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Bd. 18 (1879) Vacarius - Zywilsk
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Wundcrschcibc Wuoxcn.

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Wunderscheibe, so v. w. Phänakistoskop.

Wunderwerke, s. Sieben Wunderwerke.

Wundliegen, so v. w. Aufliegen.

Wundscin, (Intertrigo, Fratt,Frattsein), ober-flächliche Hautentzündung, bei welcher der Papillar-körper Sitz einer Hyperämie u. serösen Infiltrationu. die Epidermis abgestoßen ist; findet sich haupt-sächlich bei kleinen, vornehmlich schwachen Kindernin den Hamfnrchen am Gefäß, an den Geschlcchts-theilen, der inneren Schenkelfläche, am Halse, hinterden Ohren. Die bei Erwachsenen zwischen den Hin-terbacken nach anstrengenden Märschen auftrctendeForm Pflegt man alsWolf" zu bezeichnen. DasW. entsteht durch die Reibung zweier einander zu-gekehrter Hanlflächen an einander, durch Unrein-lichkeit oder durch Benetzung mit scharfen Sekreten.Zur Beseitigung bestreicht man die wunden Flächenmit Fett, Lippenpomade, Zinksalbe, einer Mischungvon gleichenTheilen Glycerin n. Tannin od. bestreutsie mitBärlappsamen u. Zinkbliithen. Daneben sinddie befallenenStellensorgsältigzu reinigen. Blumberg.

Wlllldt , Wilhelm, einer der bedeutendstenPhysiologen der Gegenwart, geboren 16. Oct. 1832in Neckarau, studirte seit 1851 in Tübingen, Heidel-berg und Berlin Medicin; habilitirte sich 1857 inHeidelberg und wurde hier 1864 außerordentlicherProfessor der Physiologie; 1874 siedelte er nachZürich über, 1875 nach Leipzig, woselbst er ord.Professor der Physiologie ist. Er schr.: Die Lehrevon der Mnskelbewegnng, Brannschw. 1858; Bei-träge zur Theorie der Sinneswahrnehmnng, Lpz.1862; Vorlesungen über die Menschen- und Thier-secle, ebd. 1863, 2 Bde.; Lehrbuch der Physiologiedes Menschen, Erl. 1864 f., 4. A. 1878; Die physikalischen Axioms u. ihre Beziehung znm Cansal-princip, ebd. 1866; Handbuch der medicinischenPhysik, ebd. 1867; Untersuchungen zur MechanikderNervenu.Nervencentren, ebd. 1871 ff.; Grund-züge der physiologischen Psychologie, Lpz. 1874;Ucber die Aufgabe der Philosophie in der Gegen-wart, ebd. 1875; Über denEinsluß derPhilojophieaus die Erfahrnngswissenschasten, ebd. 1876; DerSpiritismus, einesogenannte wissenschaftliche Frage,ebd. 1879. Blumberg.

Wünnenberg, Marktflecken im Kreise Bürendes preuß. Regbez. Minden, an der Alster; Zicael-brennerei, Holzhandel; 1875: 1213 Ew. Die sehrfruchtbare Umgegend heißt Sintfeld, auf welchem794 Karl der Große einen Sieg über die Sachsenerfochten haben soll.

Wünschclburg(Hradeck), Stadt imKreise Neurode des preuß. Regbez. Breslau, am Kaltwasscru.amFußederHeuschener; Amtsgericht, Leinwand-,Wollen- u. Bandweberei, Fabrikation von Schnupf-tabak u. Preßhefe, Bierbrauerei, Branntweinbren-nerei; 1875: 2034 Ew. W. hat seinen gegenwärtignoch gebräuchlichen böhm. Namen Hradeck (Schlöß-chen) von einem jetzt nicht mehr vorhandenen Jagd-schlosse erhalten,das 1342 HerzogBolko von Schweid-nitz hier erbaute; 1418 wurde der Ort von KönigWenzel von Böhmen zur Stadt erhoben.

Wimschelruthe (Spring-, Schlag-, Bebe-,Brandruthe, Virgniamsrenrialis, franz. Baguetteülvinatorrs), Zweig einer Haselstande, od. auch an-derer Bäume u. Sträucher, welcher gewöhnlich inein gabelförmiges Ende anslänft und dazu dienenPierers Unlversal-Coiivcrsatious-Lexikon. k. Aufl. XII

soll, unter der Erde liegende Metalle, sowol Erz-adcrn als Schätze, n. Wasser anfzufinden. Die dazubefähigten Personen heißen Ruthengänger. Siefassen die W. mit beiden Händen so, Laß sie die bei-den dünnen Enden des gabelförmigen Zweiges indie Hände nehmen, sie kleine Finger gegen einan-der, dieDaumen aber auswärts kehren u. die Ruthedem Himmel zuqewendet steht. DieEllenbogen wer-den fest gegen den Leib gedrückt. In dieser Stell-ung durchschreitet der Suchende unter Hersagungvon gewissen Formeln die Gegend, wo er Metallvermuthet, u. die Ruthe soll, wenn sie einer solchennahe kommt, sich ganz umwenden, d. h. die genHimmel stehende Spitze gegen die Erde schlagen, s.Rhabdomaulie 2). Beiden GermanenistderGlaubean die W. (nmimligsrta) uralt; sie war eine Gabedes Wuotan u. der Besitz derselben machte alles ir-dischen Heils theilhaftig. Geschnitten wurde sie inder Johannisnacht ans einer Haselstande, od. einemKreuzdorn unter Beschwörungsformeln, bes. zauber-kräftig wurde sie, wenn man sie in einem Taufkleiüeversteckt mit taufen ließ, od. sie selbst auf denNamender h. drei Könige taufte. Die W. öffnet auch ver-schlossene Thüren, führt zur Entdeckung von Ver-brechern. Es hat in früheren Zeiten u. noch im 18.Jahrh. nicht an Versuchen gefehlt, die Erscheinun-gen der W. mit mysteriösen oder übernatürlichenKräften in Verbindung zu bringen, obwol sie schonum 1700 vonZeidler als eineRückwirkung der Ein-bildungskraft erklärt wurden. Als solche, bezw. alsdaraus hervorgehende unbewußte Willensäußerun-gen, gelten sie jetzt, ähnlich wie das Tischrücken, inwissenschaftlichen Kreisen durchgehend. Vgl. Sterne,Die Wahrsagung ans den Bewegungen lebloserKörper unter dem Einfluß der menschlichen Hand,Weim. 1862. Schraot.

Wunsiedel, Hanptort eines 470, Usicm und40,123 Ew. umfassenden Bezirksamtes im bayer.Regbez.Obersranken, anderRöslauimFichtelgebirge,Station der Fichtelgebirgsbahn; Sitz des Bezirks-amts, Landgerichts rc., hat3Kirchen, Latein.Schule,Realschule, Fabriken in Leinen- u. Wollenzengen mirMaschinenspinnereien, Strumpfwirker - und Eisen-waaren, Fabrikation von Speckstein-Gasbrennern,Kalkbrennereien, Granitbrüche; 3877 Ew. W., wel-ches 1834 von einem großen Brande verheert wurde,ist Geburtsort Jean Pauls, welchem hier 1845 einvon Schwanthaler gefertigtes Denkmal vor seinemVaterhause errichtet wurde; auch der GeburtsortLudw. Sands. Dabei in romantischer Gegend dasAlexandersbad (s. d.) und der Loosberg, s.Louisenbnrg. Vgl. Nuckdeschel, Geschichte der bayer.Stadt W., W. 1855. Schroot.

Wunstorf, selbständige Stadt in der preuß.Landdrostei und dem Landkreise Hannover, an derAue (Ncbenfl. der Leine), Station dcr.hannoverschcnStaatseiseubahncn; Schullehrerseminar,Landwirth-fchaft,Lohgerberei, Oelfabrikation; 1875: 2368 Ew. W. war ehemals die Hauptstadt der gleichnam.Grafschaft, welche 1446 durch Kauf an den HerzogWilhelm von Brauuschweig-Lüneburg kam und vondiesem mit dem Fürstenthum Kalenberg vereinigtwurde. 1516 n. 1570 wurde die Stadt durch Feuers-brllnste gänzlich zerstört.

Wuotan (deutsche Myth.), s. Wodan.

Wuoxe» (Woksa), wasserreicher Fluß in Finn-II. Baud. 41