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Bd. 18 (1879) Vacarius - Zywilsk
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Wasserstoffhypeioxyo Wasscrsuchl.

leuchtender, aber sehr heißerFlamms unterBildimgvon Wasser. Ein Gemisch von 2 Vol. W. u. 1 Bol.Sanerstofs explodirt bei Berührung mit Platin-schwamm od. einem brennendenKörper, sowie durchden elektrischen Funken mit starkem Knall n. unterstarker Wärmeentwicklung (s. Knallgas n. Knallgas-gebläse); auch mit Lust gemischt explodirt er sehrheftig, es ist deshalb beim AnzünLen von W. stetsVorsicht nöthig. Auf der Leichtigkeit, mit welcher derW. durch Platinschwamm entzündet wird, beruhtdas Döbereinersche Feuerzeug (s. Feuerzeug). DerW. wirkt bei erhöhter Temperatur als kräftiges Re-dnctionsmittel u. dient deshalb in Laboratorien zurDarstellung von Metallen ans ihren Oxyden. Außermit Sauerstoff verbindet er sich noch bes. leicht schondurch den Einfluß des Sonnenlichtes, oft unter star-ker Explosion mitChlor, ferner mitSchwesel, Phos-phor, Arsen, Antimon und gewissen Metallen, namentlich mit Palladium (s. d.). In reinem Zustandeerhält man ihn durch Elektrolyse des Wassers, sowiedurch Zersetzung desselben mittels Natrium; die ge-wöhnliche DarstellnngSmethode besteht darin, daßman Zink od. Eisen in einer Gasentwicklnngsflascheans Salzsäure od. verdünnte Schwefelsäure einwirkenläßt; so dargestellt enthält er stets eine kleine MengeKohlen-W. u. riechtinsolge davon sehr unangenehm.In neuerer Zeit hat man den W. zur Beleuchtungzu benutzen versucht, indem man ein Platingewebein einer W-flamme zur Weißglnth erhitzte; den er-forderlichen W. stellte man dar, indem man Wasser-dampf durch eine mitEisenabfällen gefüllte, glühendeRetorte leitete. Der W. war schon im Mittelalterbekannt. 1768 beschrieb ihn Cavendish als ein bes.von anderen brennbaren Gasen verschiedenes Gas;erst Lavoisier stellte ihn aus Wasser dar u. erkannteihn als Element. Hetzer.

Wasserstoffhypcroxyd , so v. w. Wasserstoff-superoxyd.

Wasserstoffsiinreir, s. u. Säuren.

Wasserstoffsuperoxyd (Wasserstoffdioxyd) chemische Verbindung vonWasserstofsu. Sauerstoff vonder Zusammensetzung 3^0. Es bildet eine syrup-dicke, färb- und geruchlose Flüssigkeit von bitteremGeschmack, die bei 30° noch nicht erstarrt u. einspec. Gewicht von 1,j-, besitzt. Es zersetzt sich schonbei 1520°, bei raschem Erwärmen sogar unterExplosion, in Sauerstoff und Wasser. Es greift dieHaut anu.zerstörtvieleorganischeFarbstofse. Eigen-thümlich ist das chem. Verhalten des W-s. Bringtman es mit gewissen leicht redncirbaren Mctalloxy-den (Gold-, Platin-, SilberoxyL) zusammen, so zer-fällt es sofort, unter Umständen sogar mitExplosion,in Sauerstoff u. Wasser, mit dem elfteren entweichtaber auch der Sanerstofs der Oxyde n. man erhältdie regulinischen Metalle; in ähnlicher Weise wirddurch dasselbe Chromsäure zu Chromoxyd, Ueber-mangansänre zu Mangauoxyd, Bleisnperoxyd zuBleioxyd rc. rcducirt. Andererseits wirkt es aberauch als kräftiges Oxydationsmittel u. verwandeltz. B. Arsen n. arsenigeSäureiuArsensänre,schwefligeSaure in Schwefelsäure, Baryumoxyd in Super-oxyd rc. Es findet sich in äußerst geringer Mengenach heftigen Gewittern im Regenwasscr; künstlichstellt man es am einfachsten dar durch Einwirkungvon Barynmsnpcroxyd auf verdünnteSchwefelsänreBa80',II"0") und Concentration

der wässerigen Lösung unter der Lnstpnmpe. Zuseiner Erkennung auch in sehr verdünnter Lösungversetzt man dieselbe mit einigen Tropfen Chrom-sänrelösung u. schüttelt mit Äther, derselbe färbt sichbei Gegenwart von W. intensiv blau. Hetzer.

Wassersucht, die mehr oder weniger beträcht-liche Anhäufung von wässeriger Flüssigkeit, welcheans den Blutgefäßen ausgetreten ('bransonclnt),dem Blutserum ähnlich ist, nur weniger Eiweiß wiedieses enthält n. sich entweder in den Maschen desBindegewebes der einzelnen Organe (Osäsm) oderin den Körperhöhleu (3Fllrops) angesammslt hat.Ödematöse Organe sind angeschwollen, blaß, habeneine teigige Beschaffenheit, so daß ein Druck mitdem Finger eine bleibende Vertiefung hinterläßt.So die Haut, dessen Odem (Lnasarlrn, Hantwas-sersucht) meist an den Unterschenkeln am häufigstenund stärksten ist. Die Ansammlung von wässerigerFlüssigkeit im Brnstfellsacks nennt manBrust-W.,blxckruttwrax, im Herzbeutel Herzbentel-W.,3z'ckroporicaräinrn, im Unterleibs Bauch-W.,^soitso, in den Hirnkammern Wasserkopf, 3v-ckraospkmkns, im Hodensacke kkxckrooeks. in den Ge-lenken Gelenk-W., 3^änrtbros. Die Flüssigkeitbei Wassersucht ist klar oder schwach getrübt, alka-lisch, ihr Eiweißgehalt schwankt zwischen 0,^5,»°/o-Nicht selten enthält sie Harnstoff, Zucker, Gallen-säuren und Gallcnfarbstoff, wenn Gelbsucht resp.Zuckerrnhr besteht. Bisweilen hat sie eine dünn-milchigte Beschaffenheit, wenn ihr nämlich Fett inemnlsiver Form beigemischt ist (3xckrops Inotsns).Die Ursach en der W. sind entweder mechanischeoder liegen in zu großerBlutverdnnnung (3x-ärasmis). Die ersteren bestehen in verhindertemAbfluß ans den Venen (Lower) u. Lymphgefäßen;es stauet sich infolge hiervon die in normaler Weisedie Gewebe dnrchtränkenüe Flüssigkeit an; ist nnndie Vene eines Körperbezirks z. B. eines Schenkelsin ihrem Abflüsse gehindert, so schwillt auch nnrdieser wassersüchtig an; kann das Blut ans dem ge-summten Venensysteme z. B. bei Lungen- n. Herz-krankheiten nicht abfließen, so entsteht allgemeineW. Da die Lymphgefäße fast stets dicht neben LenVenen liegen, so wirkt ein Strömnngshinderniß inder Regel auf Vene n. Lymphgefäß zugleich. DieBlntverdünnnng oder wässerige Blutbeschaffenheitwird dadurch zur Ursache der W., daß wässerigesBlut leichter wie gesundes durch die Gefäßwandnn-gen durchsickert. Häufig ist außer wässeriger Blut-beschaffenheit, z. B. bei BrightscherNiercnkrankheit,La mit dieser immer zugleich Herzvergrößerung be-steht, vermehrter Blutdruck vorhanden und entstehtdadurch eine starte allgemeine W. Von Len W-ensind die sog.Sack-W-en zu trennen,d.h. die Anhäuf-ungen wässeriger Flüssigkeit in natürlichen Höhlenmit Ausführungsgängen, z. B. Eierstocks-W., Nie-renbeckenausüehnnng (3xcironopkross), W. derGallenblase rc. Bei allendiesen häuft sich das Secretder Innenfläche der Höhlen an, weil der Ansfuhr-nngsgang derselben verschlossen ist, u. nimmt das-selbe nicht selten eine wässerige Beschaffenheit an.Die Behandlung der W. ist zunächst eine ursäch-liche und wirken bei wässeriger BlutbeschaffenheitEisen u. stickstoffhaltige Kost (Braten, gute Fleisch-brühe, Milch, Wein), bei Herzkrankheiten^ rotherFingerhnt, Uodskia, intinta vortrefflich. lein