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Causalmoment zu ergründen, so muß inan die em-pirisch empfohlenen Mittel versuchen; n. zwar wähltman zunächst die harntreibenden (Liali aast., Oromortmrtari, 8oiIIa rc.). Versagen diese, so greift manzu den drastischen Abführmitteln (Aloe, Coloquin-then, Oleum crotonis), doch werden diese selbst beileidlicher Verdauung meist nicht lange vertragen.Schlagen auch diese nicht an, so gebraucht man dieSchwitzmittel (Eiupackeu in wollene Tücher nacheinem warmen Bade, l?ilvearpis in subcut. Ein-spritzungen, irisch-röm. od. rnss. Dampfbäder) undleisten diese bei W. infolge von Nierenkrankheitenvorzugsweise Günstiges. Helfen alle diese Mittelnichts, so ist unter Umständen die mechanische Ent-leerung des Wassers durch Einschnitte in die Hautan den Knöcheln bei allgemeiner W., durch Einstichmit dein Troicart in den Bauch bei Bauch-W. bis-weilen noch hilfreich. Kunze.
Wassertrommel, eine Wcttermaschine, mittelswelcher durch in einer Röhre mit seitlichen Öffnun-gen herabfallendes Wasser Luft mitgerisscn und ineinen Grnbenbau getrieben wird.
Wassertrüdingen, Stadt im Bez.-Amt Din-kelsbühl des daher. Regbez. Mittelfranken, an derWörnitz, Station der Bayer. Staatseisenbahnen;Präparandenschule,FabrikationvonWollenwaaren;1875: 1694 Ew. W. wurde 1634 von den Bayernunter Johann v. Werth geplündert.
Wasseruhr, Instrument zum Messen von Zeit-räumen durch herabtropfendes Wasser. Durch einesolche W., Klepsydra genannt, wurde im altenAthen die den Rednern vor Gericht zum Sprechengewährte Zeit abgemessen. Eine je nach der Wich-tigkeit der Sache bestimmte Wassermenge wurde inein oberes Gefäß gegossen, durch dessen sein durch-löcherten Boden das Wasser in ein zweites darunterbefindliches ansstoß. Auch im alten Rom bestanddieselbe Sitte.
Wasservogel, so v. w. Mäusebussard.
Wasserwage, so v. w. Libelle; auch so v. w.Kanalwage.
Wasserwanzen,?. Wanzen.
Wasserwcihe, in der Griechischen Kirche n)Große W., jährliches Fest zur Erinnerung an dieTaufe Jesu im Jordan, 6. Jan. Die Geistlichkeitzieht in Procession hinaus an die in der Nähe be-findlichen Gewässer, in deren Eis ein Loch gehauenwurde, weiht nach abgehaltenem Gebete durch drei-maliges Bekreuzen u. Eintauchen des Kreuzes dasWasser, besprengt dann ans demselben in Kreuzes-form das umstehende Volk, welches dem WasserwunderähiilicheWirknngcnzuschreibtu. deshalb nachBeendigung der Feier in Gefäßen solches mit nachHause nimmt. An dieser Weihe nimmt in Rußlandder Hos mit dem ganzen Hofstaate unter Honneursu. Salven des Militärs Theil. Auch Kinder tauchtman zur Stärkung in das geweihte Wasser, b)Kleine W., I.Aug,, wo das Brunnenwasser durchdie Kraft, Wirkung und Herabkunft des HeiligenGcistesgehciligt werden soll, das; dasselbe für Seelenu. Leiber heilbringend u. alle feindliche Macht ver-treibend wirken möge. Überhaupt werden alle Brun-nen unter dem Gebet der Kirche um Auffindungsüßen u. reinen Wassers gegraben u. die dann fer-tigen gesegnet u. geheiligt.
Wasserzeichen. Durchscheinende Zeichnungen,
— Wassiltschikow.
Ziffern od. Buchstaben rc. im Papiere, welche meisterst sichtbar werden, wenn letzteres gegen das Lichtgehalten wird. Sie werden fast nur bei dem mit derHand geschöpftem Papiere (s. Papicrfabrikation III)angebracht,indemman ansdasDrahtsieb des Schöpf-rahmens messingene, etwa H mm dicke Buchstaben,Ziffern rc. mit seinem Drahte festheftet. Über die-ser Erhöhung kommen dann die Papierfasern an-ders zu liegen u. das Papier ist an dieser Stelleetwasdünner, was das Durchscheinen veranlaßt. Solldas W. an einer bestimmten Stelle des Bogens sichbefinden, so muß man zur Fabrikation das PapiermitderHandschöpfen, u. cs sind deshalb auch die mei-sten Werthpapiere aus mit der Hand geschöpftemPapiere gefertigt. Beim Maschinenpapiere, auswelchem z. B. die österreichischen I u. 5 Guldcnscheinegefertigt werden, befinden sich die W. in derselbenWeise auf dem endlosen Messingdrahtgewebe be-festigt. Die W. dienen bei Werthpapieren, Stein«pelpapieren rc. als Erkennungszeichen der Achlheit,bei Briefpapieren rc. oft als Verzierung, bei ande-ren z. B. dem schwedischen Filtrirpapier als Schutz-marke des Fabrikanten, welche zugleich dem Käuferfür die Güte des Papiers eine gewisse Garantiebieten soll. Jungck.
Wasscrzichcn berSonne, eine zuweilen kurz vorSonnenuntergang eintretende Lichterscheiniiug, da-durch hervorgebracht, daß die von einer Wolke ver-deckte Soune durch Lücken dieser Wolke einzelne nachunten liegende, Dnnstkllgelchen enthaltende Partiender Atmosphäre erleuchtet. Die beleuchteten Lnftpar-tieu, in Wirklichkeit cylindrisch u. unter sich parallel,erscheinen dem Beschauer durch die Wirkung der Per-spective kegelförmig u. strahlig anseinanderfahrend.Die Erscheinung ist meist Vorbote baldigen Regens.
Wasscrzoll, der durch Wasserregal od. Wasser-Hoheit begründete Zoll, welcher wegen Benutzunzeines fließenden Wassers zur Schifffahrt an gewissenOrten gegeben werden muß.
Wassilssursk(Wassil), Kreisstadt im rnss. Gouv.Nischnei Nowgorod, an der Wolga (rechtes Ufer),nahe der Einmündung der Sura, mit Schifffahrt,Fischerei; 25V7 Ew.
Wassiltschikow, rnss. Familie, ein Zweig derTolstoi (s. d.), zum Theil gefürstet. Daraus: 1)Fürst Hilarion, zeichnete sich als rnss. General1813 bei Leipzig u. 1814 bei La Rochiere aus. Am26. Dec. 1825 führte er als Generaladjntant desGroßfürstenNikolausdemselben das Chevaliergarde-Regimentu. das 2. Bataillon derPreobrashenskischenGarde zu u. ricth zur Mitraillade. 1828 focht ergegen die Türken, 1831 commandirte er in Peters-burg n. Umgegend u. hielt die wegen der Cholerazu befürchtenden Unruhen nieder, stieg zum GeneralderCavalerie u. russ.Grafen, April 1833 zumGene-ralinspectordergesammtcn Cavalerie. JmJan. 1839zum russ. Fürsten erhoben wurde er, der, weil sol-datisch einseitig, auf den Zaren wenig Einfluß übte,1843 Präsident des Reichsrathes u. Minister-Co-mites u. st. 5. März 1847. 2) Fürst Victor La-rionowitsch, des Vor. Sohn, geb. 1821, zeichnetesich als Generallientenant und Generaladjntant imKrimkrieg aus, war während der VertheidigungSewastopolsStabschefderBesatzungstruppen, beimHeere hochbeliebt u. als freisinnig bekannt. 1856wurde er Adjunct des Kriegsministers Suchozanett,