafe und Schweine auf 1000Einwohner berechnet, mit den Procentsätzen deseingesäeten Landes, wie der Wiesen u. Weiden, sowiemit dem aus 1000 Eiuw. berechneten Werthe desBergbaues n. Hlltteubetriebes bleibt es znm Theilerheblich gegen jenen Durchschnitt zurück, währendes in der Nindviehzncht weit darüber steht, in Be-zug auf Waldungen den Durchschnitt um 5,7 "/gübertrifst u. auch in der Dichtigkeit des Eisenbahn-netzes im Bortheile steht. Von Getreide wird ammassenhaftesten Dinkel (Spelz) gebaut, dann Hafer,Gerste n. Roggen; der Weizenbau ist noch verhält-nißniäßig gering, wenn er auch in neuester Zeit be-deutende Fortschritte aufzuweisen hat. Der Bestanddes Ackerlandes im Jahre 1878 war nach den ein-zelnen Fruchtarten folgender:

12',64 da für Wirtterweizen7584 Sommerweizen191862 Wutterdmket710 Sommerdinkel32900 , Wittterroggen6270 , Sommerrogg.

1684 kr» für Wintergerste87993 Sommergerste133813 H^fer1680 Buchweizen2350 Erbsen77010 , Kartoffeln

Preußen, keineswegs aber qualitativ, da im eigent-lichen Handel keine würltemberger Weine Vorkom-men n. höchstens gute Tischweine gewonnen werden.Bon Handelsgcwächscn werden Hopsen, Mohn,Flachs u. Hanf mit Erfolg gebaut. Der Forstcnltnrwird große Sorgfalt zngewendet, auch ist die Aus-fuhr an Holz bedeutender als die eines anderen Ar-tikels. Die Bienenzucht wird in W. stärker betriebenwie in den meisten anderen deutschen Staaten. Inder Gewinnung von Mineralien ist nur die desSalzes (Stein- n. Siedesalz) von Bedeutung. Sonstwird nur Eisenstein gefördert, doch ist dieser Zweigseit Jahren in Rückgang begriffen, während dieSalzproLnction einen Fortschritt zu verzeichnen hat,wie nachstehende Zusammenstellung erweist

Steinsalz ^ Kochsalz ^ Zusammen Ctr.

Jahrgang-

ISO«

1S7S

187«

70SS411206,721214g77

SSOSIg

51IS2S

S0SS90

1060068

1717607

1720S67

Von besonderer Wichtigkeit ist der Gemüse-, Obst-und Weinbau, im letzteren übertrifsk es quantitativ

Das Hüttenwesen ist 187276 in seiner Productionfast constant geblieben. Es wurden 1876 erzeugt:362,498 Ctr. Roheisen, 33,252 Ctr. Gnßwam cn n.1183 Ctr. Stabeisen. Was die übrige Industriebetrifft, so ist dieselbe weniger großartig als mannig-faltig, so daß der Procentsatz der darin beschäftigtenPersonen dem des ganzen Reiches (15 o/^) dochgleichko mint. Es waren 1875 in 148,679 Hauptbe-trieben 286,859 Arbeiter männlichen u. weiblichenGeschlechtes beschäftigt. Die stärksten Betriebe hatdie Textilindustrie anfznweisen, doch ist es geradeLiese, welche mit Ausnahme weniger Zweige ammeisten darniederliegt. Nach dem Bericht der würt-tembcrgischen Handels - und Gewerbekaminern für1877 hatten einen lohnenden Betrieb: Reisstärke,Chocolade, Cichorien, Sprit n. Spirituosen, Schleif-steine, Chinin, Druckfarben, Alizarin, Knochenmehlund -Fett, Lein, künstlicher Dünger, Wichse, Lackund Firniß, Zündhölzer. Handschuhe, Corsetten,Kattun, Bleicherei, Färberei, Waffen , Herren- undDamenkleider, Wäsche, Portefenillewaaren, Holz-waaren, Knöpfe, imitirtes Elfenbein n. musikalischeInstrumente. Ziemlich ging noch die Wollenindnstrieund Strohflechterei, während Mühlen, Fettwaarcn,Zucker, Essig, Bier, Tabak und Cigarren, Ceincnt,die keramischen Zweige, Bleiweiß, Anilin, Stearin-kerzen, Seife, Tinte, Schießpulver, Leinengarn,Weißwaaren, Leder, Möbel, Stücke und Schirme,Pinsel, Geschäfts- u. Copirbncher einen unbefriedi-genden und endlich Schaumweine, Soda, die Banin-wollenindustrie, Tuch u.Buckskin, Seiden. Strumpf«waaren einen ganz schlechten Betrieb hatten. Vonden 96,s aus 1 üflcin wohnenden Seelen waren 14,,gewerblich und 11,-, landwirthschaftlich beschäftigt.Was den Handel betrifft, so hängt er eng mit deinStande der Industrie zusammen; der StuttgarterBuchhandel hat am Weltmärkte Antheil; außerHolz kommen nur wenige Naturproducts zur Aus-fuhr. lieber die Ausdehnung des Eisenbahnnetzesfindet man in dem Artikel Deutschland, S. 290 und293 die absoluten u. relativen Zahlen. In Bezugans geistige Bildung nimmt W. eine hervorragendeStellung ein. Es besaß anfangs 1879 : 8 Gymna-sien, 1 Realgymnasium, 6 Lyceen, 15 Nealanstal-ten 2. Ordnung, 1 Handelsschule, 1 polytechnischeSchule, 1 Baugewerkschnle, 1 Webeschule, 152 ge-